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Lippener überraschen mit ihrer Zamper-Idee

Beim dreifachen Heischegang waren am Sonnabend viele rosa Schweinchen unterwegs.

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Von Jost Schmidtchen

Im Dörferdreieck Drehna-Driewitz-Lippen wird traditionell in jedem Jahr dreimal gezampert. Die Zamperer eines jeden Ortes ziehen jeweils auch durch die beiden anderen Orte, und das an drei Wochenenden hintereinander. Die spendablen Einwohner sehen das humorvoll und freuen sich auf die lustigen Heischegänger. Am Sonnabend waren die Lippener auf Tour. Allerdings kamen sie nicht wie sonst als wilde, bunte Truppe daher, sondern in einheitlichem, rosafarbenen Ferkel- und Schweinchenlook. Das Zampermotto lautete: „Die Lippener Schweine sind los.“ Angela Kubicki, langjährige „Pressereferentin“ der Lippener Zamperer, begründete gegenüber der SZ die Idee: „Wir wollten einmal auf humoristische Weise darauf aufmerksam machen, dass wir nicht gegen die Schweinezuchtanlage am Silo sind, sondern zeigen, dass sich Ferkel und Schweinchen heute schon in Lippen sauwohl fühlen“. Deshalb wurden Umwelt-Schutzanzüge gekauft, rosa bemalt, mit Schweineohren versehen, und die Sauen hatten zusätzlich noch Zitzen angelegt. Die Eber von der Zampermusik Lohsa/Lippen sorgten für stimmungsvolle Klänge.

Leute waren überrascht

Zuerst begaben sich die Zamperer mit ihrem bunten Wagentross, gezogen von Frank Kieschnicks altem Traktor, auf den Weg nach Drehna. Dort staunte man nicht schlecht über die rosa Gäste, die an den Hoftoren klopften. Zum Dank für Eier und Geld erhielten die Spenderinnen einen mit Eierlikör gefüllten Pfannkuchen und die Spender ein scharfes, hochprozentiges Desinfektionswässerchen gegen die Schweinepest. Außerdem gab es zum musikalischen Ständchen der Eber vor jedem Hoftor an der Rotdornallee ein Schweinetänzchen, und Ringelpietz mit Anfassen war dabei ohne Tabu erlaubt. Auch Arbeitsplätze wurden schon mal vergeben: Ausmister für die Ställe wurden gesucht und jede Menge Rucksackbullen. Der erste künstliche Besamer stellte sich am Sonnabend bereits persönlich vor.

Die Zamperstimmung war glänzend, auch in Driewitz, weil die Idee mit den Ferkeln und Schweinchen originell war. Darüber freuten sich die Lippener am Abend beim gemütlichen Ausklang mit gut gewürztem Kesselgulasch am meisten. Einem Investor könne man schließlich auch auf humorvolle Weise den Rücken stärken, so das etwas ungewöhnliche Fazit eines lustigen Zampertages.