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Lößnitzbachufer wird mit Natursteinen repariert

Starke Regenfälle und anschwellende Bäche haben Lößnitzgrund, Dorfgrund und den Fiedlergrund beschädigt.

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Die Granitsteine sind ziemlich schwer, die Klaus-Dieter Ebert und Heiko Silze Stück für Stück in die Uferböschung des Lößnitzbaches drücken. Sollen sie auch. Schließlich wollen sie damit das Wasser davon abhalten, wieder die Böschung zu unterspülen, was immer wieder zu Abbrüchen geführt hat.

„Wir mussten was tun“, sagt Radebeuls Verantwortliche für Stadtgrün und Gewässer Heike Funke. Noch in dieser Woche soll das Ufer wieder so befestigt sein, dass der Lößnitzbach bei starkem Regen im Moritzburger Oberland ruhig mal Fluss spielen kann. „Wenn die Steine richtig verkeilt sind, passiert hier nichts mehr“, sagt Egbert Elefant, der für den Gewässerabschnitt oberhalb des Meierei-Teiches die Planung gemacht hat.

Zugleich mit den Steinen an der neu angelegten Böschung bauen die Männer kleine Buhnen ins Bachbett. Was der Ostseebesucher am Meeresstrand als Wellenbrecher aus Pflöcken oder Findlingen kennt, sind hier quaderförmige Steine, die den Bach langsamer fließen lassen und zugleich das Wasser mehr auf die Waldseite, weg von den Gleisen drängen. Egbert Elefant: „Die Sohle des Baches war hier stark ausgespült. An den Buhnen kann sich das Bett wieder stabilisieren, indem Schwemmsand angelagert wird.“

Heike Funke versucht solche Reparaturen an Gewässern so naturnah wie möglich zu gestalten. Betonmauern und -pfähle, wie sie noch vor Jahren in Ufer gegossen wurden, seien längst passé. Zumal sich das Wasser dann ohnehin vor oder hinter einer solchen Mauer im Bachlauf eingräbt, sagt Planer Elefant aus Erfahrung.

Naturnah heißt beispielsweise, dass die Steineböschung Jahr für Jahr auch wieder einen zunehmenden Bewuchs bekommen darf. Damit das etwas schneller geht, sollen zum Radebeuler Pflanztag im September hier kleine Erlen und Sträucher gesetzt werden.

Einmal Räumen muss reichen

Rund 8000 Euro muss für die Reparatur an der Böschung des Baches aufgewandt werden. Ziemlich viel Geld, wenn man weiß, dass ganze 30000 Euro übers Jahr zur Verfügung stehen. Mit dem Geld müssen nämlich auch Stellen, an denen sich der Spülsand und -schlamm fängt, mit einem Bagger beräumt werden. Heike Funke: „Eigentlich soll das zweimal im Jahr geschehen. Dieses Jahr hoffen wir mit einen Mal auszukommen, damit wir das Geld für die Böschung haben.“

Denn nicht nur am 7,8 Kilometer langen Lößnitzbach arbeiten an regenreichen Wochenenden wie dem letzten die Sturzbäche. Auch im Fiedlergrund nahe Boxdorf und im Dorfgrund, von Wahnsdorf herunter, waren Reparaturen notwendig. Im Fiedlergrund haben die Grünverantwortlichen der benachbarten Orte selbst ehrenamtlich und in Gummistiefeln mit zugepackt. Für den Dorfgrund mussten 5000 Euro aufgewandt werden.

Und auch am Straken gibt es immer wieder Ausspülungen, welche offensichtlich zu Mauereinbrüchen führen. Ortschaftsrat Heinz Mattusch aus Wahnsdorf hatte dazu wiederholt im Bauausschuss des Stadtrates Fotos gezeigt, die den Weg von Wahnsdorf zur Eduard-Bilz-Straße zeigen.Peter Redlich