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Lumpensammler holt die letzten Kunden ab

Kirnitzschtal. Das Fest im Tal scheitert nicht mehr am Verkehr. Pendelbus und Lumpensammler sind echte Alternativen.

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Von Heike Sabel

Das Tal ist eng, die Parkplätze sind rar, die Waldbrandgefahr ist hoch und die Verführung zu alkoholischen Getränken groß. Was tun? Da die Organisatoren möglichst viele Gäste am Wochenende im Tal haben wollen, ließen sie sich etwas einfallen: Zwei Pendelbusse sorgen am Tag für grenzenloses Feiervergnügen, ein Lumpensammler verlängert die Freuden.

Für fünf Euro ist man den ganzen Tag mobil. Damit stehen einem die Türen der Kirnitzschtalbahn und so oft man will auch der Pendelbusse offen. Und die gastgebenden Wirte lösen die fünf Euro sogar noch gegen Bratwurst, Bier oder anderes ein. Der Eintritt zu ihren Veranstaltungen am Tag ist damit ebenfalls beglichen, sagt Markus Galle, der Neumannmühlenwirt, im Namen der Veranstalter. Die Pendelbusse fahren zwischen Lichtenhainer Wasserfall und dem Ottendorfer „Gasthof zum Kirnitzschtal“ hin und her. Start ist in Lichtenhain 10.30 Uhr, in Ottendorf 10.15 Uhr, die letzten Busse fahren 19.15 und 19.30 Uhr. Am Sonntag fahren die Busse bis 19 Uhr.

In Ottendorf ist in diesen Tagen noch eine Wiese als Parkplatz vorbereitet worden. Aber auch hier mahnen die Veranstalter zur Vorsicht in Sachen Brandgefahr. Doch ansonsten ist diese Variante eine, die ein ungestörtes Treiben im Kirnitzschtal garantiert. Und wer dem noch nicht 19 Uhr adieu sagen will – schließlich klappert es erst abends so richtig in den Mühlen des Tales –, für den gibt es den „Lumpensammler.“ Der dreht ab der Ottendorfer Hütte stündlich zwischen 1 und 3 Uhr seine Runde und hält Galle zufolge an allen öffentlichen Haltestellen (Kasten), bis er jeweils 50 Minuten später am Sebnitzer Busbahnhof ist und zur nächsten Runde startet. Wer also sein Auto am Ottendorfer Gasthof stehen lässt, erreicht es nach einem kleinen nächtlichen Spaziergang von der Hütte aus.

Für die Organisatoren des elften Kirnitzschtalfestes sind diese beiden Busangebote ihr Beitrag, um dem wilden Parken im Tal Einhalt zu gebieten. „Bequemer geht’s wirklich nicht“, sagt Galle und hofft, dass das auch viele Besucher so sehen. Dann steht einem Fest der besonderen Art nichts mehr im Wege. Und wie gesagt, weil man kaum alles bis 19 Uhr schafft, gibt es den Lumpensammler …S.18