merken
PLUS

Löscht das Feuer!

Im Frühjahr werden oft Äste und Pflanzenabfälle verbrannt. Doch das kann teuer werden.

Von Manuela Reuß und Ingolf Reinsch

Am heutigen Sonnabend lodern mancherorts die Osterfeuer. Im Oberland, zum Beispiel in Weifa und Steinigtwolmsdorf, sind sie gewollt und genehmigt. Doch nicht alle, die heute Abend zündeln, pflegen das Brauchtum. Pfiffige Zeitgenossen, die ihren Garten nach dem Winter sauber haben wollen, verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen – und deklarieren das Feuerchen im Kleingarten schnell mal zum Osterfeuer. Doch das kann teuer werden. Das weiß seit ein paar Tagen auch ein Mann aus Elstra.

Anzeige
Wandern mit Kindern: Das muss mit
Wandern mit Kindern: Das muss mit

Bei Ausflügen mit Kindern stehen Erlebnis und Abenteuer im Vordergrund. Das sollte bei der Tourenplanung und beim Packen des Rucksacks bedacht werden.

Ihm brachte ein Feuer im Garten ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Einem Mitarbeiter des Umweltamtes im Landratsamt Bautzen war von der Straße aus ein größeres Feuer aufgefallen, erklärte Landkreissprecher Gernot Schweitzer auf SZ-Nachfrage. Dafür wird der Zündler nun zur Kasse gebeten. Der Behörden-Mitarbeiter entdeckte während seiner Amtshandlung ein weiteres kleineres Gartenfeuer. In diesem Fall sei jedoch „aufklärendes Gespräch ausreichend“ gewesen.

Dass man im April und Oktober Gartenabfälle verbrennen darf, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Nicht nur unter Kleingärtnern. Elstras Hauptamtsleiter Björn Koffinke jedenfalls war von der Aktion des Kreismitarbeiters erstaunt. Deshalb erkundigte er sich im Landratsamt. Dort habe man ihm erklärt, dass das Verbrennen von Gartenabfällen nicht gestattet sei. Und zwar im gesamten Landkreis. „Das ist bisher aber immer ein bisschen anders kommuniziert worden“, sagt Björn Koffinke. Er glaubt, dass dies bei den Bürgern längst nicht so angekommen sei. Sie denken, dass es zumindest im April und Oktober erlaubt sei, Gartenabfälle zu verbrennen.

Dem widerspricht das Landratsamt unter Berufung auf das in Sachsen geltende Recht. Demnach ist das Zündeln laut Pflanzenabfallverordnung des Freistaates das ganze Jahr über illegal, weil es etliche Möglichkeiten gibt, Pflanzenreste zu entsorgen. Ob in Biotonnen, Grüngutannahmestellen, wie zum Beispiel in Bischofswerda, Burkau und Großharthau, oder auf dem Komposthaufen im eigenen Garten. Nur wenn alle diese Entsorgungswege nicht zur Verfügung stehen, dürfe der Hobbygärtner ausnahmsweise ein Feuerchen entzünden. Ein Fall, der im Landkreis Bautzen in der Praxis kaum vorkommen dürfte. Auch nicht in abgelegenen Gärten, wo man zumindest die Möglichkeit hat, Grüngut zu kompostieren oder unterzugraben.

Dass die Thematik nicht ausreichend kommuniziert worden sei, verneint Gernot Schweitzer. Alle Bürgermeister seien auf der Bürgermeisterkonferenz zum Thema informiert worden. Im Amtsblatt habe es dazu regelmäßig Veröffentlichungen gegeben und auch aus einem Merkblatt auf der Landkreis-Internetseite gehe das Verbot hervor. Informationen zur Grüngutentsorgung enthalte auch der Abfallkalender. „Dass das Verbrennen aber nicht erlaubt ist, steht nicht darin. Wir werden das als Anregung für den nächsten Abfallkalender mit aufnehmen“, so der Landkreissprecher. Außerdem will die Kreisbehörde zusätzlich noch eine Information als „news“ auf ihrer Internetstartseite platzieren.

Qualmende Gartenfeuer belasten nicht nur die Umwelt. Sie sorgen immer wieder auch für Ärger in der Nachbarschaft. Deshalb wollte die Stadt Elstra jüngst in ihrer Polizeiverordnung das Abfackeln von Abfällen auf Sonnabende begrenzen. Doch dafür gab das Landratsamt, bei dem der Satzungsentwurf zur Prüfung eingereicht wurde, kein grünes Licht. Die Verwaltung musste den Passus aus der Verordnung streichen. – In der 2007 beschlossenen Bischofswerdaer Polizeiverordnung findet sich nichts über das Verbrennen von Gartenabfällen.. Aus gutem Grund, da in dieser Frage das Landesrecht greift.

Trotzdem gibt es auch im Bischofswerdaer Rathaus gelegentlich Beschwerden wegen illegaler Gartenfeuer. „Es sind Einzelfälle, kein Schwerpunkt“, sagt Ordnungsamtsleiter Tobias Semmer. Die Stadt selbst hat deswegen noch keine Sanktionen ergriffen. „Wenn, dann müsste es das Landratsamt tun, weil es hier um den Immissionsschutz geht“, sagt Tobias Semmer. Auf ein Wort