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Lommatzsch will Schule und Kanäle bauen

Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP) zieht eine Bilanz für das Jahr 2008 und spricht über künftige Aufgaben und Vorhaben.

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Frau Maaß, welche Bilanz ziehen Sie für das Jahr 2008?

Für die Stadt war es ein gutes Jahr. Im Stadtrat haben wir zu einer sachlichen Arbeit zurückgefunden. Das wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Kommune aus.

Was ist in der Stadt am besten gelungen?

Uns freut am meisten, dass wir die Fördermittel für den Umbau der Mittelschule mit Turnhalle erhielten und mit dem Bau beginnen konnten. Ebenso konnten wir den Bau des Feuerwehrgerätehauses in Striegnitz beginnen und die Entschlammung des Dorfteiches in Wuhnitz. Das waren Maßnahmen, die wir schon Jahre vor uns hergeschoben haben.

Was wurde nicht erreicht?

Leider konnten wir die Straße zwischen Daubnitz und Zöthain nicht in Stand setzen. Der Fördermittelbescheid traf erst am 5. Januar dieses Jahres bei uns ein. Im Frühjahr kann aber der Bau beginnen.

Die Problematik der Abwasserbeiträge hat die Stadt lange Zeit gelähmt. Ist das Thema jetzt durch?

Ja, das ist es, selbst wenn noch eine Massenpetition an den Landtag anhängig ist. Auch hat ein Anwalt Widerspruch gegen den Stadtratsbeschluss zur Abwassersatzung eingelegt. Das sehen wir aber gelassen, zumal der Beschluss mit den zuständigen Behörden abgestimmt und nach den geltenden Rechtsnormen beschlossen wurde.

Die Stadt ist gut aufgestellt mit den Ortsfeuerwehren. Sollen diese alle erhalten bleiben?

Die Wehren bleiben erhalten. Sie müssen erhalten bleiben, weil wir alle Ortswehren laut Brandschutzbedarfsplan unbedingt benötigen.

Wie kann es gelingen, junge Leute in die Wehren zu bringen?

Im vergangenen Jahr ist es der Feuerwehr gelungen, fünf Jugendliche für die Jugendfeuerwehr zu gewinnen. Dieser Zuwachs ist deutlich größer als im Durchschnitt der vorhergehenden Jahre. Gelungen ist dies dank der bewährten Arbeit des Jugendwehrleiters und einer neuen Ausbilderin.

Wie haben sich die Gewerbesteuereinnahmen im Vorjahr entwickelt?

Wir hatten 900 000 Euro eingeplant, tatsächlich 1 045 000 Euro eingenommen.

Rechnen Sie für 2009 mit einem Einbruch dieser Einnahmen?

Mit einem Einbruch rechne ich nicht, weil der Großteil der Gewerbesteuereinnahmen aus Betrieben der Landwirtschaft beziehungsweise der zugeordneten Produktions- und Dienstleistungszweige stammt.

Wie will Lommatzsch den Rechtsanspruch auf einen Kindertagesstättenplatz für jedes Kind gewährleisten?

Für Kindergarten und Hort ist er bereits jetzt durchgesetzt. Im Krippenbereich wollen wir das bis 2013 durch den Ausbau der Kindertagespflege erreichen. Wir setzen auf Tagesmütter, weil wir hierdurch flexibler agieren können. Ein Aus- oder Neubau von Kindertagesstätten ist nicht geplant.

Ist ein Trägerwechsel für die Kindereinrichtungen mittelfristig ein Thema?

Ein solcher Trägerwechsel ist derzeit keine Thema.

Im Juni sind Kommunalwahlen. Was erwarten Sie vom neuen Stadtrat?

Vom Stadtrat erwarte ich beschlussfähige Mehrheiten und dass die Sacharbeit die Kommunalpolitik bestimmt.

Erwarten Sie, dass die NPD den Einzug in den Lommatzscher Stadtrat schafft?

Das erwarte ich nicht, weil die etablierten Parteien im Stadtrat die kommunalen Themen abdecken. Die NPD wird vor allem zu politischen Themen des Bundes, des Landes und zum Teil des Kreises wahrgenommen. Zum Glück ist das bei Kommunalthemen nicht der Fall.

Wenn doch, wie wollen Sie damit umgehen?

Dann müssen wir uns mit dieser Partei auf demokratischem Weg auseinandersetzen.

Halten Sie als Kreisrätin den Umgang mit der NPD im Kreistag für glücklich?

Es gab anfangs Anlaufschwierigkeiten, doch jetzt sind wir wohl auf dem richtigen Weg.

Welche Ziele hat die Stadt für 2009?

Für die Stadt stehen die Sanierung der Mittelschule, der Kanalbau in der Innenstadt, der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Striegnitz und die weitere Sanierung der Kindertagesstätte Raubaer Straße auf der Tagesordnung.

Gespräch: Jürgen Müller