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Luxus sieht anders aus

über Hilfe für Asylbewerber

Alexander Kempf

Dezernent Werner Genau vom Landkreis Görlitz nennt die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern in Rothenburg am Tag der offenen Tür ein „Privileg“. Zustimmen kann ihm wohl nur, wer die bedrückenden Bedingungen in sächsischen Asylbewerberheimen kennt. Eine eigene Wohnung bietet da sicherlich ein bisschen mehr Frieden und Privatsphäre.

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Trotzdem werden die Familien in Rothenburg eine Weile brauchen, um sich einzurichten. Richtig, die Oberschule ist nahe, eine Bushaltestelle vor der Tür und hinterm Haus gibt es sogar neue Spielmöglichkeiten. Das klingt erst einmal toll. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass die Betten hart sind, das Mobiliar karg ist und die Zimmer wenig Wärme ausstrahlen. Luxus sieht anders aus.

Da machen sich die Sonnenblumen von Vincent van Gogh vielleicht ganz gut an der Wand. Ein Rothenburger hat den Neuankömmlingen eine Kopie des Gemäldes geschenkt. Sie mag nicht viel Wert sein. Vielleicht trifft das Bild auch nicht den Geschmack der Flüchtlinge. Die Geste aber ist von unschätzbarem Wert. Sie zeigt den Gestrandeten, dass sie in der Friedensstraße willkommen sind.

Der Tag der offenen Tür hat gezeigt, dass es noch viel Offenheit braucht, um einander vorurteilsfrei zu begegnen. Klischees und Neid nutzen niemandem. Mit ihrem Taschengeld werden die Asylbewerber auch künftig keine Sprünge machen. Helfende Hände sind also weiterhin wichtig. Denn davon hat auch Ansprechpartnerin Marika Vetter nur zwei.