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Lustgarten-Veranstalter dürfen weiter hoffen

Ein Festival auf dem ehemaligen Russensportplatz zur BRN wird immer wahrscheinlicher. Jetzt hat der Stadtrat das letzte Wort.

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Von Ulrike Kirsten

Der Verein Kultur Aktiv hat die nächste Hürde für das diesjährige Festival zur Bunten Republik Neustadt (BRN) genommen. Grüne und Linke hatten in den vergangenen Wochen einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. Dieser bekam am Montagnachmittag auch die nötige Mehrheit im Finanzausschuss. Zuvor hatten bereits der Neustädter Ortsbeirat sowie der Umwelt- und Verwaltungsausschuss dem interfraktionellen Antrag zugestimmt. Dieser sieht vor, dass das Lustgarten-Festival 2015 auf dem ehemaligen Russensportplatz im Alaunpark stattfindet.

Bisher stand dem Kultur Aktiv dafür eine Fläche zwischen Bautzner und Böhmischer Straße zur Verfügung. Dort entsteht aber ein neues Wohngebiet, sodass das Areal letztmalig im vergangenen Jahr für das Festival genutzt werden konnte. Der Verein hatte deshalb bereits im Sommer 2014 bei der Stadt um Hilfe gebeten und den Alaunpark als Ersatzfläche ins Spiel gebracht. Das lehnte die Verwaltung jedoch schon frühzeitig wegen Sicherheitsbedenken strikt ab.

An der Ablehnung hat sich auch bis heute nichts geändert. Die Stadt betrachtet das Vorhaben weiterhin kritisch. So sieht sich die Verwaltung nicht in der Lage, den öffentlichen Bereich außerhalb des Festivals personell abzudecken. Zudem lasse es der Zustand der Fläche noch nicht zu, dort Veranstaltungen abzuhalten. Die Stadt fürchtet, dass es während der BRN zu Unfällen kommen könnte, will das Festival deshalb dort verhindern. Viele Neustädter können das nicht nachvollziehen. „Der ständige Verweis auf die kommunale Haftung im Schadensfall mag verwaltungsrechtlich richtig sein“, sagt Ortsbeirat Holger Knaak (Linke). Im Vergleich zu dem Schadensrisiko, das für die Stadt mit dem häufig überfüllten BRN-Festgebiet bestünde, sei das Argument aber nur wenig überzeugend.

Vorbehalte gegen das Festival auf dem ehemaligen Russensportplatz hat auch Thomas Wurche, Leiter des Polizeireviers Nord. Er fürchtet vor allem, dass der Bischofsweg als möglicher Fluchtweg während der BRN im Notfall überfüllt sein könnte. Viele Neustädter sehen das anders. Denn 2015 fallen zwei weitere große Flächen im Festgebiet weg, weil sie bebaut werden. Trotzdem werden wieder Zehntausende zum 25. Geburtstag der BRN kommen. Wo man sonst zur Seite treten konnte, wird sich so alles noch weiter verdichten und nur noch auf der Straße abspielen, wo es schon jetzt oft zu eng ist.„Die Verlagerung des Lustgartens auf den ehemaligen Russensportplatz in diesem Jahr wird für mehr Sicherheit auf dem Festgelände der Bunten Republik sorgen“, sagt Stadtrat Torsten Schulze (Grüne), einer der Initiatoren des interfraktionellen Antrages.

Noch ist jedoch keine endgültige Entscheidung getroffen. Zwar bekam der Antrag im Finanzausschuss eine Mehrheit. Das letzte Wort haben aber die Stadträte. Weil die CDU noch erhöhten fraktionsinternen Beratungsbedarf hat, wird der Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung gehoben. Dennoch ist auch die Stadt bemüht, dem Verein aus der misslichen Lage zu helfen. Ortsamtsleiter André Barth hatte die Nutzung der Fläche hinter dem ehemaligen Ortsamt in der Königsbrücker Straße 8 als möglichen Veranstaltungsort vorgeschlagen. Mirko Sennewald vom Verein Kultur Aktiv findet die Fläche aber zu klein. „Für unser Konzept eignet sich der Alaunplatz einfach besser.“