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Dresden

Gedenkkunst: Engel rollen durch Dresden

Provokant wie die Hochkant-Busse? Die Stadt hat ein Kunstprojekt zum 13. Februar. Wie die rollenden Engel Offenheit bringen sollen.

Auftakt der Kunstaktion „Rolling Angels“, vlnr.: die Künstler: Geir Johnson & Marit - Beuthe Norheim, vor Kulturpalast, Altmarkt, Dresden, Foto: Rene Meinig
Honorarfrei für Produkte von Sächsische.de und Sächsischer Zeitung
Auftakt der Kunstaktion „Rolling Angels“, vlnr.: die Künstler: Geir Johnson & Marit - Beuthe Norheim, vor Kulturpalast, Altmarkt, Dresden, Foto: Rene Meinig Honorarfrei für Produkte von Sächsische.de und Sächsischer Zeitung © Rene Meinig, Schubertsrasse 39 D

Sie sind aus Beton, rollen durch die Stadt und sollen zu Bewegung und Kommunikation anregen. Das Kunsthaus Dresden hat eine neue Installation als Kunst im öffentlichen Raum zum 13. Februar gestartet.

Natürlich rollen sie nicht alleine durch die Stadt. Sie werden geschoben und Dresdner dürfen sie schieben. "Rolling Angels" sind 17 Betonskulpturen auf Rollen, die Engel darstellen. Frieden, Versöhnung und der Zusammenhalt für die Zukunft seien die Themen, die uns vor dem Hintergrund des Gedenkens zum 75. Jahrestages der Bombardierung Dresdens beschäftigen, sagt Kunsthaus-Chefin Christiane Mennicke-Schwarz.

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Am Mittwochabend wurden die Skulpturen übergeben. Passanten schauten neugierig und verwundert. Einige stellten sich auch daneben, denn die Engel machen Geräusche.

"Wenn es Engel gäbe, wobei könnten diese uns heute helfen?", fragt Mennicke-Schwarz. Engel und Schutzgeister gibt es in unterschiedlichen Mythologien und Religionen "Als Boten und Mittler spiegeln sie bis heute die Sorge der Menschen um Zukunft und Vergangenheit", erklärt Mennicke-Schwarz. Sie stehen für Trauer und Überwindung.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sagte zur Einweihung, er sei "wahnsinnig gespannt". Gerade in diesen Tagen, wo der 75. Jahrestag der Zerstörung Dresdens bevorstehe. "Wir haben fast 75 keinen Krieg erleben müssen", so der OB. "Aber wir müssen sehr wachsam sein. Es gibt einen zunehmenden Rassismus. Insbesondere schwächere Mitglieder der Gesellschaft wie die jüdische Gemeinde, trifft es häufig als erste."

Auftakt der Kunstaktion „Rolling Angels“, OB Hilbert, vor Kulturpalast, Altmarkt, Dresden, Foto: Rene Meinig
Honorarfrei für Produkte von Sächsische.de und Sächsischer Zeitung
Auftakt der Kunstaktion „Rolling Angels“, OB Hilbert, vor Kulturpalast, Altmarkt, Dresden, Foto: Rene Meinig Honorarfrei für Produkte von Sächsische.de und Sächsischer Zeitung © René Meinig

Deshalb freue sich OB Hilbert, dass nun internationale Künstler "Offenheit nach Dresden bringen".  Die Engel wurden von der dänisch-norwegischen Künstlerin Marit Benthe Norheim geschaffen. Sie machen zirpende Geräusche.  Diese Soundinstallation ist vom norwegischen Komponisten Geir Johnson und basiert auf Insektengeräuschen.

Ab diesem Donnerstag ziehen sie durch die Stadt. Geplant ist, dass sie immer nachmittags auf dem Neu- und Altmarkt unterwegs sind und auf der Hauptstraße und dem Albertplatz. Sie werden begleitet von einem Projektteam, um die Engel zu erklären und vor Vandalismus zu schützen. 

Zwei der 17 Schutzengel wurden für Dresden geschaffen. „The Carrier“ (Der Tragende) und „The Caretaker“ (Der Sorgende) bleiben in der Stadt. Die anderen sind bis zum 16. Februar unterwegs. "In ihren Armen und auf den Flügeln tragen sie die Erinnerung an die Toten der Shoa, des 2. Weltkrieges in Europa und der immer noch anhaltenden kriegerischen Gewalt gegen Menschen überall in der Welt", so Mennicke-Schwarz.

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Parallel dazu gibt es eine Ausstellung im Kunsthaus. "Requiem" zeigt vom 9. Februar bis zum 20. April aktuelle Perspektiven der Trauer und des Gedenkens.

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