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Löschen bleibt Nebensache

Die Mitglieder der Glashütter Feuerwehr müssen oft raus, aber nur sehr selten zu Bränden.

Von Maik Brückner

Wie wichtig die Feuerwehren in Glashütte sind, hat das letzte Jahr gezeigt. 102-mal wurde sie zur Hilfe gerufen. Veith Hanzsch, Brandinspektor und Chef der Glashütter Feuerwehr, hat alle dokumentiert. Eine Übersicht gab er auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung. Dort trug er nicht nur die Zahlen vor, sondern erläuterte auch, wie der Feuerwehrausschuss die Einsätze beurteilte.

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Ein Mähdrescher stand am 2. August in Reinhardtsgrimma in Flammen.
Ein Mähdrescher stand am 2. August in Reinhardtsgrimma in Flammen.
Nach dem Juni-Hochwasser säuberte die Wehr die Straßen der Kernstadt.
Nach dem Juni-Hochwasser säuberte die Wehr die Straßen der Kernstadt.
Am Staubecken in Glashütte hielt die Wehr im Juni den Abfluss frei.
Am Staubecken in Glashütte hielt die Wehr im Juni den Abfluss frei.
Diese Heuballen brannten am 1. September in Glashütte.
Diese Heuballen brannten am 1. September in Glashütte.

Schwerpunkt eins: Der Kampf gegen das Hochwasser im Juni

Anfang Juni übertraten die Bäche in vielen Orten des Stadtgebiets die Ufer. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Allein die Rettungsleitstelle forderte 47-mal deren Hilfe an. Die Zahl der Einsätze war indes noch höher, sagt Hanzsch. Denn die Feuerwehr hatte an jenen dramatischen Tagen eine Leitstelle eingerichtet. Über 300 Maßnahmen wurden protokolliert, von Auskünften bis hin zu Unterstützung vor Ort. Mit der Arbeit der Leitstelle zeigte sich Hanzsch zufrieden. „Die Kameraden haben einen hervorragenden Job gemacht.“ Zwar habe nicht alles hundertprozentig geklappt, doch das sei nicht zu erwarten gewesen. Schließlich gab es zuvor keine Gelegenheit, das praktisch zu üben. Dennoch: Das Zusammenspiel von Einsatzleitung und den Ortswehren habe funktioniert, ebenso die Zusammenarbeit mit dem Staumeister am Rückhaltebecken in Lauenstein. Das sah auch der Feuerwehrausschuss so, der die Ereignisse ausgewertet hat. Positiv hat dieser die gute Ausstattung der Feuerwehr bewertet. Bewährt habe sich auch die Sandsackabfüllstation in Reinhardtsgrimma. Negativ wurde die Kommunikation eingeschätzt. Mal fehlte das Netz, mal funktionierten die Handys nicht. Mancherorts fehlte ein Festnetzanschluss. Reserven wurden auch bei der Verteilung der Sandsäcke ausgemacht. Die müssten schneller zum Einsatzort gebracht werden. Kritisch wurde der Zustand einiger Hochwasserschutzeinrichtungen bewertet. Dort war ein gefahrloses Arbeiten nicht möglich. Um beim nächsten Hochwasser schlagkräftiger zu sein, hat der Ausschuss Maßnahmen beschlossen. So sollen neue Handys gekauft werden und den Ortswehren bereitgestellt werden. Zudem soll der Digitalfunk schrittweise eingeführt werden. Außerdem werden gefüllte Sandsäcke an verschiedenen Stellen gelagert. Um Säcke schneller transportieren zu können, soll ein Anhänger umgebaut werden.

Schwerpunkt zwei: Helfer bei Unfällen und für den Rettungsdienst

Im vorigen Jahr hat die Feuerwehr 34-mal Türen geöffnet, Ölspuren beseitigt oder dem Rettungsdienst geholfen. Technische Hilfeleistung nennt die Feuerwehr das. Ein Jahr zuvor gab es 43 derartige Einsätze, die meisten wegen Sturmschäden. Diese gab es 2013 nicht, dafür aber am 30. Juli einen schweren Verkehrsunfall an der Teufelsmühle im Lockwitztal. Die Feuerwehr hatte Mühe, die beiden Schwerverletzten aus dem Audi zu holen, der seitlich an einen Baum geprallt war. Trotz der komplizierten Situation habe das Zusammenspiel mit Kollegen aus Kreischa und dem Rettungsdienst sehr gut funktioniert, lobt Hanzsch.

Schwerpunkt drei: Brände in Glashütte und in der Nachbarschaft löschen

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Brände 2013 leicht gestiegen. 2012 musste die Wehr fünfmal ausrücken, im vorigen Jahr sechsmal, darunter viermal zu größeren Bränden. So brannte am 2. August ein Mähdrescher bei Reinhardtsgrimma. Zehn Tage später stand zwischen Börnchen und Bärenstein ein Auto in Flammen, das von seinen Dieben in Brand gesteckt wurde. Brennende Heuballen wurden am 1. September auf einem Grundstück in Glashütte zur Gefahr. Auch in der Nachbarschaft half die Wehr aus. Ende Oktober rückten die Oberfrauendorfer zu einem Brand nach Ammelsdorf aus. Bei allen Einsätzen waren die ersten neun Einsatzkräfte fünf bis neun Minuten nach der Alarmierung vor Ort. „Das entspricht 100 Prozent der Vorgaben“, sagt Hanzsch. Weitere Einsatzkräfte waren kurze Zeit später da. Sein Fazit: „Die Feuerwehr ist leistungsfähig!“