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Machen statt meckern

Seit 2015 gibt es in Pulsnitz eine Jugendvertretung: Wie junge Leute ihre Stadt verändern.

© Reiner Hanke

Pulsnitz. Dass die Jugend von heute bei Weitem nicht nur an Smartphones und Facebook interessiert ist, beweist eine seit 2015 bestehende Jugendvertretung mit Sitz in Pulsnitz. Hier engagieren sich Jugendliche, denen es eben nicht genügt, nur darüber zu reden, was in Pulsnitz und den Nachbarorten alles fehlt. Sie tun etwas und das nötigt selbst den hartnäckigsten Kritikern inzwischen Hochachtung ab. Was mit einem allgemein belächelten Jugendprojekt begann, hat sich zu einer Bewegung entwickelt, die sowohl den Jugendlichen als auch den Erwachsenen in den dazugehörigen Vereinen und Gemeinden zu mehr gegenseitigem Verständnis verhilft.

Es kostet gar nicht so viel Zeit, sich in diesem Rahmen einzubringen. Jonko, einer der führenden Köpfe, sagt: „Es sind etwa zehn Stunden im Monat. Bei der Planung eines Projektes (zum Beispiel der Nachwuchsbandcontest) oder bei der Betreuung im Abenteuercamp Deutschbaselitz fallen natürlich ein paar mehr Stunden an.“ Auch Lisa, die seit einiger Zeit die grafische Gestaltung diverser Flyer für die Jugendvertretung übernommen hat, erklärt: „Für meine Mitarbeit nehme ich mir die Zeit, die ich brauche. Mehr als zwanzig Stunden im Monat sind es selten. Das verbringen manche Leute an einem Wochenende an der Spielkonsole.“ Mancher der Jugendlichen ist bereits in einem Verein. Zum Beispiel in der Jugendfeuerwehr, bei den Royal Rangers und in Sportvereinen.

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Für die zukünftige Planung von Jugendangeboten wünscht sich Jonko, dass die Jugendvertretung mehr einbezogen wird. Dies ist auch nachvollziehbar, denn wer wüsste besser, was die Jugend möchte, als die Jugend selbst? Natürlich ist es aufgrund knapper Kassen nicht immer möglich, alle Wünsche nach einer angemessenen Freizeitgestaltung zu erfüllen. Trotzdem stoßen die Anregungen der Jugendvertretung nicht auf taube Ohren. Die Zusammenarbeit mit den Erwachsenen in Stadt- und Gemeinderäten bewerten die Jugendlichen durchweg positiv. Sie fühlen sich in ihren Ideen ernst genommen und agieren in den Diskussionen auf Augenhöhe.

Jugendliche packen mit an

Einiges wird auch in Eigenregie übernommen. So packten zum Beispiel die Jugendlichen tatkräftig mit an, als es an die Neugestaltung des ehemaligen Jugendclubs in Pulsnitz ging. Auch der Bau von Buswartehäuschen und die Pflege diverser öffentlicher Plätze in der Umgebung wurden von freiwilligen Helfern übernommen. In Ohorn wurden im Projekt OH!ktave Musikinstrumente gebaut, welche im Anschluss gleich ausprobiert werden konnten. Christopher sieht seine Mitarbeit so: „Wir haben damals mit OH!ktave viele Leute in Ohorn erreicht. Auch mit Projekten der Jugendvertretung ist schon einiges umgesetzt worden – also sehe ich schon einen gewissen Erfolg.“

Miteinander ist das Stichwort für das Team des Lobpreisabends „Passion.Session“. Gerade wenn es um Religion geht, finden sich naturgemäß sehr viele Meinungen. „Unsere Vision ist es, Raum zu schaffen für Gottes Wirken und seine Liebe an unsere Mitmenschen, egal ob Christ oder Nichtchrist, weiterzugeben.“ Ähnliche Erfolge sehen die Royal Rangers, die sich vereinsübergreifend engagieren. „Meckern kann jeder. Machen ist wichtiger!“, sagt Lisa. Vielleicht ist die Jugend von heute doch nicht so desinteressiert, wie manch ein Erwachsener denkt. (UPf)