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Luther-Platz wird bis Jahresende umgebaut

Nach jahrelangen Debatten hat die Sanierung begonnen. Durch die Arbeiten fallen 81 Parkplätze weg. Anwohner sind besorgt.

© André Wirsig

Von Ulrike Kirsten

Schotterpisten, Parkverbot, Baulärm – damit müssen Händler und Anwohner am Martin-Luther-Platz nun ein halbes Jahr Vorlieb nehmen. Lange war über die Sanierung des Neustädter Platzes gestritten worden. Doch nun wird sich dort vieles ändern, vor allem das bisherige Aussehen des historischen Platzes. Der Umbau hatte sich zuvor mehrmals verzögert, weil die Finanzierung durch die Stadt nicht geklärt war. So sollten die Arbeiten bereits im Herbst 2013 beginnen.

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Kritik hatte es beispielsweise immer wieder daran gegeben, dass nach der Umgestaltung des Platzes 81 Parkplätze wegfallen. Das sind mehr als die Hälfte der bisherigen Stellplätze. „Wohin mit all den Autos?“, fragte Ortsbeirätin Benita Horst (FDP) schon vor Jahren. Händler und Gewerbetreibende wie das Café Lloyds fürchten nun Umsatzeinbuße durch die lang anhaltenden Arbeiten. Magnus Hecht, der direkt am Martin-Luther-Platz bei der Wir AG sein Büro hat, stört sich besonders daran, dass für den neuen Martin-Luther-Platz gleich mehrere Bäume weichen müssen und überhaupt nicht viel vom alten Aussehen des markanten Platzes bleiben wird.

Begonnen haben die Arbeiten am nördlichen Teil, die auch den Brunnenplatz mit einschließen. Dieser Bereich ist seit Montag voll für den Verkehr gesperrt. Voraussichtlich im September sollen die Arbeiten dort fertig sein. Anschließend wird die Baustelle auf die südlichen Platzhälfte verlagert, die dann ebenfalls voll gesperrt werden muss. Anwohner und Besucher können den Platz in dieser Zeit nur beschränkt mit dem Auto erreichen.

Wer einen Parkplatz während der Bauarbeiten sucht, bittet die Stadt, die Parkhäuser auf der Bautzner Straße und der Kamenzer Straße zu nutzen. An der Umgestaltung des Martin-Luther-Platzes sind mehrere Unternehmen beteiligt. Drewag, Stadtentwässerung und Kabel Deutschland erneuern ihre unterirdischen Versorgungsleitungen. Die Stadt kümmert sich um die Erneuerung der Straßenoberfläche. Statt des bisherigen unebenen Kopfsteinpflasters erhält die gesamte Fahrbahn eine barriere- und lärmarme Oberfläche. Dafür wird rotes, ebenes Granitkleinpflaster verlegt. Die Fußwege bekommen Granitkrustenplatten. An den Kreuzungen und Querungsstellen verlegen die Bauarbeiter zur optischen Abgrenzung Granitkleinpflaster.

Bäume müssen gefällt werden

Um den Kugelbrunnen im westlichen Teil des Martin-Luther-Platzes ändert sich nur wenig. Oberfläche und Entwässerung werden nur saniert. Im östlichen Halbrund um die Apsis der Martin-Luther-Kirche liegt die Baugrenze an der Grünfläche. Diese bleibt unverändert, das vorhandene rote Rechteckkleinpflaster wird wieder eingebaut. Außerdem ist geplant, drei Bäume zu fällen. Es sollen aber auch neue gepflanzt werden.

Vier Bäume werden auf dem östlichen Platz, an der Kirchenapsis, neu gesetzt. Zwei Säulen-Tulpenbäume werden an der Einmündung zur Martin-Luther-Straße in Richtung Bautzner Straße gepflanzt. Nördlich der Martin-Luther-Kirche entsteht zudem eine unterirdische Containeranlage, in der die Neustädter künftig ihren Glasmüll entsorgen können. Vier neue Papierkörbe werden außerdem im westlichen Teil des Platzes aufgestellt. Die historischen Kandelaber bleiben erhalten.

Immer wieder war es unter Anwohnern und im Neustädter Ortsbeirat zu Diskussionen über die Umgestaltung gekommen. Einige Wünsche aus einer Bürgerumfrage zur Sanierung des Platzes von 2008 sind aber doch in die Pläne eingeflossen. Die Parkflächen und die Zufahrt vor der Kirche werden mit dem vorhandenen Wildpflaster belegt. Die Auto-Stellflächen für Menschen mit Behinderung am Gemeindehaus sind eine Besonderheit. Sie bekommen ebenes Großpflaster. Radler dürfen sich über 43 neue Fahrradständer freuen. Poller sichern die Zufahrt zur Kirche. Das Projekt kostet insgesamt etwa 800.000 Euro. Es wird von der Stadt finanziert. Zusätzlich fließen Fördermittel vom Bund und vom Freistaat Sachsen in das Vorhaben. Es ist eines der letzten großen Förderprojekte im Sanierungsgebiet Äußere Neustadt.