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Literatur statt Ferngespräche

Der Verschönerungsverein Tharandt hat auf dem Markt eine Bücherzelle eröffnet - in einer ausgedienten Telefonzelle der Telekom.

Von Thomas Morgenroth
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Joachim Jentzsch, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, an der neuen Bücherzelle in Tharandt.
Joachim Jentzsch, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, an der neuen Bücherzelle in Tharandt. © Karl-Ludwig Oberthuer

Wer sich für die „Geheimnisse der Erde“ interessiert oder für „Die Liebe in Zeiten der Cholera“, kann in Tharandt neuerdings in einer ausrangierten Telefonzelle fündig werden. Allerdings sieht der gläserne Schrank farblich ganz anders aus, als ihn die Telekom einst spritzen ließ. Das firmentypische Magenta wurde grün überstrichen, passend zur Forststadt. Innen befindet sich auch kein Telefon mehr. Stattdessen stehen und liegen Bücher und Zeitschriften auf schmalen Regalen.

Entsprechend dem Inhalt bekam der schlanke Kasten, der am Rande des Marktplatzes neben der Pergola steht, seinen Namen: Tharandter Bücherzelle. Der Verschönerungsverein der Stadt hat sie aufgestellt und beim Pyramidenanschub am Sonnabend vor dem ersten Advent eingeweiht. Lesen, ausleihen, tauschen, und das alles kostenfrei, ist das Ziel der Bücherzelle, die rund um die Uhr geöffnet bleibt.

„Wir wollen dort noch eine Bank aufstellen, damit es ein richtiger Treffpunkt wird“, sagt Vereinsvorsitzender Joachim Jentzsch. Er freut sich, dass der Verschönerungsverein nach Pyramide, Blumenkästen und Schachbrett erneut ein schönes Projekt verwirklichen konnte. „Mit Unterstützung der Stadt“, betont Jentzsch.

Die Telefonzelle hat der Verein für rund 500 Euro bei der Telekom in Berlin gekauft und mittels Transporter nach Tharandt geschafft. Auf einem Privatgrundstück wurde daraus die Bücherzelle, eine Einrichtung, die es bundesweit gibt. Erst jüngst wurde auch eine in Pesterwitz eröffnet. Die Betreuung übernehmen die Vereinsmitglieder, aber auch Buchhändlerin Annaluise Erler, die schräg gegenüber ihr Geschäft hat, will sich darum kümmern.

Der Start, sagt Jentzsch, sei vielverprechend. Die „Geheimnisse der Erde“ fanden zum Beispiel bereits einen Interessenten.