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Was tun gegen Löbaus kahle Stellen?

Der Stadtwald zeigt an vielen Stellen arge Lücken. Erste Maßnahmen dagegen sind jetzt angekündigt. So manches ist aber auch noch geheim.

Patrick Wollner war einer der Arbeiter, die im Löbauer Stadtwald seit vergangenem Herbst für Ordnung sorgen. Jetzt geht's ans Aufforsten.
Patrick Wollner war einer der Arbeiter, die im Löbauer Stadtwald seit vergangenem Herbst für Ordnung sorgen. Jetzt geht's ans Aufforsten. ©  Rafael Sampedro (Archiv)

Die Bilder sind erschreckend: Löbaus Stadtwald zeigt an einigen Stellen derzeit deutlich Platte - er ist ziemlich licht. Kein Wunder: 40.000 Kubikmeter Schadholz sind nach neusten Angaben der Stadt im vergangenen Jahr und in diesem Frühjahr insgesamt bereits beseitigt worden. Wobei allein in diesem Jahr 15.000 Kubikmeter aus dem Wald geschafft werden mussten.

Schuld an der Misere sind der Borkenkäfer und die lange Trockenheit, die zuletzt zu erheblichen Schäden geführt haben: "Nahezu alle Fichtenbestände auf dem Rotstein und dem Löbauer Berg sind abgestorben oder absterbend", heißt es in einer Veröffentlichung der Stadt auf der Facebookseite. Großflächige Lücken zeigen sich demnach vor allem in den von der Fichte dominierten Gebieten, unter anderem Hutberg, Lehn, Kuhberg oder auch auf den Löbauer Waldflächen von Ruppersdorf, Jäckel, Sonneberg oder Niederrevier. Zum Teil ist der Fichtenbestand hier komplett geschädigt. Ebenso betroffen sind die Löbauer Waldgebiete auf dem Kottmar. Oftmals ist schon von weitem zu erkennen, wie groß die Schäden sind.

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Neues Klima - neue Baumarten

Die gute Nachricht: Momentan wird mit der Aufforstung begonnen. Nach Angaben der Stadt Löbau werden nun 10.000 Setzlinge in den Boden eingebracht. "Darunter Baumarten wie Schwarznuss, Linde, Stieleiche oder Weißtanne", heißt es in der Veröffentlichung der Stadt. Die Wahl der Baumarten ist dabei auch eine Reaktion auf die veränderten klimatischen Bedingungen.

Geheim bleiben soll aber offenbar, wo genau die Waldarbeiter zuerst mit den Arbeiten beginnen und wie lange das Setzen der 10.000 kleinen Bäumchen dauern wird. Auf Anfrage, wie diesbezüglich die Planungen sind, wollte die Stadt keine näheren Auskünfte erteilen - auch nicht zum Grund der Zurückhaltung.

War das in diesem Jahr alles?

Die schiere Anzahl von 10.000 neuen Setzlingen zeigt ebenfalls noch nicht, wie groß die Aufforstung in diesem Jahr insgesamt werden soll, denn sie ist - verglichen mit anderen Aktionen der vergangenen Jahre - nicht überraschend groß. So hatte beispielsweise 2017 - nach erheblichen Sturmschäden und Problemen mit dem Schädling Kupferstecher - die Stadt 35.000 Setzlinge im Frühjahr und Herbst ausbringen wollen. Ob es in diesem Jahr bei den 10.000 geplanten Pflanzungen bleibt, oder weitere folgen sollen, war auf Nachfrage nicht zu erfahren.

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Ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg der Pflanzungen wird das Wetter sein: Der Waldboden ist derzeit generell nach wie vor sehr trocken. Ausreichend Niederschläge wären wichtig, um auf den kahlen Stellen wieder Grün sprießen zu lassen. Löbau ist der drittgrößte kommunale Waldbesitzer in Sachsen. Mit rund 1.766 Hektar Waldfläche ist die Stadt zudem das zweitgrößte Mitglied der Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitz.

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