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Lückenschluss am Oder-Neiße-Radweg

Die Stadt hat alle benötigten Grundstücke bei Ludwigsdorf und Ober Neundorf beisammen. Nun fehlen noch Fördermittel.

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Von Ingo Kramer

Nächstes Jahr könnte ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gehen: Der Oder-Neiße-Radweg zwischen Ludwigsdorf und der nördlichen Stadtgrenze bei Ober Neundorf soll geschlossen werden. Der Streckenverlauf steht fest: Beginn ist in Ludwigsdorf an der Neißetalstraße, an der Ecke zum Platz der Einheit. Von da soll der Weg an die Neiße führen. Anschließend begleitet er den Fluss bis zur Gemarkungsgrenze Zodel. Dort hat die Gemeinde Neißeaue ihren Teil des Radweges schon im Jahr 2008 fertiggestellt. Er endet seither im Nichts. „Nach mehrjährigen Bemühungen sind wir nun Eigentümer beziehungsweise Verfügungsberechtigte aller Grundstücke“, sagt der zuständige Amtsleiter Torsten Tschage. „Verfügungsberechtigte“ bedeutet, dass der Stadt ein Teil der Flächen nicht gehört, sie aber Rechte auf den Grundstücken hat. Insgesamt ging es um 23 Grundstücke, die zuvor nicht in städtischem Eigentum waren.

Weil es nun so weit ist, hat der Verwaltungsausschuss in dieser Woche die für den Bau zurückgelegten städtischen Eigenmittel freigegeben. Das sind knapp 93 000 Euro. „Nach diesem Beschluss können wir nun die Fördermittel beantragen“, erklärt Tschage. Nach dem jetzigen Stand der Kostenberechnungen schlägt der Bau mit 484 000 Euro zu Buche. Die Stadt hofft, dass 80 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen werden. Dann würde die Rechnung aufgehen, um den Radwegbau bezahlen zu können. Wenn ein positiver Fördermittelbescheid vorliegt, können die Stadträte schließlich den Baubeschluss verabschieden. Jetzt hofft die Verwaltung, dass das alles möglichst schnell geht.

„Wir streben einen Baubeginn im Frühling nächsten Jahres an“, erklärt der Amtsleiter. Wenn das gelingt, soll der Weg noch im zweiten oder spätestens im dritten Quartal 2014 fertig werden. Damit wäre die wichtigste Lücke des Oder-Neiße-Radweges im Stadtgebiet von Görlitz geschlossen – allerdings nicht die einzige. Innerhalb von Ludwigsdorf läuft der Radweg derzeit auch auf Autostraßen. Daran wird sich nach Auskunft von Tschage so schnell nichts ändern. „Weitere Bauabschnitte haben wir weder eigentumsrechtlich noch bautechnisch vorbereitet“, erklärt der Amtsleiter. Der Fokus habe erst einmal auf dem Abschnitt zwischen dem Platz der Einheit und Zodel gelegen. „Eine Weiterführung ist erst mit der Einordnung in nachfolgende Haushaltsjahre möglich“, erläutert Tschage.

Mehrere Einwohner von Ludwigsdorf besuchten die Ausschusssitzung in dieser Woche. Sie hatten auf inhaltliche Details gehofft. Darauf aber war die Verwaltung nicht vorbereitet. In der Sitzung ging es nur um Finanzen, nicht um Inhalte. Baubürgermeister Michael Wieler versprach den Einwohnern jedoch, alle Infos zur Wegeführung bis nächste Woche an Wolf Dieter Friesecke zu schicken, den Ortsvorsteher von Ludwigsdorf und Ober Neundorf.