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Lohsa drückt beim Vereinsheim-Bau auf die Tube

Das Gebäude für die Kanuten vom Verein „Am Blauen Wunder“ am Dreiweiberner See soll am Jahresende stehen.

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Von Anja Wallner

Möglichst rasch will die Lohsaer Gemeindeverwaltung bei der Ansiedlung des Wassersportvereins „Am Blauen Wunder“ auf der Weißkollmer Seite des Dreiweiberner Sees vorankommen. Die Wassersportler müssen ihr angestammtes Domizil am Knappensee sanierungsbedingt für die nächsten Jahre aufgeben und sollen übergangsweise am Dreiweiberner See eine Heimat finden.

Die einzurichten, damit ist die Verwaltung schon seit geraumer Zeit beschäftigt. In einer Gemeinderatssitzung wurden jetzt die ersten Bauarbeiten für das neue Vereinsheim beauftragt. Den Rohbau sowie die Zimmerarbeiten übernimmt demnach die Lohsaer Firma Bust Stramke GmbH. Den Zuschlag für die Gerüstarbeiten erhält die Spremberger BFL Gerüstbau GmbH. Die Aufträge haben einen Wert von insgesamt rund 237 426 Euro. Das Geld wird der Gemeinde anteilig vom Bergbausanierer LMBV zurückerstattet. Dazu gibt es eine Kostenübernahmevereinbarung.

Wolfgang Tietze, Sachgebietsleiter im Lohsaer Bauamt, kündigte die Bauanlaufberatung an. Sportliches Ziel: Bis Jahresende ist das Haus bezugsfertig. Das Gebäude besteht aus einem zweistöckigen Haupthaus mit einem flacheren Anbau, der als Boots-Garage dient. Insgesamt im Entwurf ein imposanter Anblick.

Die Zweistöckigkeit begründete Wolfgang Tietze damit, dass der Verein für sein Gebäude weniger Grundfläche zur Verfügung hat als am Knappensee. Im unteren Bereich sollen Vereins- und Speiseraum eingerichtet werden, oben Übernachtungsmöglichkeiten. Der Verein ist außerdem groß, er hat mehr als 300 Mitglieder. Kerstin Robel (Die Linke), die das Haus „gigantisch und für ein Provisorium heftig teuer“ fand, hofft, dass später auch tatsächlich ein Nachnutzer für den Neubau gefunden wird. Wolfgang Tietze hatte da keine Bedenken, obwohl man immer ein „kleines Risiko“ mit derartigen Vorhaben eingehe. „Das ist ein attraktiver Standort“, meinte er, der ein Standort für die weitere Entwicklung am See sein könne.

Die Baustelle, die Ende August, wenn der KnappenMan-Triathlon am See stattfindet, definitiv da sein wird, soll an dem betreffenden Wochenende „eng zusammengefasst“ werden, sagte Wolfgang Tietze auf Anfrage aus den Reihen der Räte. Freigemacht wird dafür auch das Volleyballfeld zwischen Rundweg und Zugang zum Strand bei Hipos Beachbar.

„Denkt ihr wirklich, dass der Wassersportverein wieder zurück an den Knappensee zieht, wenn er so ein Gebäude hat?“, kam die Frage in der Runde auf. Wolfgang Tietze bejahte dies. Die Bedingungen für die Kanuten, Drachenboot-sportler und Wasserwanderer seien laut eigener Aussage nicht so optimal wie am Knappensee. „Der Standort dort war ruhig und geschützt, der Dreiweiberner See ist offen.“ Die Ansiedlung der Wassersportler zog eine Änderung des Bebauungsplanes für die Strandbereiche am See mit sich. Aktuell ist dazu der zweite Entwurf in Bearbeitung, den die Gemeinderäte mehrheitlich beschlossen. Die einzige Auflage, die die Behörden hatten, ist erfüllt worden, nämlich eine Ausgleichsfläche genau zu definieren. „Damit ist das Baurecht erfüllt“, sagte Wolfgang Tietze. Nun muss noch die entsprechende Satzung ausgefertigt und beschlossen werden. Letzteres soll im September erfolgen, hieß es.