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Löbau hofft auf die Hess-Nachfolger

OB Buchholz verbreitet Hoffnung: Ein Vor-Ort-Termin war vielversprechend. Entstehen bald neue Arbeitsplätze?

Von Gabriel Wandt

Vor wenigen Tagen hat es auf dem Gelände der früheren Hess Lichttechnik einen Vor-Ort-Termin mit der ostsächsischen Sparkasse, potenziellen Investoren und Vertretern der Stadt Löbau gegeben. Darüber informierte Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz die Stadträte. Er verbreitete dabei viel Optimismus, dass die laufenden Gespräche zu einem positiven Abschluss gebracht werden können. Ähnlich hatte sich dieser Tage der Immobilienmakler geäußert, der an den Verhandlungen beteiligt ist. Nach Darstellung von Buchholz ist die Lage keineswegs aussichtslos, im Gegenteil. Gut ein halbes Jahr, nachdem bei dem Leuchtenbauer die Produktion ausgelaufen war, gibt es mehrere Firmen, die das Gelände weiter nutzen wollen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Das Gewerbegrundstück ist voll erschlossen, die Gebäude darauf sind gut nutzbar, das Areal liegt mitten in einem funktionierenden Gewerbegebiet, mit der neuen Trasse der B 178 ist die Straßenanbindung sehr gut. Es sei keineswegs so, dass niemand hierher wolle, erklärte der OB: „Das ist eigentlich ein Filetstück.“ Und bei der Besichtigung des Geländes ist offenbar viel Konkretes besprochen worden. Beispielsweise könnte es sein, dass eine der Hallen abgerissen werden muss, um einem Neubau zu weichen. Ein potenzieller Investor braucht demnach deutlich mehr Höhe für seine geplante Produktion, die er in Löbau aufnehmen will. Auch eine Teilung des Geländes ist besprochen worden. Die hatte auch der Immobilienmakler als Option genannt. „Wenn sich diese Firmen hier ansiedeln, wäre das ein Riesenerfolg“, erklärte das Stadtoberhaupt. „Ich hoffe, dass die Ansiedlung gelingt.“

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Im Herbst hatten die Insolvenzverwalter mit der Suche nach Nutzern für das Löbauer Grundstück zu suchen begonnen. Zuvor hatte es eine Auktion gegeben, bei der in den Hallen befindliche Gegenstände wie Maschinen, Büroeinrichtung und Weiteres versteigert worden waren. Eine sechsstellige Summe war dabei zustande gekommen. Anfang 2014, nur kurz nach dem Börsenstart der Hess AG, musste das Mutterunternehmen des Löbauer Standorts Insolvenz anmelden. Das hatte drastische Auswirkungen auf die Hess Lichttechnik, für die im Sommer 2013 das Aus kam. Die Nachfolgefirma Hess Licht + Form GmbH macht nach eigenen Angaben wieder Gewinn, wie bekannt wurde. Der frühere Familienbetrieb war nach der Insolvenz vom Industrielampen-Produzenten Nordeon übernommen worden.

Welche Unternehmen nun am Löbauer Standort weiterproduzieren wollen, ist öffentlich noch nicht bekannt. Durchgesickert war, dass eines eine Firma aus Dresden sei, die für ihre Arbeit viel Energie benötige. Ein zweiter Bewerber besitzt offenbar eine Niederlassung in Polen, die er nach Löbau verlegen könnte, wenn er sich für Ostsachsen entscheidet.