merken
PLUS

Löbau ist Rasern auf der Spur

Früher blitzte Görlitz hier, doch jetzt machen es die Löbauer selber. Die Art und Weise ärgert viele.

Von Susan Ehrlich

Im sozialen Netzwerk Facebook kann man es fast täglich lesen: „Zwischen Lauba und Lawalde gibt es teure Fotos“ oder „Achtung, es blitzt an der Turnhalle Großschweidnitz“ und im Radio war von einem Gerät die Rede, das am Ortsausgang Löbau in Richtung Görlitz auf der B 6 Geschwindigkeiten misst. Bei Letzterem hat es sich wohl um eine Aktion der Polizei gehandelt, die auch andernorts Geschwindigkeitskontrollen vornimmt. Doch oft ist – gerade in Lawalde und Großschweidnitz – von einem blauen Golf die Rede, aus dem es blitzt, wenn jemand zu schnell unterwegs ist. Bei dem handelt es sich um ein Fahrzeug der Stadt Löbau. Stadtsprecherin Eva Mentele bestätigt das. „Doch es ist nicht immer ein blauer Golf“, sagt sie: „Es kommen verschiedene Fahrzeuge zum Einsatz.“

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Erst seit Kurzem blitzt die Stadt selbst. „Seit Juni 2010 hatte Löbau eine Zweckvereinbarung mit der Stadt Görlitz, die damit die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten übertragen bekam“, sagt Mentele. Auch die Nachermittlungen haben in den Händen der Görlitzer gelegen. „Diese Vereinbarung wurde mit Beschluss des Löbauer Stadtrates vom 8. Mai dieses Jahres gekündigt.“ Nun habe Löbau diese Aufgaben übernommen und ist auch für Nachermittlungen zuständig.

Bei der Handhabung der Geschwindigkeitsmessungen scheiden sich allerdings die Geister. „Wenn tagelang nacheinander immer an der gleichen Stelle geblitzt wird, ist das aus meiner Sicht fast schon Wegelagerei“, sagt eine junge Frau, die wegen ihrer Arbeit jeden Tag durch Lauba muss. „Erwischt hat es mich noch nicht“, sagt sie. Auch habe sie nicht das Gefühl, dass hier viele Raser unterwegs sind. Verständnis habe sie ja für das Blitzen. „Aber bitte dort, wo wirklich Gefahrenquellen sind, wie an Schulen, Kindergärten oder so.“

Dass die Stadt auch dort Ausschau nach unvernünftigen Kraftfahrern hält, beweisen die Einträge auf einer Gruppen-Seite bei Facebook. Am 6. Juni hieß es da , dass der „Blitzermarathon“ in Lauba weitergehe. „Ab sofort am Kindergarten – der blaue Golf mit seiner schönen Fotoausrüstung“, schrieb ein Nutzer. Und auch an der Turnhalle in Großschweidnitz hat die Stadt nun immer mal ein Auge auf Verkehrssünder.

Eva Mentele bekräftigt dies: „Bei den Standorten der Geschwindigkeitskontrollen nutzt die Stadt die Erfahrungen der bisherigen Standorte, und es werden weitere Schwerpunkte im verkehrsberuhigten Bereich und an Schulen hinzukommen.“ Inwiefern sich die Aktionen auf den Straßen für die Stadt finanziell niederschlagen werden, kann Mentele nicht sagen. „Wir haben diese Aufgabe erst vor etwa vier Wochen übernommen.“ Erst müsse man nun Erfahrungen zu dieser gesamten Problematik selbst sammeln.