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Macht die Regenbogen-Schule in Görlitz zu?

Die Gerüchteküche diesbezüglich brodelt. Was der Schulleiter dazu sagt. Und was tatsächlich stimmt.

Von Susanne Sodan
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Michal Slowinski unterrichtet Englisch in der zweiten Klasse der DPFA-Schule.
Michal Slowinski unterrichtet Englisch in der zweiten Klasse der DPFA-Schule. © Nikolai Schmidt

Zwei große, rote Schilder hängen am Zaun vor der DPFA-Regenbogen-Grundschule in Weinhübel. "Vermietung" steht in weißer Schrift darauf. Möglicherweise haben die Schilder gar einen Beitrag an der Gerüchteküche. 

 "Ich weiß es nicht", sagt Matthias Müller, Leiter der freien Grundschule auf der Friedrich-Engels-Straße. Zu Jahresbeginn jedenfalls habe ihm die Schulsekretärin erzählt, sie sei von einer Bekannten gefragt worden, warum denn die Regenbogen-Schule schließe.  Es war nicht das einzige Mal, dass ihm dieses Gerücht zu Ohren kam, erzählt Müller. Dennoch, mehr als ein Gerücht sei es nicht.  "Wir schließen nicht", stellt er klar. "Es ist fatal für uns, wenn so etwas durch die Stadt geht." Seine Sorge: "Dann denken Eltern sich vielleicht: Na, wenn die Schule schließt, brauche ich mein Kind dort nicht anzumelden."

Matthias Müller ist seit 2017 Schulleiter der DPFA-Regenbogen-Schule. 
Matthias Müller ist seit 2017 Schulleiter der DPFA-Regenbogen-Schule.  ©  Nikolai Schmidt

Zwei Etagen im Haus sind leer

Aktuell lernen etwa 70 Kinder in der Regenbogen-Schule. Das Gebäude, in dem sie zu finden ist, gehört nicht der DPFA, sondern einem Unternehmer in der Nähe, der es vermietet. Vier Stockwerke hat das Haus, mit jeweils 13 größeren und kleinen Räumen. Die Regenbogen-Schule, zu der auch ein Hort sowie eine Kindergartengruppe im Vorschulalter zählt, mietet zwei Etagen, die beiden unteren. Die beiden oberen sind leer. Auf die, erklärt Matthias Müller, beziehen sich die "Vermietung"-Schilder.

Was stimmt, ist, dass auch die beiden oberen früher von der DPFA genutzt worden sind. Die DPFA-Akademiegruppe betreibt in Sachsen mehrere freie Schulen, Fachschulen sowie Bildungszentren für Weiterbildungen. Auch in Görlitz wurde früher Erwachsenenbildung sowie berufliche Weiterbildung angeboten. Diese Bereiche, erklärt Matthias Müller, wurden aber peu à peu beim Bautzener Standort mit angegliedert. Die oberste Etage des Weinhübler Gebäudes steht schon länger leer, seit vorigem Jahr auch die dritte Etage. Für die Regenbogen-Schule gebe es aber keine Gedankenspiele über einen Standortwechsel oder gar eine Schließung. 

Stadt sucht nach Ausweichorten für Schulen

Ihm wiederum sei zu Ohren gekommen, dass die Stadt Görlitz sich für die beiden oberen Etagen interessieren würde. Stadt-Sprecherin Sylvia Otto bestätigt das. "Wir prüfen derzeit verschiedene Möglichkeiten zur Auslagerung von Schulen während der Sanierungsphasen", teilt sie mit. "In dem Zusammenhang ziehen wir auch die Nutzung freier Räume im benannten Gebäude in Erwägung." Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Schulsanierungen, da steht derzeit einiges an in Görlitz. Kürzlich waren Verwirrung und Ärger groß, weil die Pläne für die Sanierung der Grundschule und des Förderschulzentrums in Königshufen plötzlich wieder ganz anders aussahen. Es gibt noch mehr Sanierungsbedarf, zum Beispiel in der Oberschule Innenstadt sowie in der Melanchthon-Schule in der Südstadt. Für welche Vorhaben konkret die Stadt ein Auge auf freie Räume in der Friedrich-Engels-Straße 42 geworfen hat, ist nicht klar. 

Viele polnische Schüler

"Aber das heißt ja nicht, dass wir deshalb raus müssen", sagt Matthias Müller, der die Regenbogen-Schule seit 2017 leitet. Er ist stolz darauf, was in den vergangenen Jahren passiert ist. Die Anmeldezahlen seien gestiegen, "ich glaube, wir sind sichtbarer geworden."  Als einen Schwerpunkte nennt er den musikalischen Bereich mit der Kooperation der Musikschule "Johann Adam Hiller", seit Kurzem gibt es eine Schülerband.  Das Thema Natur mit dem Schulgarten und Angeboten in Waldpädagogik sei der Schule wichtig. Und die Sprachförderung. Ab der Vorschule lernen die Kinder Polnisch und Englisch. "Wir haben vergleichsweise viele polnische Kinder bei uns", erzählt Müller. Das habe damit zu tun, dass bei der Regenbogen-Schule auch Hortbetreuung für polnische Kinder möglich ist, das gebe es eher selten. Mit der Zgorzelecer Partner-Schule, der DPFA-Grundschule „Teçza“, ist wöchentlich Begegnungstag.

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