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Lutz Grafe rattert in Koselitz zum Sieg

Funsport. Eine schwierige Strecke verlangte denmutigen Piloten beimDumperrennen alles ab.

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Von Peter Noack

Ratternde Dumper gehören seit elf Jahren untrennbar zum jährlichen Koselitzmarkt. 47 solcher dreirädrigen Baufahrzeuge mit Dieselmotoren aus DDR-Produktion hatten sich am Sonntag zum Lauf für die deutsche Dumpermeisterschaft in der Gemeinde eingefunden.

Das Koselitzer Rennen gilt als die Mutter aller Dumperrennen. Von hier aus startete vor elf Jahren ein Spektakel, das deutschlandweit immer mehr Fans findet. Bei idealem Wetter begann am Sonntag zehn Uhr das Rennen um begehrte Pokale und wichtige Meistertitel-Punkte. Der 176 Meter lange Parcours muss zwei Mal durchfahren werden. Er war mit neuen Schwierigkeiten bestückt worden. Gegenüber der Vorjahresstrecke mussten die Piloten mit ihren Dreikantfeilen zusätzlich ein Holzpodest überwinden und einen engen doppelten Kreisverkehr durchfahren.

Ohne Fehler über die Strecke

Aber das beeindruckte die Dumperhelden überhaupt nicht. Sogar Winfried Eismann hatte sich in Koselitz eingefunden. Der 61-jährige Leipziger hat an der Konstruktion von Dumpern in der DDR mitgearbeitet und es sich nicht nehmen lassen, mal als Zuschauer dabei zu sein. Der älteste Teilnehmer Siegfried Weimann war von Anfang an mit von der Partie. Ohne Fehler meisterte er den anspruchvollen Kurs. „Klar ist die Strecke schwieriger als die vor elf Jahren, aber mit Geschicklichkeit und fahrerischem Können schafft man auch die neuen Bedingungen. Früher konnte man mit dem bloßen Lenkrad lenken, aber bei der jetzigen Strecke braucht man schon einen Knauf drauf“, sagte der 60-jährige Koselitzer.

Die 2,50 Meter bis drei Meter breite Fahrtroute war mit Autoreifen begrenzt. Jede Berührung kostete drei Strafsekunden. Eine exakte und schnelle Fahrweise konnte an diesem Sonntag nur Lutz Grafe aus Adelsdorf an den Tag legen: „Mit den neuen Schikanen habe ich keine Schwierigkeiten. Nur im Doppelkreisel habe ich ein bisschen verrissen, aber meine Zeit reichte aus.“ Die drei Strafsekunden konnten ihm den Sieg trotz scharfer Konkurrenz nicht nehmen.

Der Vorjahressieger schaffte es auch 2005, das Koselitzer Dumperrennen zu gewinnen. Mit einer Zeit von einer Minute, 53 Sekunden und 25 Hundertsteln verwies er Frank „Dumper“ Domsch aus Siebitz mit zwei Sekunden und 74 Hundertsteln Abstand auf den zweiten Platz.Daniel Hoffmann aus Lampertswalde nahm die Trophäe für den dritten Platz in Empfang.

Probleme mit der Technik

Auch die Damenwelt hat den Spaß am Dumperrennen entdeckt. Susanne Stein aus Markee bei Potsdam dringt in die Männerdomäne Dumperrennen ein. „Das war mein zweites Rennen. Ich hab’ Gefallen daran gefunden, und mein Ziel ist es, bei der deutschen Meisterschaft mal ganz vorn mitzumachen“, sagt die 18-Jährige aus dem Brandenburgischen, die ruhig und sicher in einer Zeit von vier Minuten und 90 Hundersteln die Strecken meisterte. Die Riesaerin Nadine Kretschmar hatte dagegen technische Probleme. Ihr Renndumper blieb oft stehen. „Ich krieg’ den Gang nicht rein!“ schimpfte sie. Da konnten auch ihre männlichen Kollegen trotz großer Mühe nicht helfen. Im ersten Gang tuckerte sie schließlich wenigsten ehrenhalber den Parcours bis zu Ende ab. Selbstverständlich wurde auch das gebührend gefeiert.

www.dumperrrennen.de