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Machen Sie sich schick – für sich selbst!

Die Jogginghose ist zur Uniform der Corona-Pandemie geworden - auch im Homeoffice. Stilkolumnistin Carola Nahnsen erklärt, warum das nicht klug ist.

In Jogginghose zu Hause lümmeln - okay. Aber zum Arbeiten am heimischen Schreibtisch sollte man sich zurecht machen, um mental in den Arbeitsmodus zu kommen.
In Jogginghose zu Hause lümmeln - okay. Aber zum Arbeiten am heimischen Schreibtisch sollte man sich zurecht machen, um mental in den Arbeitsmodus zu kommen. © dpa

Von Carola Nahnsen

Ich sitze gerade im perlenbestickten Ballkleid im Homeoffice. – Spaß beiseite. Wir haben jetzt ganz andere Herausforderungen, und da rückt das Outfit bei sehr vielen in weite Ferne. Ich kann dies mehr als nachvollziehen. Auch mir sind von heute auf morgen 90 Prozent meiner Aufträge weggebrochen, und so geht es sehr vielen Unternehmern und Soloselbstständigen. Die zurzeit wichtigsten Menschen in Deutschland tragen Arbeitskleidung – Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und Kassiererinnen zum Beispiel.

Doch was ist mit denen, die zu Hause arbeiten? Ich habe in den letzten Wochen alles ausprobiert, von Jeans und Pulli, völlig ungeschminkt bis hin zum schönen Kleid und einem leichten Make-up. Ja, auch die Haare habe ich mir gemacht. Eines kann ich Ihnen sagen: Die Tage im Pulli und im „Bitte lass jetzt keinen klingeln“-Modus sind natürlich völlig in Ordnung. Doch wohl habe ich mich in dem Tarnlook nicht gefühlt. Bei jedem Blick in den Spiegel habe ich mich müde und unsichtbar gefühlt.

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Sieben Wohnwelten – ein Geschäft
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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Carola Nahnsen ist Stil- und Imageberaterin.
Carola Nahnsen ist Stil- und Imageberaterin. © SZ

Jetzt sitze ich im Büro, hatte bereits eine Videokonferenz und habe mich dafür in Schale geworfen. Denn die Teilnehmer können sich gegenseitig sehen. Auch wenn die Unsicherheit darüber, wie es weitergeht, im Kopf rumspukt, macht mir der Blick in den Spiegel Freude. Ich habe mich so angezogen, als wenn ein „normaler“ Wochentag wäre. Warum? Weil ich mich damit selbstbewusster und auch zuversichtlicher fühle. Und genau das ist wichtig. Die Macht über die Weltlage haben wir nicht, doch wir können im Kleinen anfangen, um uns besser zu fühlen. Fragen Sie sich einfach: Wie möchte ich heute wirken und wem begegne ich eventuell (virtuell)?

Das kann für die eine Leserin bedeuten, dass sie sich ihre Lieblingsbluse heraussucht und dazu ihre gut sitzende Jeans. Für die andere kann es heißen, dass sie sich, obwohl kein Termin ansteht, mal wieder in ein nettes Kleidchen wirft. Gönnen Sie sich gerade jetzt ein paar Minuten mehr vor dem Kleiderschrank. Vielleicht hängt da noch ein Oberteil, welches Sie für „gut“ aufsparen wollten. Wie wäre es, wenn Sie es einfach morgen anziehen?

Das Beste, was passieren könnte, ist, dass Sie sich gut fühlen. Und wenn sie dann Ihr Partner oder Ihre Partnerin fragt, für wen Sie sich heute so schick gemacht haben, antworten Sie einfach: „Für mich.“

Liebe Männer, Sie dürfen das natürlich auch umsetzen. Wie wäre es mit einem Hemd, Chino/Jeans und einem Paar Lederschuhe mit passendem Gürtel? Mir als Frau würde das gefallen, Ihnen vielleicht auch.

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Falls Ihnen zurzeit die Decke auf den Kopf fällt, kann ich Ihnen empfehlen mal ein „Date mit Ihrem Kleiderschrank“ zu vereinbaren. Es ist oft erstaunlich, welche Schätze sich dort verstecken. Und es kostet nichts außer ein bisschen Zeit und Muße.

>>> Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog. <<<

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