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Löschteich in Seitenhain trocknet aus

In Seitenhain gibt es zu wenig Löschwasser. Der Löschteich in der Ortsmitte führt schon seit Längerem kaum Wasser. „Mittlerweile ist fast gar keins mehr drin. Der Teich ist deshalb für die Feuerwehr als...

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Von Katarina Lange

In Seitenhain gibt es zu wenig Löschwasser. Der Löschteich in der Ortsmitte führt schon seit Längerem kaum Wasser. „Mittlerweile ist fast gar keins mehr drin. Der Teich ist deshalb für die Feuerwehr als Wasserspeicher nutzlos“, schildert Liebstadts Stadträtin Heike Wehner (Freie Wähler) die Situation. Sie befürchtet, dass die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Seitenhain, in der auch ihr Mann aktiv ist, im Brandfall irgendwann auf dem Trockenen sitzen könnten. „Das Szenario möchte ich mir gar nicht vorstellen“, sagt sie.

Neben dem Löschwasserteich gibt es noch zwei Hydranten im Ort als Wasserquelle – am Ortsrand. Beide funktionieren. Dennoch gibt es einen Haken. Die Schläuche der Feuerwehr reichen nicht aus, um im Notfall das Wasser von den Hydranten bis zur Ortsmitte zu befördern. „Für die Anwohner könnte es deshalb gefährlich werden“, befürchtet Heike Wehner.

Warum der Teich kein Wasser mehr führt, weiß niemand so genau. Die Liebstädter Stadträtin vermutet, dass der Bau einer Wasserleitung in Seitenhain schuld an der Misere ist. „Es könnte sein, dass eine Wasserader durch eine Drainage trocken gelegt worden ist“, mutmaßt Wehner. Einen ausreichenden Zufluss mit Frischwasser gibt es seitdem nicht mehr – er ist versiegt. Nun verschlammt der Teich immer mehr. In der Mitte sind schon kleine „Inseln“ zu sehen.

Liebstadts Bürgermeister Hans-Peter Retzler (Die Linke) hofft auf Fördermittel für die Feuerwehr, mit denen der Teich saniert werden könnte. „Das Förderprogramm für die Wehren wird aufgestockt, künftig kann deshalb auch in die Erhaltung der Löschwasserteiche investiert werden“, erklärt der Ratschef.

Sanierung löst Problem nicht

Heike Wehner ist mit diesem Vorschlag nicht ganz zufrieden. „Eine Sanierung des Teiches wäre zwar schön, würde das Problem aber nicht lösen“, argumentiert sie. Denn: Solange der Wasserzufluss nicht reaktiviert ist, wird der Tümpel erneut verschlammen. „Unsere Feuerwehrleute können den Teich auch nicht aus eigener Kraft entschlammen“, betont Heike Wehner. Den Kameraden fehlen vor allem die nötigen Gerätschaften.

Die Freiwillige Feuerwehr in Seitenhain hat vorerst eine Übergangslösung gefunden, mit der die Löschwassersituation entschärft wurde. „Unsere Kameraden haben sich längere Schläuche besorgt, damit auch die Häuser in der Dorfmitte im Ernstfall erreicht werden können“, sagt Heike Wehner.