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Wie sich Dynamo nach dem 0:4 aufrichten will

Das Ergebnis ist ernüchternd, aber der Trainer gibt im Kampf um den Klassenerhalt nicht auf. Erste Reaktionen und der Liveticker zum Nachlesen.

Erschöpft, enttäuscht, ernüchtert: Kevin Ehlers (l.) und Jannik Müller sind nach Dynamos 0:4-Klatsche in Bielefeld konsterniert.
Erschöpft, enttäuscht, ernüchtert: Kevin Ehlers (l.) und Jannik Müller sind nach Dynamos 0:4-Klatsche in Bielefeld konsterniert. © dpa-POOL/Friso Gentsch

Bielefeld. Die Gemütslage könnte kaum unterschiedlicher sein. Uwe Neuhaus spricht von einem "perfekten Tag". Zum Aufstieg in die Bundesliga will sich der Trainer von Arminia Bielefeld zwar noch nicht gratulieren lassen, sagt aber: "Wer jetzt noch daran zweifelt, den schmeiße ich raus." Nach dem 4:0-Sieg gegen Dynamo Dresden haben die Ostwestfalen drei Spieltage vor Schluss neun Punkte und 18 Tore Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Ganz anders die Lage bei den Dresdnern, die seit Monaten ernst ist und zunehmend hoffnungslos wird. Es ist nicht nur die Niederlage an sich, sondern auch die Höhe. Trotzdem sagt der Trainer: "Wir werden den Kampfanzug anziehen - und dann geht´s los."

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Markus Kauczinski bei Sky zum Spiel: "Dass die Arminia zu Recht an der Tabellenspitze steht, wissen wir. Dann hatten wir nicht die Kraft und Energie, nach einem 0:2 noch mal wiederzukommen. Dafür ist das Programm zu beschissen in letzter Zeit. Woher soll man die Kraft hernehmen, daran zu glauben, wir schießen jetzt noch zwei, drei Tore. Wir hatten es bis dahin ordentlich gemacht, zwei, drei Möglichkeiten. Da muss ich die Mannschaft in Schutz nehmen."

Und zu den Aussichten im Abstiegskampf:

"Wir werden alles versuchen. Uns wurde das aufgebürdet. Wir sind nun mal die, die den Preis bezahlen. Mir tun die Jungs leid. Sie stehen auf, versuchen immer wieder, gegen Widrigkeiten anzukämpfen. Wir werden das Beste versuchen, der Glaube ist wichtig. Wir werden wieder aufstehen. Im Moment fällt es aber schwer, hier in die Hände zu klatschen."

Jetzt gehe es darum, sich aufzurichten, die Verletzten zu zählen und zu wissen, man hat Endspiele. "Es ist jetzt nicht die Zeit für Parolen. Ich glaube gar nichts, das hilft nicht. Aber in mir steckt Kampfgeist. Wir werden dafür leben und kämpfen, die kleine Chance zu nutzen."

Die Enttäuschung ist groß bei Marco Hartmann (M) und den anderen Dresdnern nach der 0:4-Klatsche bei Arminia Bielefeld.
Die Enttäuschung ist groß bei Marco Hartmann (M) und den anderen Dresdnern nach der 0:4-Klatsche bei Arminia Bielefeld. © dpa-POOL

Schluss. Der Schiedsrichter macht pünktlich Feierabend. Bielefeld hat nun neun Punkte und 18 Tore Vorsprung auf den Relegationsplatz, ist drei Spieltage vor Schluss de facto in die Bundesliga  aufgestiegen. Dynamo hat dagegen als Tabellenletzter fünf Punkte Rückstand auf die Chance zum Klassenerhalt.

88. Minute: Und dann geht doch noch einer rein. Soukou macht das 4:0 für Bielefeld.

85. Minute: Positiv auf jeden Fall: Die Dresdner lassen sich nicht hängen, kämpfen weiter leidenschaftlich. Was fehlt, ist die offensive Durchschlagskraft und die Effizienz vor beiden Toren. Bielefeld hat nicht viel mehr Chancen, macht aber drei Treffer, Dynamo nutzt die wenigen Möglichkeiten nicht, die der Spitzenreiter und künftige Bundesligist lässt.

80. Minute: Doppelwechsel bei Dynamo. Müller kommt für Ballas, Königsdörffer für Schmidt. Jetzt geht es auch darum, ein paar Körner zu sparen.

73. Minute: Hartmann für Petrak - und die Aufforderung an Kauczinski an das Team: "Weiter, weiter - kommt, Jungs!"

70. Minute: Nach Eingabe von Hamalainen bringt Schmidt den ball aufs Tor, aber Ortega pariert. Zuvor kamen bei Dynamo Horvath und Klingenburg für Husbauer und Nikolaou, der nach der fünften Gelben Karte für das Spiel am Donnerstag in Kiel gesperrt ist.

68. Minute: Dieser Doppelschlag ist der K. o für Dynamo. Was macht das jetzt mit der Mannschaft, kann sie sich noch mal aufrappeln, zumindest weiter gegenhalten? Die Tordifferenz ist so schlecht, dass man sie kaum noch verderben kann. Aber eine Klatsche wäre Gift für den Kopf. Am Donnerstag geht es in Kiel weiter.

62. Minute: Da ist das 0:2. Dynamo kann defensiv nicht klären, Voglsammer nutzt die Chance gnadenlos - und Klos legt das 3:0 für Bielefeld in der 65. Minute nach.

61. Minute: Ein Schuss von Husbauer wird geblockt. Das ist nicht zwingend genug. So wird das nichts mit dem Tor.

58. Minute: Klos steigt Broll auf den Fuß - keine Absicht, aber schmerzhaft. Dynamos Torwart kann den Abstoß ausführen. Nichts passiert. Das gilt auch für die Offensivbemühungen - auf beiden Seiten.

Patrick Schmidt gewinnt dieses Kopfballduell, aber noch hat Dynamo nicht getroffen.
Patrick Schmidt gewinnt dieses Kopfballduell, aber noch hat Dynamo nicht getroffen. © dpa-POOL

53. Minute: Weil es vorher Diskussionen gab: Schiedsrichter Pfeifer, der aus Hameln nur rund 80 Kilometer entfernt von Bielefeld stammt, macht bisher eine tadellose Partie.

51. Minute: Es geht ohne große Höhepunkte weiter. Dynamo muss das Risiko erhöhen, aber wann ist dafür der richtige Zeitpunkt?

46. Minute: Zunächst keine personellen Wechsel.

Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Bielefeld hat im Jahr 2020 noch nicht verloren. Je länger eine Serie dauert, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie reißt. Doch erst einmal bräuchte Dynamo den Ausgleich.

Pause. Wie reagiert der Trainer auf den Rückstand? Für den Angriff hätte Kauczinski noch den unbekümmerten Königsdörffer, auf Außen könnte er den dribbelstarken Horvath bringen. Oder vertraut er weiter komplett der Mannschaft, die sich in dieses Spiel gekämpft hat?

45. Minute: Klos kommt nach Ecke zum Kopfball - knapp vorbei. Das hätte der K. o. sein können. So bleibt Dynamo im Spiel.

Die Chance für Dynamo-Stürmer Patrick Schmidt, aber Bielefelds Torwart Stefan Ortega (M.) hält den Ball sicher. vor Dresdens Patrick Schmidt (r).
Die Chance für Dynamo-Stürmer Patrick Schmidt, aber Bielefelds Torwart Stefan Ortega (M.) hält den Ball sicher. vor Dresdens Patrick Schmidt (r). © dpa-POOL/Friso Gentsch

42. Minute: Terrazzino versucht es aus der Distanz - drüber. Dynamo gibt nicht kleinbei.

40. Minute: Freistoß für die Arminia. Brunner im Nachschuss - weit drüber. Vogelsammer versucht es in der nächsten Szene mit einem Schlenzer - deutlich vorbei.

32. Minute: Riesending für Dynamo: Wahlqvist ist auf rechts durch, Ortega macht die kurze Ecke auf - aber der Schwede sieht das nicht, seine Flanke findet keinen Abnehmer. Schade drum.

30. Minute: Dynamo hat einmal Platz auf rechts, aber das Zuspiel von Wahlqvist auf Schmidt ist schlecht, Bielefeld fängt den Ball ab.

22. Minute: Erste Chance für Dynamo. Vorher heftiges Foul an Nikolaou, Clauss sieht die Gelbe Karte. Nach dem anschließenden Freistoß hat Schmidt die Möglichkeit aus Nahdistanz, trifft den Ball aber nicht voll - Ortega im Tor der Arminia hat ihn sicher.

20. Minute: Dynamo traut sich mehr, aber die erste Ecke bringt keine Gefahr, weil Bielefeld in der Luft die Hoheit hat.

Dynamo-Torwart musste bereits einmal hinter sich greifen, aber die Dresdner wehren sich in Bielefeld.
Dynamo-Torwart musste bereits einmal hinter sich greifen, aber die Dresdner wehren sich in Bielefeld. © dpa-POOL

15. Minute: Wie reagieren die Schwarz-Gelben? Bisher kommen sie nicht in die Partie. Das ist zu abwartend, zu zögerlich, um den souveränen Spitzenreiter irgendwie zu beeindrucken. Bielefeld hat wenig Mühe, das Geschehen zu kontrollieren.

10. Minute: Dynamo liegt mit 0:1 zurück. Nach dem Traumpass von Hartel trifft Clauss mit einem Lupfer über Torwart Broll. 

6. Minute: Noch nichts passiert - auch nach der ersten Ecke für Bielefeld nicht. Die Gastgeber bestimmen den Spiel-Rhythmus, bisher ohne großes Tempo.

Dynamo mit Angreifer Alexander Jeremejeff (l.) im Zweikampf mit Bielefelds Amos Pieper findet offensiv bisher kaum statt.
Dynamo mit Angreifer Alexander Jeremejeff (l.) im Zweikampf mit Bielefelds Amos Pieper findet offensiv bisher kaum statt. © PICTURE POINT

Anstoß. Es regnet in Bielefeld.

20.23 Uhr: Kauczinski im Sky-Interview zur Alles-oder-Nichts-Situation: "Wir wären schlecht beraten, die Nerven zu verlieren. Bielefeld ist eine Top-Mannschaft. Wir müssen unsere Mittel einsetzen, gut verteidigen, aber auch besser nach vorn spielen, um uns Chancen zu kreieren." Zu Makienok: "Er hat noch mal Schläge drauf bekommen. Es ist nichts kaputt, aber die zwei Tage haben einfach nicht gereicht, um fit zu werden."

20.16 Uhr: Brinkmann zu Dynamo: "Die Mannschaft ist ohne Frage sportlich limitiert, das hat die Saison gezeigt. Aber fakt ist, kämpfen kann dieser Verein, das hat er in der Historie schon oft gezeigt - und das müssen die Jungs jetzt beweisen." Zu seiner Zeit in Dresden: "Das war ein unfassbar wertvolles Jahr."

20.14 Uhr: Noch gut eine Viertelstunde. Als Experte bei Sky begleitet ein alter Bekannter die Partie. Ansgar Brinkmann hat 2005 zwei Halbserien für Dynamo gespielt, insgesamt 29-mal in der zweiten Liga. Peter Pacult als Trainer sortierte den "weißen Brasilianer" dann jedoch aus. Mit Bielefeld hat Brinkmann 2002 den Aufstieg in die Bundesliga geschafft und 30-mal im Oberhaus gespielt. 

20.07 Uhr: Der Sky-Reporter hat doch einen Fakt gefunden, der für Dynamo spricht in diesem ungleichen Duell: Von den letzten acht Duellen, die die Dresdner gegen einen Tabellenführer gespielt haben, konnten sie vier gewinnen. Wie heißt es so schön? Die Chancen stehen fifty-fifty.

19.53 Uhr: Noch mal genau drüber geschaut: Es sind tatsächlich wieder sechs Wechsel im Vergleich zur der Elf, die gegen den HSV begonnen hatte. Nur Torwart Broll, die Innenverteidiger Ehlers und Ballas, sowie Nikolaou und Schmidt sind auch in Bielefeld von Anfang an dabei.

19.41 Uhr: Beim Blick auf die Ersatzbank fällt auf: Simon Makienok fehlt. Der 2,01 Meter große Däne hatte bereits vor der Partie gegen den Hamburger SV über Probleme mit dem Sprunggelenk geklagt, aber durchgehalten. Nun braucht er eine Pause, ist in Dresden geblieben. In Reserve hat Trainer Markus Kauczinski:

Patrick Wiegers fürs Tor sowie Marco Hartmann, Niklas Kreuzer, Chris Löwe, Ransford-Yeboah Königsdörffer, Jannik Müller, Patrick Ebert, Sascha Horvath, René Klingenburg.

19.35 Uhr. Die personelle Lage hatte sich zuletzt entspannt, mit Burnic, Donyoh und Justin Löwe fehlen Dynamo derzeit nur noch drei Spieler. Zum ersten Mal seit dem Neustart nach der Corona-Pause beginnen die Tschechen Ondrej Petrak und Josef Husbauer gemeinsam. Im Sturm setzt Kauczinski zunächst auf Alexander Jeremejeff.

Das ist Dynamos Startelf:

Broll - Wahlqvist, Ehlers, Ballas, Hamalainen - Petrak, Nikolaou - Schmidt, Husbauer, Terrazzino - Jeremejeff.

Kauczinski will den Druck nicht noch zusätzlich erhöhen. Und er betont das Positive. Die Mannschaft sei in den vergangenen Tagen und Wochen noch enger zusammengerückt. Das große Ziel, den Klassenerhalt trotz aller widrigen Umstände doch noch irgendwie zu schaffen, sorgt für Zusammenhalt und auch Motivation. "Wenn einer nicht mehr kann, kommt eben der Nächste", sagt der Trainer. In gut 55 Minuten geht es los.

19.22 Uhr: Dynamo ist im Stadion, in wenigen Minuten wird es die Aufstellung geben. Im Saison-Endspurt komme es nicht auf Haltungsnoten an, betont Markus Kauczinski vor der Partie bei Spitzenreiter Arminia Bielefeld. Soll heißen: Auch ein dreckiger, schwer erkämpfter, selbst ein unverdienter Sieg bringt drei Punkte. Und die braucht Dynamo jetzt dringender denn je. "Gut verteidigt, guter Torwart und hier und da ein Quäntchen Glück" - was gegen den Hamburger SV am Freitagabend 84 Minuten lang funktionierte, bis der neue Tabellenzweite dann doch das entscheidende Tor schoss, soll nun Bielefeld idealerweise bis zum Schlusspfiff klappen. Plus die beim 3:2-Sieg in Wiesbaden gezeigte Effektivität im Angriff ...

18.45 Uhr: Optimistisch wie zuvor auch ist Markus Kauczinski mit der Mannschaft nach Bielefeld geflogen. "Weil Fußball immer Fußball ist. Wir freuen uns auf die Spiele", sagt Dynamos Trainer. "Wir haben gesehen, dass wir konkurrenzfähig sind - auch gegen eine Spitzenmannschaft. Ob zu Hause oder auswärts, das spielt gerade nicht die große Rolle. Es ist immer leer, es ist immer leise. Deswegen juckt das nicht."

Was ihn und das Team nach der unglücklichen Niederlage gegen den Hamburger SV am Freitag aufgerichtet und sogar beflügelt hat, wie er berichtet: "Die Fans, die nach dem Spiel am Stadion standen und uns gefeiert haben für das Herz und die Leidenschaft, die wir gezeigt hatten. Das ist ein unheimlicher Antrieb bei aller Belastung, eine unheimliche Motivation, über sich hinauszuwachsen."

Anstoß vor leeren Rängen in der Schüco-Arena in Bielefeld ist 20.30 Uhr.

Fürs große Stühlerücken bei Dynamo Dresden ist es noch zu früh, die Chance auf den Klassenerhalt weiter intakt. Doch die Lage hat sich zugespitzt. Chris Löwe, hier am Stuhl, entgegnet: "Mir egal, ich bin bereit!"
Fürs große Stühlerücken bei Dynamo Dresden ist es noch zu früh, die Chance auf den Klassenerhalt weiter intakt. Doch die Lage hat sich zugespitzt. Chris Löwe, hier am Stuhl, entgegnet: "Mir egal, ich bin bereit!" © dpa-POOL/Robert Michael

18.15 Uhr: Es ist das Wiedersehen mit Dynamos Ex-Trainer Uwe Neuhaus ("Ich habe ja nichts gegen Dynamo Dresden"), der mit Arminia Bielefeld kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga steht. Wenn die Ostwestfalen heute gewinnen, wären sie drei Spieltage vor Schluss de facto durch: bei neun Punkten Vorsprung und der um mindestens 15 Treffer besseren Tordifferenz im Vergleich zum VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz. "Die letzten Schritte sind bekanntermaßen besonders schwierig", sagt Neuhaus.

Der 60-Jährige betont auch, dass er Dynamos Programm mit dem nun sechsten Spiel in 16 Tagen nicht gespielt haben will. "Das ist eine schwierige Situation für Dynamo Dresden, ich möchte nicht tauschen." Seinem Kollegen zollt er Respekt: "Ich finde, dass es Markus Kauczinski sehr klug, sehr gut gemacht hat, die Einsatzzeiten zu verteilen, damit fast alle einen Wochen-Rhythmus haben." Deshalb gehe er davon aus, auf einen Gegner zu treffen, "der auf Biegen und Brechen verteidigt, aber auch seine Möglichkeiten sucht, nach vorne zu spielen".

Vor dem Hinspiel am 26. Oktober in Dresden hatte Ex-Trainer Uwe Neuhaus noch gesagt, Dynamos Lage sei nicht sein Problem. Diesmal äußert er sich anders zur schwierigen Situation.
Vor dem Hinspiel am 26. Oktober in Dresden hatte Ex-Trainer Uwe Neuhaus noch gesagt, Dynamos Lage sei nicht sein Problem. Diesmal äußert er sich anders zur schwierigen Situation. © Lutz Hentschel

16. 45 Uhr: Den ersten Aufreger gibt es bereits vor Dynamos Spiel bei Arminia Bielefeld, Anstoß 20.30 Uhr, zumindest in den sozialen Netzwerken. Zuletzt hatten sich die Dresdner gegen Fürth (Elfmeter nicht gegeben) und den Hamburger SV (Foul ungeahndet, Abpfiff in der Flanke) vom Schiedsrichter benachteiligt gefühlt. Heute Abend pfeift Johann Pfeifer. Der 36-Jährige, der Immobilienwirtschaft studiert, hatte in seinen bislang erst ein Spiel der SGD gepfiffen: beim 0:2 gegen Holstein Kiel am 9. Dezember 2018.

An diesem Erlebnis liegt es jedoch nicht, dass einige Fans die Personalie in den sozialen Netzwerken kritisieren. Vielmehr am Herkunftsort: Pfeifer stammt aus Hameln, was nicht mal 80 Kilometer von Bielefeld entfernt liegt. "Wir sagen dazu mal lieber nüscht", kommentiert einer bei Twitter - und ein anderer verlangt, das in einem der nächsten Spiele Alexander Sather pfeifen soll. Der stammt aus Grimma, die Entfernung würde also passen. Allerdings liegt Hameln nicht in Nordrhein-Westfalen, sondern Niedersachsen. Der Unparteiische heute Abend kommt also aus nicht aus dem gleichen Bundesland wie der Gastgeber.

Dynamos Lage hat sich indes durch die Siege der direkten Konkurrenten im Abstiegskampf noch einmal zugespitzt. Der Rückstand auf den Relegationsplatz ist wieder auf fünf Punkte angewachsen. Müsste man jetzt eine Prognose wagen, es würde mehr gegen als für Dynamo sprechen. Kauczinski ficht das nicht an. "Auch wenn Wehen und Karlsruhe gewonnen haben - alles in Reichweite", meint er. Und wiederholt, was er in den vergangenen Tagen schon öfters gesagt hat. Dass im Fußball alles möglich ist und am Ende immer nur Kleinigkeiten entscheiden.

Aber lässt sich so ein Kraftakt wie gegen den Hamburger SV nur drei Tage später überhaupt wiederholen? "Doch, das ist möglich. Das kann man wiederholen, sogar viermal", betont Kauczinski. Er meint das bezogen auf die vier noch ausstehenden Partien, also in Bielefeld, Kiel und Sandhausen sowie zum Abschluss dann das Heimspiel gegen Osnabrück. Das Restprogramm der anderen Abstiegskandidaten ist in etwa vergleichbar, Dynamo gerät zunehmend unter Zugzwang.

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Markus Kauczinski fordert nach dem 0:1 gegen den Hamburger SV, die Mannschaft müsse sich steigern. Dabei weiß er am besten, warum das schwierig wird.

Diese Chance, das Wunder zu vollbringen, kann und soll ungeahnte Kräfte freisetzen. Darauf hoffen sie bei Dynamo jetzt, am besten schon heute Abend in Bielefeld. "Ob dann ein Punkt reicht oder nicht? Wir wissen, dass wir gewinnen müssen", sagt der Trainer.

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