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Made in Germany

Ein Hamburger macht aus dem Trio ein Quartett in der National Football League. Auch der erste offen schwule Profi kommt seinem Traum ein Stück näher.

Von Jörn Schweichler

Für Kasim Edebali war das Wiedersehen mit seinem Freund der erste Höhepunkt der Saison im American Football. „Ob Hamburg Huskies gegen Berlin Adler, Boston College gegen Florida State oder Saints gegen Colts – irgendwie finden Björn Werner und ich immer einen Weg, uns zu messen“, sagte der Neue bei den New Orleans Saints nach dem Testsieg gegen Werner und dessen Indianapolis Colts.

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Die Partie vor der heute beginnenden 95. Saison in der National Football League (NFL) bleibt aber das vorerst letzte Duell der beiden 24-Jährigen. In der regulären Saison treffen ihre Klubs nicht aufeinander. „Es war großartig, meinen Bruder nach dem Spiel zu sehen“, schrieb Edebali bei Twitter. Werner sagte, beide seien „zwei Jungs aus Deutschland, die einen Traum“ hätten.

Für Edebali erfüllte dieser sich bereits mit dem Sprung ins Profiaufgebot. Werner will in seinem zweiten NFL-Jahr den Titel: „Wir glauben daran und packen es auch.“ Zum Start geht es für den Halbfinalisten der abgelaufenen Saison zu den Denver Broncos um Peyton Manning. Die Seattle Seahawks bleiben als Titelverteidiger der Favorit in einer Liga, die ein bisschen das Gütesiegel Made in Germany trägt.

Markus Kuhn (28) vom vierfachen Champion New York Giants und Sebastian Vollmer (30) vom dreimaligen Meister New England Patriots komplettieren das NFL-Quartett. Werner freut sich über seine Landsleute: „Es kommen immer mehr Deutsche rüber. Das wird in den nächsten zehn Jahren Normalität“, sagte er im Interview mit dem Fernsehsender Sport 1. „Ich hoffe, dass American Football auch in Deutschland größer wird und die großen Talente, die da sind, besser gefördert werden und an die Colleges kommen.“

Auch der homosexuelle Michael Sam kommt seinem Traum von einer NFL-Karriere ein Stück näher. Der 24-Jährige unterschrieb einen Vertrag beim fünffachen Titelträger Dallas Cowboys und wird dadurch Teil des Trainingskaders der Texaner. Das bestätigten sie gestern. Die St. Louis Rams hatten Sam bei der Talenteverteilung in der siebenten Runde an Position 249 ausgewählt. Ende August hatte er den Sprung in den Profi-Kader aber verpasst.

„Wir holen einen Spieler dazu, den wir gern auf dem Spielfeld sehen wollen“, sagte Cowboys-Headcoach Jason Garrett. „Er war ein sehr guter Spieler im College. Seine Statistiken sprechen für sich.“ Über den Trainingskader kann Sam sich jetzt für das 53-köpfige NFL-Aufgebot empfehlen. Die Cowboys starten am Sonntag gegen die San Francisco 49ers in die Saison. (sid)