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Dresden: Petition für autofreies "Assi-Eck"

An der Kreuzung in der Neustadt sammeln sich nachts oft Hunderte Menschen. Auch die Linksjugend hat Vorstellungen, wie eine Lösung aussehen soll.

An warmen Sommerabenden gibt es für Autos und Straßenbahnen kaum ein Durchkommen an der Ecke Rothenburger/Louisenstraße.
An warmen Sommerabenden gibt es für Autos und Straßenbahnen kaum ein Durchkommen an der Ecke Rothenburger/Louisenstraße. © Benno Löffler

Dresden. Ordungsbürgermeister Detleff Sittel (CDU) sorgte kürzlich mit einer Äußerung zum "Assi-Ecke" in der Dresdner Neustadt für Aufregung. Im SZ-Interview ließ anklingen, dass er ein Alkoholverbot in Erwägung zieht, um an der Kreuzung von Rothenburger, Görlitzer und Louisenstraße das Problem mit "Bahnstreichlern" in den Griff zu bekommen. Auch gibt es immer wieder Beschwerden von Anwohnern über Lärm und Dreck. Freitags und sonnabends treffen sich dort Neustadtbesucher, trinken, rauchen, feiern und sitzen auf den Bordsteinkanten. 

Es wird mitunter so eng, dass weder Straßenbahnen noch Autos durchkommen. Und die Größe der Menschenmenge auf der Kreuzung wächst. Sammelten sich dort früher rund 200 Feiernde, waren es zuletzt bis zu 800 Menschen.

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Die Polizei reagierte darauf und verstärkte die Präsenz auf dem beliebten Platz. Doch für eine wirkliche Lösung brauche es ein ganzheitliches Konzept, hatte ein Polizeisprecher gefordert. Mit seinem Alkoholverbot stieß Sittel allerdings auf Kritik. So befürchten die Dresdner Grünen, dass sich das Problem dann auf einen anderen Platz in der Neustadt verlagert. Deshalb sammeln sie Ideen für eine andere Lösung. 

Sperrung zwischen 18 Uhr und 4 Uhr

Nun wagt die Dresdner Linksjugend einen Vorstoß: Sie fordert ein autofreies Assi-Eck und hat dafür eine Petition gestartet. Demnach soll die Stadt den Kreuzungsbereich täglich in der Zeit von 18 Uhr bis 4 Uhr für den Verkehr sperren. Das würde auch die Straßenbahnen der Linie 13 betreffen, die auch in diesem Sommer häufig umgeleitet werden musste, weil es kein Durchkommen gab. Die Sperrung solle nicht für Fahrräder und Rettungsfahrzeuge gelten, so die Forderung.

Konkret sollen Fahrzeuge nicht mehr auf der Louisenstraße zwischen Martin-Luther- und Alaunstraße durchfahren können. Gesperrt werden solle auch die Rothenburger Straße im Abschnitt zwischen Böhmischer und Louisenstraße sowie die Görlitzer zischen Sebnitzer und Louisenstraße. Um das Problem mit den Straßenbahnen in den Griff zubekommen, schlägt die Linksjugend vor, langfristig ein Abbiegegleis von der Königsbrücker Straße in den Bischofsweg zu bauen. Damit seien die Äußere Neustadt und die Leipziger Vorstadt weiterhin durch die Linie 13 angebunden.

Auch die Linksjugend befürchtet, dass sich das Problem durch ein Alkoholverbot vom Assi-Eck an andere Orte in der Neustadt verschiebt. "Die Zentrierung der feiernden Menschen auf nur eine Kreuzung führe zu einer Bündelung der Lautstärke, die durch die Sperrung auf die umliegenden Straßen entlastet werden könnte. Mit dem damit verbunden Parkverbot in diesem Bereich könnten die Menschen ihren Abend sehr viel weitläufiger Verbringen.

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"Es sollte nicht nur das Recht auf Feiern, sondern auch auf Schlaf für Anwohnende geben. Wenn sich nicht mehr alle auf einem Punkt am Eck versammeln, sondern verteilen, beugt das Lärmhotspots, Konflikten und auch einer eventuellen Ausbreitung des Coronavirus vor", so Linksjugend-Sprecher Florian Berndt. (SZ/noa)

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