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Lockt ein Citymanager mehr Leute in die Stadt?

Dazu gab es jetzt eine Expertenrunde. Nun könnten Taten folgen. Doch die Löbauer müssen am Ball bleiben.

© Rafael Sampedro

Von Gabriel Wandt

Löbau. Die Diskussion um einen Profi, der sich mit den Löbauern gemeinsam um eine attraktive Innenstadt kümmern soll, nimmt erkennbar an Fahrt auf. Wie jetzt bekannt wird, hat es in den vergangenen Wochen mehrfach Gespräche hinter verschlossenen Türen zu diesem Thema gegeben. Diese Woche schließlich haben sich Händler, Unternehmer, Vertreter von Stadt, Handelsverband, IHK und weitere Experten von außerhalb in der Blumenhalle getroffen, um über das Einsetzen eines Citymanagers für Löbau zu sprechen.

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Das Fazit der Beteiligten fällt positiv aus: Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) hat am Donnerstag gegenüber der SZ sein Interesse bekundet, einen solchen Citymanager zu installieren. Es gehe lediglich um die Frage, wie man dieses Vorhaben anpacke, sagte er. Über einen hauptamtlichen Stadtvermarkter wird in Löbau schon seit mehreren Jahren immer wieder einmal gesprochen, doch wirklich konkret sind die Initiativen nie geworden. Das änderte sich dieses Jahr, als aus mehreren Gesprächsrunden engagierter Löbauer ein mögliches Konzept für einen Dispatcher genannten Koordinator in der Stadt die Runde machte. Und auch in Zittau hat die parallel laufende Diskussion um einen Citymanager Fahrt aufgenommen: Der dortige Stadtrat hat vorige Woche bereits in einem Beschluss seinen Willen für eine solche Position bekundet. Dort maßgeblich mit im Boot: Matthias Schwarzbach, zuständiger Ansprechpartner der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Zittau. Ihm liegen die Innenstädte sehr am Herzen, betont er. Er habe Städtebau studiert und wisse, dass Städte nur leben können, wenn die Innenstadt funktioniere. In Zittau, Löbau und anderswo müsse dringend verhindert werden, dass der Einzelhandel im Stadtkern sterbe. Nur, wenn es dem Herzen gutgehe, funktioniere auch die Peripherie einer Stadt, ist Schwarzbach überzeugt.

OB Buchholz und er haben die jüngste Gesprächsrunde für Löbau initiiert, und auch Schwarzbach zieht ein positives Fazit. Gleichzeitig betont er, dass in Löbau von einem Citymanager niemand Wunder erwarten dürfe. Vor allem dürfe das Engagement der Ehrenamtlichen nicht nachlassen. Niemand dürfe sich zurücklehnen und glauben, dass ein solcher Koordinator nun die Arbeit übernehme. 85 Prozent des Engagements müssten weiterhin von den Akteuren in der Stadt kommen, ist der IHK- Mann überzeugt. Der Citymanager könne dann 15 Prozent obendrauf tun und dafür sorgen, dass verschiedene Ideen richtig gebündelt zum Erfolg führten. Er ist froh, dass nach Zittau nun auch in Löbau die Gespräche an Fahrt aufgenommen haben und bietet seitens der IHK weitere Begleitung in diesem Bereich an, wie er sie auch für andere Städte für wichtig erachtet. Als Beispiel führt Schwarzbach den Marktplatz seiner Heimatstadt Ostritz an. Der sei – bis auf den Markttag einmal die Woche – praktisch tot, dort finde ansonsten so gut wie kein Leben mehr statt. Dass dies weitere Städte in der südlichen Oberlausitz ebenfalls treffen könnte, gelte es unbedingt zu verhindern. Und Schwarzbach plädiert dafür, einen Citymanager nicht bei der Stadt anzusiedeln, sondern bei der Händlerschaft. Damit decken sich seine Vorstellungen mit den Überlegungen, die es bereits in der Löbauer Werbegemeinschaft gibt und die aus den Dispatcher-Runden schon zu einem ersten Konzept gereift sind.

Wenn die Löbauer Händler, Firmen und Partner wie Wobau, Stadtwerke oder Sparkasse die City-Manager-Idee mittragen, könne sie erfolgreich sein, ist Schwarzbach überzeugt. Aus der Stadt und den Händlern selbst aber müsse ihr eigener Beitrag zum Erfolg kommen: Einkaufserlebnisse für die Kunden zu organisieren, attraktive und flexible Angebote für Kunden zu bereiten und mit Beratung zu punkten. Dann könnten auch kleine Geschäfte mit dem Onlinehandel konkurrieren: Etwa, indem sie nicht alle Artikel vorrätig haben müssten, aber schnell bestellen und per Fahrradkurier sogar zum Kunden bringen könnten.