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Lithiumhaltiges Erz soll im Europark aufbereitet werden

Die Stätte hat Tradition. Und es ist die Vorzugsvariante der Stadt. Doch noch ist nichts entschieden.

Die Stadt Altenberg unterstützt das Vorhaben der Solarworld Solicium GmbH Freiberg, Lithium in Zinnwald zu gewinnen. Das Tochterunternehmen des Solarworld-Konzerns hat die Lagerstätte seit Anfang 2011 erkundet. Die Ergebnisse der Probebohrungen werden im Grunde jeden Tag erwartet. Parallel dazu hat das Unternehmen für den Fall der Fälle das Genehmigungsverfahren vorangetrieben und beim Sächsischen Oberbergamt in Freiberg einen entsprechenden Antrag gestellt. In dem Zusammenhang war auch die Meinung der Stadt Altenberg gefragt. Die Räte hatten sich damit mehrfach beschäftigt und wollen den Bergbau gern wieder mit beleben – allerdings nicht um jeden Preis. Dieser Plan ist anscheinend aufgegangen. Wenn es zu einem Abbau kommen würde, dann offenbar nach der Vorzugsvariante der Altenberger. Darüber informierte Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) jüngst den Stadtrat. Demnach soll das Mundloch, von dem aus der Stollen in Richtung Zinnwald aufgefahren werden soll, am Schwarzen Teich nahe am Langgassenweg sein. Der Abbau soll unter Tage erfolgen. Geplant ist, das Roherz von hier über Förderbänder etc. zur Verarbeitungsanlage ins Gewerbegebiet Europark nach Altenberg zu transportieren. Dorthin, wo bis Anfang der 1990er-Jahre Zinnerz gefördert und aufbereitet wurde. Das taube Gestein, das am Ende übrigbleibt, soll dann zum Teil wieder im Berg verschwinden. Entweder an Ort und Stelle oder auch zum Beispiel in Steinbrüchen als Füllmaterial. Abraum, so war es im Gespräch, könnte auch auf Halde abgelagert werden. Nach derzeitigen Erkenntnissen könnten etwa 50 Arbeitsplätze unter Tage entstehen und noch einmal 25 über Tage. Die Variante Europark hat für Altenberg mindestens zwei Vorteile gegenüber dem Standort an der ehemaligen Grenzzollanlage, über den ebenfalls zu einem früheren Zeitpunkt nachgedacht worden war. Zum einen passt die ganze Aufbereitungsanlage besser am Europark ins Landschaftsbild. Zum anderen werden die Transportwege mithilfe der Fördertechnik eleganter, sodass die Verkehrsbelastung deutlich minimiert wird. Denn es müssen dann schon mal keine Steine-Laster von Zinnwald nach Altenberg zur Aufbereitung rollen. Auch für das beliebte Loipengebiet an der Scharspitze, das in der Nähe des Abbaugebietes liegt, soll es eine Lösung geben. Die Loipe wird so gelegt, dass dort weiter Skifahren möglich ist. „Wir hoffen, dass der Antrag bewilligt wird“, sagte Kirsten. (SZ/ks)

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