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Lithiumabbau in Zinnwald lohnt sich, aber…

Die Aufbereitung in Altenberg steht infrage. Eine ganz neue Lösung mit weiten Fahrwegen ist in der Debatte.

Die Bielatalhalde bei Altenberg. Kann sie für Lithium-Bergbau genutzt werden oder wird Erz nach Freiberg gefahren?
Die Bielatalhalde bei Altenberg. Kann sie für Lithium-Bergbau genutzt werden oder wird Erz nach Freiberg gefahren? © Archivfoto: E. Kamprath

Für das Lithium-Projekt in Zinnwald liegt jetzt die Machbarkeitsstudie vor, an der die Deutsche Lithium GmbH Jahre gearbeitet hat. Das Papier liefert neue Zahlen.

Zugleich stellen sich ganz andere Fragen.

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Lohnt sich der Lithiumabbau in Zinnwald?

Nach der neuen Studie reicht der Erzvorrat aus, um ein Bergwerk 30 Jahre wirtschaftlich zu betreiben und in dieser Zeit jährlich einen Ertrag von 58,5 Millionen Euro zu erwirtschaften, von dem dann noch die Steuern, Zinsen und Abschreibungen abgezogen werden. Wer dort mit Bergbau beginnen will, muss aber ein Startkapital von 159 Millionen Euro auftreiben, um das Bergwerk, eine Aufbereitung und alles andere, was zum Betrieb erforderlich ist, zu finanzieren. Verkauft werden soll Lithiumfluorid als Hauptprodukt, das in Akkus eingesetzt wird. Dabei fällt als Nebenprodukt Kaliumsulfat an, das an die Düngemittelindustrie verkauft werden soll.

Wer steht hinter dem Lithiumprojekt in Zinnwald?

Die Deutsche Lithium GmbH aus Freiberg, hält die Bergbaulizenz. Sie gehört zur Hälfte dem Solarworld Konzern, der sich in der Insolvenz befindet. Die andere Hälfte gehört der Bacanora Lithium plc, die an der Londoner Börse gelistet ist und ihren Sitz in Kanada hat. Bacanora ist der aktive Partner, sucht jedoch seinerseits einen Investor, der in das Projekt einsteigt. Dafür gibt es Gespräche mit Interessenten, wie Armin Müller, einer der beiden Geschäftsführer der Deutsche Lithium informiert. Gleichzeitig überlegt Bacanora, die Deutsche Lithium an die Börse zu bringen.

Denn Bacanora braucht Geld. Das Unternehmen hat zugleich noch ein Lithium-Projekt in Mexiko in Vorbereitung. Bacanora ist an der Börse derzeit rund 40 Millionen Euro wert. Das ist weniger als die Summe, auf welche die Bergbaurechte des Unternehmens geschätzt werden, aber auch nicht genug für die Summe, die benötigt wird, um beide Bergbauvorhaben in Gang zu bringen. Deswegen braucht Bacanora entweder Geld von der Börse oder Partnern. Der zweite Eigentümer, Solarworld, kann als insolventes Unternehmen das Vorhaben auch nicht vorantreiben. 

© SZ-Grafik Romy Thiel

Beim Einstieg von Bacanora wurde die Option vereinbart, dass die Kanadier bis August 2019 für 30 Millionen Euro den Anteil von Solarworld übernehmen können. Jedoch haben beide Seiten eine Verlängerung bis Februar 2020 ausgehandelt. Wenn Bacanora bis dahin seine Kaufoption nicht ausübt, hat wiederum Solarworld das Recht, die Anteile von Bacanora für einen Euro zu kaufen. Dann hätte der Insolvenzverwalter von Solarworld das Sagen. Seine Aufgabe wäre dann, das Projekt zum höchstmöglichen Preis zu verkaufen. Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) sagt: „Ich würde gerne mit Bacanora als Partner weiter zusammenarbeiten. Wenn es darum ging, die Anforderungen des Unternehmens und die der Stadt als Kurort zu vereinbaren, haben wir immer einvernehmliche Regelungen gefunden.“

Wie wird die Aufbereitung des Erzes organisiert?

Eine Frage stellt sich neu: Wie und wo wird das Erz aufbereitet. Bisher war immer eine Aufbereitung auf dem Gelände des Europarks in Altenberg und eine Weiterverarbeitung in Schwarzheide im Gespräch.

Die Machbarkeitsstudie nennt jetzt eine Aufbereitung in Freiberg als neue Möglichkeit. Das hängt mit den Möglichkeiten zusammen, wie die Deutsche Lithium den Abraum nach der Aufbereitung unterbringen kann. Naheliegend wäre, diesen auf die Bielatalhalde zu bringen. Diese ist ja in den 1960er-Jahren für den Altenberger Bergbau errichtet worden. Außerdem führt bereits unterirdisch der Trübestollen von Altenberg zur Halde. Es müsste also nichts gefahren werden. Jedoch müssen sich noch die Deutsche Lithium und die LMBV als Eigentümerin der Halde einig werden über die Bedingungen.

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Sollte das nicht gelingen, würde die Deutsche Lithium eine Aufbereitung in Freiberg ins Auge fassen und dort auch gleich die chemische Weiterverarbeitung aufbauen. „Für uns wäre das kostenneutral“, sagt Armin Müller. Allerdings würde es mehr Verkehrsbelastung bringen. Wenn nur das aufbereitete Erz abgefahren würde, wäre das ein Lkw pro Stunde. Wenn das Roherz gefahren wird, wären es fünf Lkw pro Stunde, rechnet Müller. Dieses Problem hat Bürgermeister Kirsten vor Kurzem auch mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) besprochen. Es wäre auch im Interesse der Stadt Altenberg, wenn die Aufbereitung mit ihren Arbeitsplätzen vor Ort angesiedelt würde.

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