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Lohnt sich ein Besuch der Landesgartenschau?

Noch 155 Tage hat die Ausstellung in Reichenbach geöffnet. Die SZ hat sie getestet. Hier einige Tipps.

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Von Brigitte Pfüller, Chemnitz

Zu verfehlen ist sie kaum, die Landesgartenschau. Nur wenige Kilometer nach dem Ortseingang Reichenbach, dort, wo früher die Textilindustrie das Stadtbild bestimmte, stehen heute Blumen, Sträucher, Bäume. Besonders ein dichter, lila blühender Fliederwall macht neugierig auf die Ausstellung. Deren vier Flächen – das Hauptgelände am Raumbachtal, die frühere Textilindustriebrache Schreiter, der Anger sowie der Garten am Unteren Bahnhof – grenzen direkt an das Stadtzentrum. Bereits in den ersten zwei Wochen zählten die Veranstalter mehrere Zehntausend Besucher. Doch ist die Schau wirklich so sehenswert? Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Mit dem eigenen Auto bis zur Ausstellung?

Es ist klüger, nicht mit dem Auto vor die Tür zu fahren, sondern nahe der Autobahnabfahrt Reichenbach (A 72) den Park&Ride-Platz zu nutzen. Hier gibt es kostenlose Shuttle-Busse. So ist die Ausstellung ohne Parkplatzsuche und drohende Knöllchen zu genießen. Behinderte dürfen heranfahren. Für sie stehen Parkplätze bereit, und es können auch Rollstühle –leider keine elektrischen – sowie Rollatoren ausgeliehen werden.

Welchen Vorteil bietet die Anreise mit dem Zug?

Besucher, die per Bahn anreisen, erhalten auf ihren Eintrittspreis einen Nachlass von zwei Euro bei Erwachsenen und vier Euro bei einer Familienkarte. Auch das Sachsenticket garantiert Einsparungen beim Einlass. Aus Richtung Dresden und Freiberg erreicht man Reichenbach im Stunden-Takt. Die Park&Ride-Busse zur Ausstellung halten gegenüber vom Haupteingang. Von hier aus führt zudem eine Fußgängerbrücke über die B 94, die einen Blick auf die Beete, auf die Hauptbühne bis hinauf zum Kletterwald erlaubt.

Ist es Wieder eine Schau der langen Fusswege?

Nein. Die diesjährige Exposition ist angenehm kompakt. Sie ist im Gegensatz zu früheren Ausstellungen eher eine Schau der kurzen Wege und zudem gut beschildert. Bis zur Blumenhalle, in der die sächsischen Gärtner bis zum 27. Mai ihre schönsten Balkon- und Sommerblumen präsentieren, ist es nur eine kurze Strecke. Daneben befindet sich dieTropenabteilung, wo Schmetterlinge aus Asien und Lateinamerika flattern. Wenige Meter weiter im sanierten Wasserwerk – es versorgte früher die Textilindustrie – öffnet sich die Tür zum „grünen Klassenzimmer“. Kleinere Kinder können hier basteln, größere flitzen auf Spuren des Umweltschutzes per Schnitzeljagd mit GPS-Geräten durchs Gelände. Das ist jedoch nur per Anmeldung möglich. Nur wenige Schritte weiter lädt schließlich der Kirchenpavillon jeden Tag um 12 Uhr zur Mittagsandacht. Durch die Nähe zum Stadtzentrum ist auch ein Abstecher in die Vogtlandstadt Reichenbach reizvoll. Die Gefahr von Fußmüdigkeit besteht also so gut wie nicht.

Wo kann man den kleinen Hunger stillen?

Die Gaststätten haben wie die Schau von 9.30 bis 19 Uhr geöffnet, bei Veranstaltungen länger. Angesichts der Preise könnte aber über eine Visite ins Stadtzentrum nachgedacht werden. Ein Pott Kaffee kostet 2,80 Euro, für eine Tasse Soljanka oder Kartoffelsuppe sind 3,80 Euro und für ein Paar Wiener mit Brötchen 2,50 Euro fällig.

Welche Angebote gibt es für Kinder?

Für Kinder stehen neben dem „grünen Klassenzimmer“ ein Spielplatz direkt neben der großen Gaststätte und andere Attraktionen zur Verfügung. Darunter ein Kletterwald, ein Wasserspielplatz, eine Minigolfanlage und die 1000 Quadratmeter große Plaza-Skater-Anlage. Ein Tipp für Bequeme: Fahren Sie doch mal mit der Reichenbacher Kleinbahn durch das Gelände. Ganz billig ist diese allerdings nicht. Erwachsene zahlen fünf Euro, pro Kind werden drei Euro fällig.

Lohnt sich der kauf von Pflanzen auf der schau?

Auf dem Hauptgelände gibt es einen kleinen Markt. Hier können Andenken und einige Pflanzen gekauft werden. Auch diese haben allerdings ziemlich stolze Preise, sodass der Kauf bei heimischen Gartenfachbetrieben wohl vorzuziehen ist.

Wie ist der Gesamteindruck, lohnt sich der Besuch?

Unbedingt. Die Schau ist einen Ausflug wert. Und: Es gibt eine Menge zu entdecken, was nicht nur gartenbegeisterten Eltern und Großeltern Spaß macht, sondern auch den Mädchen und Jungen, die nicht unbedingt von Tulpe zu Tulpe laufen wollen.