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Lösung für Parkplatz-Problem gesucht

An der Kita in Gaußig fehlen Stellflächen. Die Gemeinde will handeln. Es gibt aber noch eine Hürde.

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© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Gaußig. An der Kita in Gaußig gibt es keine Parkplätze. Eltern, die ihre Kinder bringen oder abholen, parken daher meist wild oder müssen etwas weitere Wege in Kauf nehmen. Diese unhaltbare Situation möchte die Gemeinde jetzt endlich verbessern. Sie hat für dieses Jahr Geld eingeplant, um einen Parkplatz zu schaffen. Doch noch scheitert es am Grundstück.

Entstehen sollen die Stellflächen dort, wo jetzt noch ein eingefallener Stall steht, der zum ehemaligen Gut gehört. Bürgermeister Michael Schulze (CDU) erläutert die Idee: Die Gemeinde würde den alten Stall abreißen und sich um die Entsorgung des Bauschutts kümmern. Dafür soll der Eigentümer des Grundstücks die Fläche 15 Jahre lang kostenlos zur Verfügung stellen. Danach könne man neu überlegen und eventuell über einen Kauf verhandeln. Gespräche mit dem Eigentümer hat es laut Schulze schon gegeben. „Wir haben aber noch nichts wieder von ihm gehört.“

Kaum etwas passiert auf dem Gelände

Bis Mitte Juni werde er sich entscheiden, sagt Fridolin Baur gegenüber der SZ. Der Mann aus Bayern hatte das gesamte Gut einst aus einer Zwangsversteigerung heraus erworben. Seitdem ist auf dem Gelände allerdings kaum etwas passiert, es wurde nur das Nötigste repariert oder gesichert. Saniert wurde nichts, der größte Teil des Gutes blieb leer. Nach einigen Hin und Her verkaufte Baur Ende 2013 den vorderen Teil des Gutes mit einem Großteil der Gebäude dann an die Besitzer des benachbarten Schlosses, die nun in kleinen Schritten sanieren wollen.

Den hinteren Teil des Gutsgeländes möchte Baur, so hat er es schon vor längerer Zeit angekündigt, mit Wohnhäusern bebauen. Allerdings gebe es dafür noch keine Genehmigung. Baur gibt zu verstehen, dass er die Fläche für den Parkplatz schon bereitstellen würde, im Gegenzug aber geklärt haben möchte, dass er bauen darf. „Ich hoffe, dass wir zusammenkommen.“

Bürgermeister Schulze ist derweil skeptisch. Zu den Plänen von Fridolin Baur habe es schon Vor-Ort-Gespräche auch mit Vertretern von Bauaufsicht und Denkmalschutzbehörde gegeben. Nachdem was dort besprochen wurde, geht Schulze davon aus, dass Baurs Pläne nicht mit dem Denkmalschutz, unter dem große Teile des Gutes stehen, vereinbar sind.

Zweites Parkplatzproblem

So bleibt vorerst auch offen, wie es mit der Fläche für den Parkplatz weitergeht. Gibt es einen Plan B, wenn die Vereinbarung nicht zustande kommt? „Dann müssten wir ein anderes Grundstück kaufen“, sagt Bürgermeister Schulze. Dadurch würde der Parkplatz teurer werden, und die Gemeinde müsste überlegen, ob sie sich das dann noch leisten kann.

In Gaußig gibt es aber noch ein anderes Parkplatz-Problem. Neben dem befestigten Platz an der Ecke Bautzener/Diehmener Straße wird bei größerem Bedarf auch eine unbefestigte Fläche entlang der Bautzener Straße zum Parken genutzt. Doch das wird nicht mehr möglich sein, wenn der Evangelische Schulverein dort wie geplant einen Erweiterungsbau für die Schule errichtet. Als Ausgleich dafür will die Gemeinde aber neben der bereits geschotterten Fläche ein weiteres Stück auf diese Weise herrichten. „Das ist bei Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt auch nötig“, sagt Gemeinderat Gerd Lehmann (Wählervereinigung Gaußiger Sportler).