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Live-Musik in Coronazeiten

Beim Kultursonntag im Sonnenhof Ossig erhalten junge Talente Auftrittmöglichkeiten. Das soll so weitergehen.

ie Band „Frogs“ stammt aus Hartha. Die jungen Musiker haben schon einige Bühnenerfahrung sammeln können
ie Band „Frogs“ stammt aus Hartha. Die jungen Musiker haben schon einige Bühnenerfahrung sammeln können © Lars Halbauer

Von Pia Wittrin

Ossig. Dennis Zschaage begleitet sich selbst auf dem Klavier. „Wenn ich singe, schreie ich meine Seele aus dem Hals“, sagt der 22-Jährige. „Ich hab irgendwann mit fünf mit Musik angefangen“, meint er. In die Musikschule ging er nur zwei oder drei Jahre. Den Rest habe er sich selbst beigebracht. Auch seine Schwester Amy Cara liebt die Musik. „Musik verbindet Menschen. Außerdem kann man so viel mit ihr ausdrücken“, sagt die fünfzehnjährige Schülerin. 

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Die Hobby-Sängerin konnte schon einige Bühnenerfahrung sammeln. Trotzdem ist der Auftritt im Sonnenhof Ossig für die Geschwister eine Premiere: Dennis hat seinen ersten Auftritt vor richtigem Publikum und seine Schwester begleitet sich zum ersten Mal selbst auf dem Klavier. Das Klavierspielen habe sie sich ein wenig von ihrem großen Bruder abgeguckt. Außerdem kann sie Gitarre spielen. Auf der Bühne im Sonnenhof musizierten die zwei Geschwister nicht nur einzeln, sondern auch miteinander. Unter anderem singen sie „Can You Feel The Love Tonight“ von Elton John zweistimmig. Ob die Musik in der Zukunft zum Beruf wird, ist unklar. Amy Cara will nach ihrem Abschluss eine Ausbildung zur Töpferin machen. Ihr Bruder ist Koch. Dennoch: „Die Hoffnung besteht immer“, sagen die beiden. 

Mit zwei Gitarren, einem Schlagzeug und Gesang verschafft sich die Schülerband „Frogs“ aus Hartha Aufmerksamkeit. Seit September 2018 musizieren die jungen Leute zusammen. Der Bandname leitet sich aus dem Beinamen „Frosch-Hartha“ ihrer Heimatstadt ab. Früher sei wohl dort ein Sumpfgebiet gewesen, meint Lucas Kaack. Er spielt mit Tobias Rückewoldt Gitarre. Die Sängerin Juli Schützel und die beiden Jungs kennen sich schon seit der Grundschule. Jetzt gehen die drei in die 9. Klasse auf Gymnasium und Oberschule. Am Schlagzeug sitzt Marie Thomas. Sie ist 17 Jahre alt und macht eine Ausbildung. Zur Band ist sie erst später gestoßen. Die vier Jugendlichen sind bereits zu vielen Anlässen aufgetreten. „Wir haben schon auf einer Hochzeit und bei Geburtstagen gespielt“, sagt Sängerin Juli. Eigentlich hätten die Jugendlichen auf Stadtfesten und Dorffeiern musiziert. „Das fällt aber leider wegen Corona aus“, meint Tobias.

Die „Frogs“ konzentrieren sich auf rockigere Lieder. Sie spielten zum Beispiel „Es tut mir leid Pocahontas“ von der Band AnnenMayKantereit. Doch sie wollen nicht nur Lieder von bekannten Bands übernehmen: „Wir sind dabei, eigene Lieder zu texten“, sagt Juli. Zur Zeit sind die „Frogs“ auf der Suche nach einem Bassisten.

Das Geschwisterpaar Dennis und Amy Cara Zschaage (kleines Bild) stand auch zusammen auf der Bühne.
Das Geschwisterpaar Dennis und Amy Cara Zschaage (kleines Bild) stand auch zusammen auf der Bühne. © Lars Halbauer

Unterstützt werden die jungen Musiker von Roland Taffel vom Mittelsächsischen Jugend- und Kulturverein. Für ihn ist es unheimlich wichtig, dass Nachwuchstalente die Möglichkeit haben, aufzutreten. „Sie lernen Selbstbewusstsein und Kommunikation“, meint Taffel. Das kann Sängerin Juli Schützel bestätigen. Sie habe durch die Routine gelernt, frei zu sprechen. „Außerdem ist es wichtig, dass die jungen Leute merken, dass Musik machen auch anstrengend sein kann“, sagt Taffel. Dennoch darf die Freude am Musizieren nicht vergessen werden: „Spaß ist mit das Wichtigste“, meint Taffel. Für ihn ist Musik eines seiner „Standbeine“. So organisiert Taffel, der im Berufsleben Lehrer ist, auch Jugendfahrten bis nach Schweden, Spanien und Kroatien, bei denen Jugendliche zusammen musizieren können.

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