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Linkes Lob

Politiksimulierer rotieren durch Brüssel. Ein Wahlsieger plant schon seinen Rücktritt.

Von Thilo Alexe

DAS ist doch ein Wahlkampfslogan, der hängenbleibt: CDU unter fünf Prozent. Zu lesen unter anderem auf einem Wahlplakat des Dresdner Grünenpolitikers Johannes Lichdi. Der kampfeslustige Landtagsabgeordnete, der Oppositionspolitik zuweilen mit barock-deftiger Wortgewalt zelebriert, hat mit dem Spruch seinen Stadtratswahlkampf garniert. Immerhin schaffte er den Sprung in den Rat, vom letzten Platz der Liste aus. Wahlziel erreicht, Respekt. Allerdings rutschte die CDU in dem Wahlkreis im Szeneviertel Neustadt nicht unter die Fünfprozentmarke. Sie kam auf mehr als 13 Prozent. Nicht schlecht – in einer Ökoladenhochburg.

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DIE Politiksimulierer von der Partei haben es geschafft. Sie dürfen einen Abgeordneten nach Brüssel schicken. Der Glückliche ist Partei-Spitzenkandidat Martin Sonneborn, einst Chef des Satiremagazins Titanic. Glücklich? Sonneborn will sich umgehend und intensiv auf seinen Rücktritt nach vier Wochen vorbereiten. Etwa 60 Kandidaten der Partei sollen – jeder für einen Monat – Abgeordnete sein und Diäten kassieren dürfen. Ob das so klappt, ist noch offen. Klar ist nur: Ein Mitglied des sächsischen Landesverbandes ist beim Polit-Spektakel nicht drunter. Schade eigentlich.

IST die FDP eine Arbeiterpartei? Nein. Sie ist eine ArbeiterInnenpartei. Überrascht? Ok, die Einschätzung kommt von Sachsens Linkenchef Rico Gebhardt. Der hat am Wahlabend die AfD als rechtspopulistische, neoliberale und erzkonservative Partei bezeichnet. Gegen deren Programmatik sehe die FDP aus wie eine, nun ja, ArbeiterInnenpartei. Mit großem I. Linkes Lob für Liberale? Kann auch mal guttun.