merken
PLUS Riesa

Linken-Chefin trifft auf Landratskandidatin

Vorm Riesaer Kino treffen Katja Kipping und die Grüne Elke Siebert aufeinander. Ihre Parteien sollen öfters zusammenarbeiten.

Politisch an einigen Punkten nah beieinander, aber längst nicht bei allen: Linken-Chefin Katja Kipping (M.) und die Landratskandidatin Elke Siebert (Grüne, r.). Mittwoch sprachen beide auf dem Mannheimer Platz.
Politisch an einigen Punkten nah beieinander, aber längst nicht bei allen: Linken-Chefin Katja Kipping (M.) und die Landratskandidatin Elke Siebert (Grüne, r.). Mittwoch sprachen beide auf dem Mannheimer Platz. © Sebastian Schultz

Riesa. Sitzkreise haben derzeit offenbar Konjunktur: Schon beim Besuch von Grünen-Chef Robert Habeck vorige Woche in Kreinitz saß man im Rund. Auch beim Auftritt von Katja Kipping am Mittwoch vorm Riesaer Kino war das so. Die Bundestagsabgeordnete und Chefin der Linken war in die Stadt gekommen, um mit Parteifreunden aus Kommunal- und Landespolitik öffentlich unter anderem über die Chancen für „neue linke Mehrheiten“ sprechen. Nur mit denen sei eine sozial gerechtere, klimafreundliche Politik möglich, als sie derzeit zum Beispiel im Bund unter CDU-Führung läuft, machte Katja Kipping deutlich. So eine Politik soll dann auch einen weiteren Rechtsruck der Gesellschaft abwenden, den viele Linke nicht zuletzt aus AfD-Wahlerfolgen oder dem Aufkommen von Pegida ableiten.

Während die Bundestagswahl noch ein reichliches Jahr entfernt ist, steht mit der Landratswahl im Oktober schon in wenigen Wochen eine politische Richtungsentscheidung für die Region an. Und auch auf Kreisebene will Die Linke eine langjährige CDU-Dominanz brechen. Gelingen soll das mit Elke Siebert von den Grünen, deren Kandidatur Linke und SPD unterstützen.

Anzeige
Berufe mit Hochspannungs-Garantie
Berufe mit Hochspannungs-Garantie

Der erste digitale DREWAG-Ausbildungstag setzt frische Energien für die Berufswahl frei.

Die Radebeulerin Siebert nahm am Mittwochnachmittag auch im Sitzkreis vorm Riesaer Kino Platz und nutzte die Bühne, um einige ihrer Positionen vorzustellen. Als Landrätin will sie unter anderem dafür sorgen, dass an allen gebauten Kreisstraßen Radspuren entstehen, dass auf Gebäuden des Kreises Solaranlagen installiert werden oder auch dafür, dass die Fahrzeugflotte des Kreises auf Elektromobilität umgerüstet wird. Tagsüber sollen die Verwaltungsmitarbeiter mit den Autos fahren, abends die Bürger die Wagen nutzen können. Auch beim Internetausbau müsse es vorangehen. Insgesamt brauche es mehr Zugewandtheit zur Zukunft. Siebert zieht deshalb auch den Begriff progressiver Bündnisse vor, statt wie Katja Kipping von linken Bündnissen zu sprechen, um Mehrheiten zu erringen.

Dass die Zusammenarbeit von Linken, Grünen und SPD im Kreis Meißen enger sein könnte, ließ Linken-Kommunalpolitiker Ulrich Keil durchblicken. In den Kreistagsfraktionen seien die Gemeinsamkeiten nämlich „noch nicht so da“, so der langjährige Kreisrat. Für die neuen Bündnisse gibt es also noch einige Arbeit. (SZ/ewe)

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa