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Luxushotel wird erweitert

Schumanns in Kirschau investieren in einen Anbau mit Tagungsräumen und 18 Zimmern. Auf dem Dach entsteht eine besondere Bar. Und es gibt weitere Veränderungen.

© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

Kirschau. Etwas in der Region Einmaliges hat das Hotel „Bei Schumann“ in Kirschau bald zu bieten. Voraussichtlich ab Frühjahr kommenden Jahres. Dann soll der neue Anbau fertig sein, auf dessen Dach die Besonderheit entsteht. Die Bauarbeiten starteten vor wenigen Tagen.

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Links des Luxushotels, etwas nach hinten versetzt, lassen die Inhaber und Betreiber Petra und Rüdiger Schumann ein 60 Meter langes dreistöckiges Gebäude errichten, das durch einen Gang im ersten Obergeschoss mit dem Haupthaus verbunden wird. Auf zwei Ebenen entstehen 18 neue Doppelzimmer. Mit jeweils über 40 Quadratmetern werden sie größer sein als die meisten üblichen Zimmer. „In der dritten Etage sind sehr hochwertige Tagungsräume geplant, ausgestattet mit modernster Technik“, berichtet Rüdiger Schumann. Wie er sagt, fehlen solche Räume bisher. Im Hotel gibt es jetzt nur zwei Möglichkeiten für derartige Veranstaltungen, die aber nicht optimal seien. Trotzdem finden des Öfteren Tagungen zum Beispiel von Firmen statt, für die die Teilnehmer zum Teil auch von weit her anreisen.

Entspannung im Grünen

Schumanns haben die Erfahrung gemacht, dass Veranstalter immer öfter nicht in der Großstadt, sondern auf dem Land tagen wollen. „Das ist dann gleichzeitig eine Auszeit für die Mitarbeiter“, kommentiert Rüdiger Schumann. Doch geeignete Räume sind in der Oberlausitz seinen Aussagen nach Mangelware. „Wir holen ein Geschäft in die Region, dass es hier bisher noch nicht gibt“, betont der Hotelbesitzer, der über die Investitionssumme Stillschweigen wahrt. Von dem neuen Angebot versprechen sich Schumanns noch Hotelgäste an den Wochentagen. – Für das neue Haus ist gerade mit dem Anlegen der Baugrube begonnen worden. Von der Straße aus, an der das Hotel steht, sieht man davon nicht viel mehr als ein paar rot-weiße Bauzäune und Absperrbänder. Denn der Anbau entsteht hinter der Kirschauer Kegelbahn und grenzt direkt an den Wald, der am Hang oberhalb der Körse-Therme wächst.

Die Lage im Grünen bietet beste Voraussetzungen für das, was auf dem Dach des Anbaus geplant ist. „Dort entsteht eine Sky-Bar“, kündigt Rüdiger Schumann an. Deren Gäste sitzen in Höhe der Baumkronen unter freiem Himmel, sind aber durch gläserne Wände vor Wind geschützt. Wenn er davon erzählt, gerät der Bauherr ins Schwärmen: „Dort kann man dem Rauschen der Blätter lauschen, dem Gesang der Vögel, und wer mag, kann mit den Füßen im Wasser baumeln.“ Denn rechts und links der Bar, die in der Mitte der Dachterrasse angeordnet ist, werden sehr große, aber ganz flache Wasserbecken angelegt. Die Sky-Bar ist nicht nur den Hotelgästen vorbehalten, sondern öffentlich von jedermann nutzbar – so wie alle Restaurants, die Hippo-Bar im Haus und der römische Spa-Tempel mit Saunalandschaft, 16 Behandlungsräumen, Innen- und Außen- sowie Whirlpool, betont Rüdiger Schumann.

Mit der Eröffnung des Anbaus rechnen die Inhaber des Vier-Sterne-Superior-Hotels im Februar oder März kommenden Jahres. Schon vorher setzen sie zwei weitere Baumaßnahmen um. Als Erstes lassen sie den Eingangsbereich umgestalten. Damit die Treppe, die zur gläsernen Automatik-Tür führt, verschwinden kann, wird der gesamte Hof angehoben. Anschließend entsteht eine an den Seiten offene Überdachung. So haben Gäste künftig die Möglichkeit, direkt vor die Tür zu fahren und dort im Trockenen aussteigen. Zugleich verbessern sich die Bedingungen für Behinderte, für die die drei Stufen am Eingang bisher ein Hindernis darstellten. In einem zweiten Schritt wird auf der Rückseite des Hotels ein Schrägaufzug installiert. Er führt künftig von der Terrasse des italienischen Restaurants runter zum hauseigenen See und einem Wandelgarten. Zwei Leute können darauf sitzend den Höhenunterschied überwinden und sich so den Ab- oder Aufstieg über einen etwas steilen Weg sparen.

Mehr Geld für Azubis

Mit Fertigstellung des Anbaus wird das Hotel zusätzliche Mitarbeiter benötigen; wie viele steht noch nicht fest. Aktuell sind rund 80 Frauen und Männer beschäftigt, darunter 19 Auszubildende, unter anderem in den Berufen Koch, Fitness-Kaufmann, Kosmetikerin, Hotel- oder Restaurant-Fachmann. Allein letztes Jahr wurden elf neue Lehrlinge eingestellt. Die Zahl der geeigneten Bewerber steige endlich wieder, ist Rüdiger Schumann froh und führt das auch darauf zurück, dass das Unternehmen die Bezüge für die Auszubildenden über den Tarif hinaus erhöht hat.

Im August dieses Jahres gibt es bei Schumanns Grund zum Feiern. Das 20. Jubiläum der Neueröffnung. Errichtet wurde das Haus – so ist es auf der Internetseite nachzulesen – Anfang der 20er-Jahre. Die Einweihung als Fremdenhof „Zum Weber“ erfolgte 1923. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Objekt als Kindergarten, Schulhort und Krippe, ab 1980 als Ferienheim und Gästehaus des damaligen volkseigenen Textilbetriebes Vegro. Kurz nach der Wende kam das Aus für den gesamten Komplex. Mitte der 90er-Jahre kaufte Familie Rüdiger Schumann das Haus und eröffnete es nach umfangreicher Umgestaltung und Renovierung 1998 wieder. 2005 wurde der neu errichtete Spa-Tempel eingeweiht. Er erweist sich laut Rüdiger Schumann als großer Gäste-Magnet; ebenso wie das Restaurant „Juwel“, das seit anderthalb Jahren einen Stern trägt und das einzige der sechs sächsischen Sterne-Restaurants ist, das sich nicht in einer Großstadt befindet.