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Riesen-Fete am Lugturm

Das Riesenrad steht für einen Geburtstag, einen Auftakt und die Zukunft. Dass es acht Wochen steht, sorgt aber für Sorgenfalten. Ein Video von der ersten Fahrt.

Acht Wochen thront es am Lugturm und ist weithin zu sehen: das Riesenrad. Am Freitag dreht es sich für die Besucher das erste Mal.
Acht Wochen thront es am Lugturm und ist weithin zu sehen: das Riesenrad. Am Freitag dreht es sich für die Besucher das erste Mal. © Daniel Schäfer

Wenn man 140 Jahre alt wird, ist das schon eine besondere Feier wert. Der Lugturm erlebt dieses Jubiläum jetzt und feiert das acht Wochen lang. Am kommenden Wochenende mit dem Auftakt der Riesenrad-Fahrten, am darauffolgenden Wochenende mit dem Turmfest. Und das Pächter-Ehepaar macht dem Turm und sich mit Freunden noch ein Geschenk.

Der Turm

1880 gebaut, soll er nächstes Jahr wieder begehbar sein: der Turm auf dem Lugturm-Gelände, dem es seinen Namen zu verdanken hat.
1880 gebaut, soll er nächstes Jahr wieder begehbar sein: der Turm auf dem Lugturm-Gelände, dem es seinen Namen zu verdanken hat. © Daniel Schäfer

Genschmars beginnen wie versprochen im Jubiläumsjahr mit der Sanierung des Turmes. Nächstes Jahr im Frühjahr soll er wieder bestiegen werden können. Für die Sanierung des Turmes hat das Landratsamt rund 20.000 Euro beigesteuert - und ein Schild. Das blau-weiße Denkmalschild wird dann am Turm angebracht. Insgesamt werden rund 100.000 Euro für den Turm gebraucht. Für die 1998 von Randalierern entfernten Brüstungen gibt es schon den ersten Spender.  Weitere Spenden sollen am Festwochenende und darüber hinaus gesammelt werden. Bisher kamen rund 2.500 Euro zusammen. Die Namen der Spender werden entsprechend am Turm verewigt, sagt Genschmar. Neben den Brüstungen sind auch die Treppen sowie die Schriftzüge und die gesamte Statik in Ordnung zu bringen.

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Die Gaststätte

Nach dem Turm soll eine Gaststätte das nächste Projekt sein. Eine Kneipe, wie sie bis zum Brand 1995 schon einmal auf dem Plateau stand. Mehr Almhütte als feine Küche. Damit will Genschmar das Areal zum Erholungsgebiet machen und ihm ein weiteres Stück Geschichte zurückgeben. Große Veranstaltungen mit Musik sollen auch weiterhin die Ausnahme bleiben. Sie finden bisher viermal im Jahr plus Silvester statt. Für Silvester gibt es aktuell für das Zelt die Auflage von maximal 200 Gästen. 

Mit der Gaststätte und dem Turm verbinden viele Heidenauer und Dresdner Erinnerungen. Immer wieder kommen Leute, die hier geheiratet und gefeiert haben. So haben Genschmars schon viele Lugturm-Andenken erhalten. 

Das Riesenrad

Der Blick aus einer der 24 Gondeln des Riesenrades: In drei Minuten dreht es etwa fünfmal die Runde, sodass genügend Zeit ist, in alle Richtungen zu schauen.
Der Blick aus einer der 24 Gondeln des Riesenrades: In drei Minuten dreht es etwa fünfmal die Runde, sodass genügend Zeit ist, in alle Richtungen zu schauen. © Daniel Schäfer

35 Meter hoch, 24 Gondeln, drei Minuten: Das sind die Traummaße des Riesenrades am Lugturm. Weithin es seit ein paar Tagen zu sehen und wird die nächsten acht Wochen das Bild prägen. Immer von Freitag bis Sonntag dreht es sich - freitags 17 bis 21 Uhr, sonnabends 11 bis 20 Uhr und sonntags 13 bis 20 Uhr. Eine Fahrt kostet für Erwachsene vier, für Kinder drei Euro. Musik wie auf dem Rummel gibt es nicht. Das ist ein Zugeständnis an den Standort, die Natur und die Anwohner. 

In den drei Minuten werden fünf bis sechs Riesenrad-Runden gedreht. Der Blick in alle Richtungen ist fantastisch. Für Schausteller Schubert ist es das erste Mal seit dem Weihnachtsmarkt am Goldenen Reiter in Dresden, dass sich sein Riesenrad dreht. 

Unter denen gibt es jedoch durchaus Bedenken. Die, dass das Riesenrad der Anfang von einem Rummel sein könnte, räumt Genschmar aus. Er sagt: Das Riesenrad ist eine einmalige Sache. Die nächsten zehn Jahre steht keins hier. 

Tipps für Besucher 

  • Es stehen 50 Parkplätze am Lugturm zur Verfügung. Entlang der Straßen rund um den Lugturm gilt Parkverbot. Das einzuhalten, ist auch im Interesse der Rettungsfahrzeuge sowie der Anwohner wichtig. Schilder und Absperrungen sollen für Ordnung sorgen. Es wird Einweiser sowie Kontrollen von Polizei und Stadt geben.
  • Wer kann, sollte zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen. Für Fahrräder gibt es zahlreiche Abstellmöglichkeiten. Es gibt zahlreiche schöne Wege, die aus allen richtigen zum Lugturm führen.
  • Die vorhandenen zwei Toiletten-Häuschen werden bei Bedarf um ein bis zwei weitere aufgestockt.

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Dennoch haben Frank Karow, Frank Schulze und andere ihre Sorgen. Geburtstag feiert man einen Tag, auch mal ein Wochenende, aber acht  Wochen lang? Das überschreitet eine Grenze, sagt Karow. "Das greift in unser Leben ein." Genschmar ist sich einer "gewissen Problematik" bewusst. Die Botschaft der Kritiker: Alles, was bisher um den Lugturm geschah und noch geplant ist, prima. Doch die Angst vor einem großen Veranstaltungsplatz lässt sie zum Riesenrad Nein sagen. Die beschworene Ruhe und Aura des Lugturm werde damit gestört. Genschmar bietet ein Gespräch an, das die Anwohner auch annehmen.  Man wird sich in den nächsten Tagen treffen.

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