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Lohsa rüstet sich für Magistrale-Unfälle

Ein Problem eint Feuerwehren entlang der Niederschlesischen Magistrale. In Lohsa hat jetzt die Ausbildung der Kameraden für die speziellen Einsätze begonnen.

Von Andreas Kirschke

Lohsa. Die elf Ortsfeuerwehren in der Gemeinde Lohsa sollen künftig intensiver zusammenarbeiten. „Gemeinsame Einsatzübungen gehören dazu. Wir wollen sie Schritt für Schritt ausbauen und mehr Ortswehren einbinden. Das stärkt nicht nur die Fachlichkeit. Das stärkt auch die Zusammengehörigkeit“, sagte Gemeindewehrleiter Torsten Hansen bei der Jahreshauptversammlung der Gemeindeweh 2015, so das Fazit des Leiters, war ein Jahr wichtiger Weichenstellungen.

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Die Gemeindewehr schaffte neue, robuste Schutzhandschuhe und Schutzanzüge an. Die Lohsaer und die Weißkollmer Wehr erhielten je ein Hilfeleistungs-Löschfahrzeug HLF 10. Das Lohsaer Fahrzeug enthält eine Rettungsplattform. Das Weißkollmer Fahrzeug ist mit einem tragbaren Hochleistungs-Löschgerät ausgestattet. Noch aus steht der Ersatz der Tanklöschfahrzeuge in Steinitz, Hermsdorf und Weißkollm. „Wir beschaffen zugleich einen Kommandoeinsatzwagen VW Tiguan. Er wird nach jetziger Planung in Lippen stationiert“, erläuterte Torsten Hansen.

2015 war zudem ein Jahr der Fortbildung. Jeweils neun Truppführer, Sprechfunker, Maschinisten und Motorketten-Sägeführer wurden ausgebildet. Ebenso je ein Zugführer, Verbandsführer und Leiter Feuerwehr. Zu insgesamt 41 Einsätzen rückten die Kameraden aus. Im Einzelnen waren dies sieben Kleinbrände, drei mittlere Brände, ein Großbrand (außerhalb des Gemeinde-Gebietes) und 29 Technische Hilfeleistungen wie Ölspuren und Sturmschäden. Im Rechenschaftsbericht unterstrich Torsten Hansen den Wert gemeinsamer Einsatzübungen. Künftig, so Torsten Hansen, soll ein Vertreter der fünf Jugendwarte im Feuerwehr-Ausschuss mitarbeiten. Zugleich will er sich noch im Frühjahr mit den Jugendwarten abstimmen über langfristige gemeinsame Vorhaben.

Als besondere Herausforderung für die Zukunft nannte der Gemeindewehrleiter auch den Ausbau der Bahnstrecke Knappenrode-Niesky. „Darauf müssen wir uns einstellen. Wir erhalten eine neue Infrastruktur. Wir müssen also neu mit Risiken und Gefahren entlang der Bahnstrecke rechnen und uns damit auseinandersetzen“, sagte Torsten Hansen. „Wir müssen vorbereitet sein auf Einsätze. Das kann Gefahrengut genauso betreffen wie Personenschäden.“

Auf Kreisebene gibt es bereits das Ausbildungs-Modul „Bahnunfälle“. Die Gemeindewehr Lohsa will es jetzt absolvieren. Angestrebt wird auch ein gemeinsames Seminar mit dem Notfall-Manager der Deutschen Bahn AG. „Den ersten Schritt sind wir schon gegangen“, so der Gemeindewehrleiter. „Im September 2015 nahmen wir in Bautzen an einer Grundlagenschulung Bahn-Unfälle teil.“