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Lohmener Sandstein in Oberteuringen gefragt

Die Partnergemeinde im Bodenseekreis freut sich über den Bauboom. Alle Wünsche kann sie nicht allein erfüllen.

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Von Heike Wendt

Als die Gemeinden Lohmen und Oberteuringen im Bodenseekreis vor 25 Jahren ihre Partnerschaft besiegelten, hatten die Orte annähernd gleich viele Einwohner. Allerdings hat sich die Zahl unterschiedlich entwickelt. Das wurde bei einem Besuch in der baden-württembergischen Gemeinde deutlich. 31 Lohmener waren anlässlich der 25-jährigen Zusammenarbeit in den Bodenseekreis gereist.

Während die Einwohnerzahl in der Partnergemeinde seit 1990 von rund 3 500 auf knapp 5 000 gewachsen ist, hat Lohmen einen leichten Verlust zu verzeichnen. Knapp 3 100 waren es Ende 2014. Den Grund für diesen Unterschied hat Oberteuringens Bürgermeister Karl-Heinz Beck schnell erklärt: Industrieunternehmen wie die Zahnradfabrik im benachbarten Friedrichshafen boomen und ziehen immer mehr Arbeitskräfte in seine Region. „Das führt zu verstärkter Nachfrage nach Bauland“, sagt er.

Rosenstöcke fürs Ortsbild

Seine Gemeinde beschäftigt sich wegen des regen Zuzugs mit mehreren Bauvorhaben. Jüngstes Projekt ist das Gebiet Am „Pfaffenberg Süd“, hier entstehen Einfamilienhäuser. Beim Projekt „Lebensraum Campus“ werden 19 Wohnungen nach dem Konzept „Lebensräume für Jung und Alt“ der Stiftung Liebenau als Ergänzung der Wohnanlage am Kulturhaus „Mühle“ gebaut. Zudem sind dort 36 Bauplätze für Einfamilienhäuser vorgesehen.

Von einem solch rasanten Anwachsen seiner Gemeinde kann Lohmens Bürgermeister Jörg Mildner nur träumen – und auch von Grundstückspreisen um 200 Euro je Quadratmeter. Wer in Lohmen bauen möchte, muss nur ein Viertel davon investieren. Allerdings gibt es Dinge, die der Ort im Bodenseekreis nicht hat. Sandstein zum Beispiel. Genau den wünschen sich die württembergischen Partner. Denn aufgrund des regen Zuzugs ist die Grundschule an ihre Kapazitätsgrenzen gekommen. Der Platz reicht nicht mehr aus, das Gebäude muss dringend erweitert werden. „Ein Sandstein für die Grundsteinlegung lässt sich mit Sicherheit organisieren“, verspricht Jörg Mildner.

Zuvor wird sich Lohmen mit Blumen in Oberteuringen verewigen. 25 sächsische Rosenstöcke hatte der Bürgermeister im Reisegepäck. Sie werden bei den vielen Umgestaltungen im Ort sicher in der nächsten Zeit einen ansprechenden Platz in der Gemeinde finden, ist er sicher.

Oberteuringen ist eine der vier Partnergemeinden von Lohmen. Mit dem mecklenburgischen Lohmen bei Güstrow besteht seit 1990 ein herzliches Verhältnis. Später wurden Verbindungen zur Gemeinde Pielgrzymka (Pielgramsdorf) in Polen und mit der Stadt Svoboda nad Úpou in der Tschechischen Republik geknüpft.