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Lommatzsch kommt im digitalen Zeitalter an

Das Amtsblatt gibt es ab Juni auch im Internet. Die Bürgermeisterin weist den Vorwurf der Zensur zurück.

Ab Juni wird das Amtsblatt der Stadt Lommatzsch unter dem alten Titel „Lommatzscher Anzeiger“ erscheinen und im Chemnitzer Riedel-Verlag gedruckt. Bisher war damit die Lommatzscher Druckpflege beauftragt. Das neue Blatt wird farbig erscheinen und in einem ansprechenden Druckbild, dafür aber nicht mehr alle zwei Wochen, sondern nur noch einmal im Monat. „Aus Kostengründen mussten wir uns entscheiden, ob wir es wie bisher an alle Haushalte kostenlos für die Bürger und mit monatlicher Erscheinungsweise oder alle 14 Tage und dafür über Stützpunkte verteilen. Wir haben uns für eine Mischung von beidem entschieden. Der Lommatzscher Anzeiger geht allen Haushalten einmal monatlich zu“, sagt Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP). Zusätzlich würden Zeitungen auch in den Lommatzscher Einkaufsmärkten ausliegen. Momentan gäbe es häufig die Situation, dass die Lommatzscher Nachrichten zu spät kommen und veröffentlichte Termine bereits vorbei waren. Dies könne dann nicht mehr passieren. Außerdem würde der Lommatzscher Anzeiger künftig als PDF-Datei auf der Website der Stadt Lommatzsch erscheinen.

Nicht mehr so textlastig

„Dies war bisher nicht möglich. Gespräche dazu mit der Lommatzscher Druckpflege blieben vonseiten der Druckerei stets ohne Ergebnis. Ein Angebot dazu oder ein Vorschlag, wie es technisch gehen würde, wurde uns trotz mehrfacher Aufforderung dazu und auch nach persönlichen Gesprächen nicht vorgelegt. Wir hoffen nun, auch mit dem Lommatzscher Anzeiger im digitalen Zeitalter anzukommen“, so die Bürgermeisterin. Damit werde auch die Startseite der städtischen Website nicht mehr so textlastig und überfrachtet, sagt sie und reagiert damit auf eine SZ-Kritik.

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Kritik hatte es im Stadtrat gegeben, weil das Blatt nicht mehr in Lommatzsch hergestellt wird. „Die Lommatzscher Druckerei steht im Wettbewerb zu anderen Verlagen. Ich bin traurig, dass auf unsere Wünsche nie mit konkreten Angeboten reagiert wurde, sondern jetzt offenbar mit Trotzreaktionen. Die Stadt Lommatzsch hat nichts zu verschenken – auch nicht an Lommatzscher Unternehmer“, so Anita Maaß.

Entschieden weist sie die Kritik des Druckereibesitzers Schramm zurück, sie habe den Auftrag neu vergeben, weil sie „Zensur“ ausüben wollte. „Diesem Vorwurf kann ich nur auf das Schärfste widersprechen. Als ich im Oktober 2005 mein Amt als Bürgermeisterin antrat, war es eine meiner ersten Aufgaben, das Lommatzscher Amtsblatt für alle Bürgermeinungen zu öffnen und von gefühlter „Zensur“ der Verwaltung zu befreien. Ich bin Demokratin genug, um zu wissen, wie wichtig Meinungsfreiheit ist. Wir haben viele Kontroversen vom Abwasserstreit bis zur Bürgermeisterwahl und dem Freibadthema im Amtsblatt der Stadt veröffentlicht. Dabei bleibt es auch in Zukunft.“ Nur anonyme Wortmeldungen würden – wie bisher auch – nicht gedruckt. „Wenn man eine Meinung hat, muss man auch dazu stehen“, sagt sie. (SZ/jm)