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Löbtau ist Dresdens Geburtenviertel

Die 61 Stadtteile Dresdens unterscheiden sich zum Teil deutlich. Welches Viertel womit ganz vorne liegt - von Autozahl bis Zuzügen.

Hier kamen 2017 die meisten Kinder zur Welt: in Löbtau. Auch Melanie Naumann hat dort gelebt, bevor ihre zweite und dritte Tochter zur Welt kamen und eine größere Wohnung nötig wurde.
Hier kamen 2017 die meisten Kinder zur Welt: in Löbtau. Auch Melanie Naumann hat dort gelebt, bevor ihre zweite und dritte Tochter zur Welt kamen und eine größere Wohnung nötig wurde. © Christian Juppe

Dresden. Eine Feststellung vornweg: Manche Annahmen halten sich hartnäckig, stimmen aber nicht. Das gilt auch für die Dresdner Stadtteile. So glauben viele Dresdner, dass in der Neustadt die meisten Kinder geboren werden. Oder, dass es in den Ortschaften an den Stadträndern die meisten Autos gibt, weil der Weg in die Innenstadt länger ist. 

Beides widerlegen die Zahlen im aktuellen Stadtteilkatalog von 2018, der gerade herausgekommen ist. Die Stadtverwaltung hat darin statistische Fakten zur Entwicklung der 61 Dresdner Stadtteile zusammengetragen. Unter anderem zur Demografie, aber auch zu Wohnungsleerstand oder den durchschnittlichen Haushaltsgrößen. Die SZ hat im knapp 300 Seiten dicken Werk nach Superlativen gesucht und gleich mehrere gefunden.

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Wo werden die meisten Kinder geboren?

Ganz klar im Dresdner Westen, genauer in Löbtau. Zumindest im Jahr 2017, dessen Zahlen der aktuelle Stadtteilkatalog zusammenfasst. Sowohl in Löbtau-Nord als auch in Löbtau-Süd haben 18 von 1.000 Frauen in dem Jahr ein Kind bekommen, was der höchste Wert in der ganzen Stadt ist. Für Melanie Naumann, die lange in Löbtau gelebt hat, ist das kein Wunder. "Das Viertel bietet viel Grün, Spielplätze, gute Kitas und Wohnungen für Familien", sagt die 32-Jährige, die mittlerweile drei Töchter hat. Auf Platz zwei folgt die Friedrichstadt, in der 17 von 1.000 Frauen Mutter wurden, gefolgt von Pieschen-Süd, wo der Wert bei 16 von 1.000 Frauen lag. 

Am Elbhang sah es da ganz anders aus. Im Stadtteil Hosterwitz/Pillnitz kamen die wenigsten Kinder zur Welt, nur vier von 1.000 Frauen haben eines bekommen. Auch die Altfrankener und Gompitzer, beide in einem Stadtteil zusammengefasst, waren eher zurückhaltend in dem Punkt. Fünf von 1.000 Frauen haben hier Glückwünsche zur Geburt erhalten. In Gönnsdorf/Pappritz, Lockwitz und Kleinzschachwitz waren es jeweils sechs von 1.000 Frauen.

Welcher Stadtteil ist am grünsten?

Die erste Erkenntnis aus der Analyse: Die meisten Viertel haben einen hohen Anteil an Frei- und Grünflächen. Die Nase vorn hat in dieser Kategorie Altfranken/Gompitz, wo es  sage und schreibe 155 Hektar Grün gibt. Kurz dahinter reihen sich Nachbarortschaften ein, zusammengefasst im Stadtteil Cossebaude/Mobschatz/Oberwartha, mit 153 Hektar Grün. Auf Platz drei liegt die Albertstadt mit 99 Hektar. 

Eine dicke Null prangt beim Thema Grün- und Freiflächen bei der Äußeren Neustadt. Der Alaunpark zählt offenbar schon zur Albertstadt. Auch Prohlis-Süd und Striesen-West haben mit drei und vier Hektar nur wenige Grünflächen.  

Wo werden die meisten Autos gefahren?

Die Klotzscher sind darin die Sieger, in ihrem Viertel waren 2017 genau 7.616 Autos angemeldet. Auch die Bewohner von Leubnitz-Neuostra sind mit 6.613 Autos gut ausgestattet, gefolgt von denen in Striesen-Ost mit 6.112 Fahrzeugen.

Kurze Wege und damit wohl eher selten das Bedürfnis, ein Auto zu besitzen, haben die Menschen in der Inneren Altstadt, wo 1.281 Autos erfasst wurden. Das liegt womöglich auch am hohen Altersdurchschnitt der Bewohner. Ein weiterer innenstadtnaher Stadtteil mit ähnlicher Demografie folgt, die Pirnaische Vorstadt. Dort gab es 2017 genau 1.493 Fahrzeuge. Auch Menschen in Gorbitz-Nord/Neuomsewitz haben mit 1.833 Autos deutlich weniger Autos als im städtischen Durchschnitt. 

Welches Viertel hat die meisten Umzüge?

Die größte Bewegung ist in der Friedrichstadt. 334 Personen sind von außerhalb dorthin gezogen, 241 haben das Viertel in Richtung eines anderen Ortes verlassen. Auch in der Südvorstadt-Ost wird viel umgezogen. 186 Menschen, die vorher nicht in Dresden lebten, haben sich für den Stadtteil entschieden, 145 haben ihn und Dresden verlassen. Auch in der Inneren Altstadt kamen mit 127 Personen die drittmeisten neuen Bewohner, während die Albertstadt mit 125 Personen auf Platz drei des Wegzuges aus Dresden liegt.

Ihrem Viertel lange verbunden sind die Weixdorfer, wo es 17 Zuzüge von außerhalb gab und 19 Wegzüge aus der Stadt. Auch sehr wenige, nämlich 20 Menschen aus Schönfeld/Schullwitz, haben die Orte zugunsten anderer Kommunen verlassen, 21 waren es in Altfranken/Gompitz. Dort gab es auch mit Hellerau Wilschdorf die wenigsten Hinzüge von Nicht-Dresdnern.

Wo haben sich die meisten Betriebe angesiedelt?

Ganz klar in der Äußeren Neustadt, was wohl an den vielen Restaurants und Bars liegen dürfte. Mit 1.363 Betrieben liegt sie mit Abstand vorn, gefolgt von der Inneren Neustadt mit 861 Betrieben. Auf Platz drei landet die Wilsdruffer Vorstadt/Seevorstadt-West mit 762.

In Gorbitz-Ost haben sich die wenigsten Gewerbetreibenden angesiedelt, lediglich 71. Auch Gorbitz-Nord/Neuomsewitz zählt mit 84 Betrieben zu den Vierteln mit wenig Gewerbe, ebenso wie Prohlis-Süd, wo 93 gezählt wurden.   

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