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Gaudi im Pichmännel-Lulatschland

Oktoberfest-Fans müssen nicht bis zur Sause im April warten. Gepichelt wird schon bald - im Gare de la Lune, wo eine zünftige Kirmes Trachtenträgern einheizt.

Sie alle bereiten das Lulatschland im Gare de la Lune an der Pillnitzer Landstraße vor:Linda Glaser, Michael Rüdrich, Simone Lachmund und Michael Kramer (v.l.).
Sie alle bereiten das Lulatschland im Gare de la Lune an der Pillnitzer Landstraße vor:Linda Glaser, Michael Rüdrich, Simone Lachmund und Michael Kramer (v.l.). © Sven Ellger

Dresden. Ein Jahr ohne Dirndl ist möglich. Aber sinnlos. Schließlich haben sich in den vergangenen Jahren so viele Dresdner von der bayrischen Trachtenmode anstecken lassen und etliche Taler für ihre Festausstattung in die Hand genommen: Kleid, Bluse, Schürze die Damen, Lederhose, Hemd und Janker die Herren.

Seit das alljährliche Pichmännel-Oktoberfest wegen Corona auf April verschoben werden musste, das große Münchner Vorbild momentan ebenfalls nicht gefeiert werden darf, ebenso wenig wie alle Sprösslinge in ganz Sachsen, bangen die Fans um ihren großen Auftritt, um die Gaudi und die Maß.

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Müssen sie aber nicht. Denn die Kostümierung - als die das ganze Trachtengeschehen hierzulande ja ehrlicherweise verstanden werden muss -, das Feldschlösschen-Festbier und die schon vermisste fröhliche Sause haben eine neue Adresse: das Pichmännel-Lulatschland im Gare de la Lune an der Pillnitzer Landstraße. Dorthin laden Steffen Grosche und Michael Kramer von Waterloo-Produktion zusammen mit Michael Rüdrich, Inhaber des Sommergartens Gare de la Lune, ab Anfang Oktober ein.

Ein Schlacks, der sich nicht verrückt machen lässt

"Wir planen hier das, was unter den aktuellen Umständen eben geht und machen etwas ganz Großartiges daraus", sagt Michael Kramer. Wie die meisten Veranstaltungsfirmen hat auch seine unter den Folgen Coronas zu leiden. Große Partys, Bälle und Feste fielen aus oder wurden ins nächste Jahr verschoben. Mit dem Gare de la Lune haben er und Steffen Grosche den perfekten Ort gefunden, an dem sich eine Kirmes mit allem Einfallsreichtum feiern lässt - ganz so wie es Laune macht, bedenkenlos erlaubt ist und Anlass gibt, endlich die Dirndl aus dem Schrank zu holen.

"Das Pichmännel-Lulatschland ist kein Ersatz für das Pichmännelfest", betonen die Veranstalter. Es mag Parallelen geben, doch der Biergarten an der Elbe wird noch mehr bieten, als Bier in Strömen, Tanz auf den Tischen und Kater am Morgen danach. Die ganze Familie soll Spaß am Feiern haben. Dafür bieten die Macher an den Wochenenden zwischen dem 2. und dem 25. Oktober jede Menge gediegene Rummelunterhaltung mit Büchsenwerfen, Schießstand, einem historischen Dampf-Riesenrad, einem Nostalgie-Karussell, einer Luftschaukel und einer Tombola.

Weil in geschlossenen Räumen in größerer Runde nicht gefeiert werden darf und im Oktober das Wetter erfahrungsgemäß wechselhaft ist, haben sich die Väter des Lulatschs eine Variante zwischen Open Air und Indoor einfallen lassen. Teile des Festgeländes überdachen sie mit Festzeltplanen. So sind die Gäste unter freiem Himmel dennoch regensicher. 

Die Sängerin und Schauspielerin Regina Felber gestaltet das Programm mit. Sonnabends gehört dazu auch Livemusik.
Die Sängerin und Schauspielerin Regina Felber gestaltet das Programm mit. Sonnabends gehört dazu auch Livemusik. © Sven Ellger

"Unser Hygienekonzept ist von den entsprechenden Stellen abgesegnet, und wir werden es eins zu eins umsetzten, inklusive der Kontaktrückverfolgung", sagt Steffen Grosche. Er wisse: Die Leute haben Angst vor Corona und kehren nur zögerlich in die Restaurants, Einkaufszentren und auch Biergärten zurück. Wenn sich jedoch jeder Besucher an die geltenden Regeln halte, dann seien Sorgen nicht nötig. 

Dazu gehöre auch, dass die Gäste Tickets reservieren. Denn jeder Besucher muss einen festen Platz haben, weil über seine Buchung im Notfall die Rückverfolgung zum Schutz vor Corona erfolgt. Der kleine Bruder des Pichmännelfestes bietet rund 300 Sitzplätze. Anmeldung sichert also einen ausgelassenen Abend. 

Ab Mitte September werden die Veranstalter das Lulatschland aufbauen. Auf die Frage, wie es zu diesem Namen kam, lacht Steffen Grosche und verweist auf den Duden. Dort stehe das Wort doch drin, also könne man es auch verwenden. Und was ein Lulatsch ist, das weiß jedes Kind: eine schlurfender, schlacksiger, groß geratener Typ. Das passt zu einem, der die Dinge überschaut und sich von nix verrückt machen lässt. Vor allem aber klingt es einfach schön. 

Pichmännel-Lulatschland, 2. Oktober bis 25. Oktober, Garde de la Lune, Pillnitzer Landstraße 148, Eintritt Freitag: 5 Euro, Sonnabend: 7 Euro (mit Livemusik), Sonntag frei, Einlass: 17 Uhr, Beginn: 18 Uhr, Ende: 22 Uhr

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