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Radebeul

Links bauen, rechts nicht

Ein Teil der Gärten hinterm Kaufland in Coswig darf kein Bauland werden.

Die Kleingärten hinter dem Friedhof und Kaufland dürfen nur zum Teil Bauland werden. Rechts bleibt es, wie es ist, links könnte Platz für Häuser entstehen.
Die Kleingärten hinter dem Friedhof und Kaufland dürfen nur zum Teil Bauland werden. Rechts bleibt es, wie es ist, links könnte Platz für Häuser entstehen. © Arvid Mueller

Coswig. Lange war der Erhalt der Kleingärten hinter dem Kaufland und Friedhof ein Thema. Ein Teil der Fläche gehört der Kirche, ein Teil der Stadt, ein Teil der WGC. Nach Protesten der Gärtner entschied sich die Kirchgemeinde, keine Baupläne mehr zu verfolgen. Zumindest für die Gärten, die verpachtet sind.

Nun haben die Stadträte über den Entwurf abgestimmt. Und es gab erneut Diskussionen. Im Vorfeld widersprachen Mitglieder der Fraktion Bündnis nachhaltiges Coswig Teilen des Entwurfes. Schwerpunkt der Kritik war der erneute Wegfall bestehender wohnortnaher Kleingartensparten. „Auch über die Verwendung der ausgewiesenen unbestrittenen Bauflächen muss zukünftig entschieden diskutiert werden“, so Alexander Stolle. „In Zeiten der Knappheit von qualitativen Wohnraum bedarf es ein solidarisches Augenmaß.“

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Mehrheitlich wurde dem Entwurf dennoch zugestimmt. Ergebnis: Die Fläche nördlich der Straße des Friedens bleibt als Wohnbauland im Flächennutzungsplan. Was nördlich vom Anne-Frank-Weg am Bahndamm liegt und auch die Grundstücke südlich der Straße des Friedens, wo auch schon ein Eigenheim steht, fallen aus dem Plan raus.

Die Bürger argumentierten in ihren Stellungnahmen, die bei der Stadt zum Flächennutzungsplan eingegangen sind, mit der sozialen Funktion, die die Kleingärten hätten. Klimaschutz, Frischlufterzeugung und der Lärm der Bahn spielten bei anderen eine Rolle. Das Ersatzgartenland, das die Stadt in Aussicht gestellt habe, sei fußläufig nicht zu erreichen und Coswig, die Stadt, die sich als „Junge Stadt am grünen Rande Dresdens“ vermarktet, würde ein großes Stück Identität verlieren, wenn alles Grün bebaut wird.

Auch das Wäldchen an der Moritzburger Straße, für das die Anwohner so lange gekämpft haben, wird so schnell kein Bauland.

Rund 800 Stellungnahmen haben die Verwaltung zum Entwurf erreicht. Das sind ungewöhnlich viel, so Bauamtschef Wolfgang Weimann. Mehr als 700 betrafen allein den Wald.

Gestrichen wurde auch eine Fläche an der Auerstraße in Brockwitz, da es sich zum Teil um Waldfläche handelt, für die Ersatzpflanzungen nötig wären und sich dort eine alte Hausmülldeponie befindet. Auch an der Vierhufenstraße soll nicht gebaut werden. Dafür wird die Fläche an der Weinbergstraße um etwa 2,5 Hektar erweitert. Und auch auf dem Gelände der Meisop im Spitzgrund wird Fläche für Gemeinbedarf in den Plan aufgenommen, falls sich das Heim erweitern will.

30 Bauplätze pro Jahr nötig

Pro Jahr braucht Coswig etwa 30 Bauplätze. Der Platz dafür wird aber immer weniger, weshalb ein neuer Flächennutzungsplan her muss. Dieser legt fest, wo neues Bauland für Wohnungen und Gewerbe entstehen könnte. Er schafft noch kein Baurecht. Im Vorentwurf standen noch fast 33 Hektar als Wohnbauland. Unterdessen sind einige Flächen gestrichen worden.

Bis 2030 wird ein Bedarf von 21,2 Hektar prognostiziert. Denn man rechnet mit zusätzlichen Einwohnern, was vor allem an Zuzüglern aus Dresden liegt. Auch die Wohnbedürfnisse ändern sich. Es geht von der Plattenbauwohnung ins Eigenheim. Die Menschen wünschen sich mehr Platz.

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