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Männer besitzen 50 Prozent mehr Vermögen als Frauen

Die Hilfsorganisation Oxfam beklagt eine zunehmende Kluft zwischen den Geschlechtern. Viele Frauen schmeißen den Haushalt - ohne Bezahlung.

© Monika Skolimowska/dpa

Davos. Der Unterschied zwischen Arm und Reich in der Welt ist laut der Hilfsorganisation Oxfam weiterhin dramatisch hoch. Auch die Vermögenskonzentration habe an der Spitze im letzten Jahr weiter zugenommen, betonte die Organisation bei der Vorstellung ihres Ungleichheitsberichts kurz vor Beginn der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos.

Oxfam beruft sich dabei unter anderem auf die Finanznachrichtenagentur Bloomberg, deren Angaben zufolge das Vermögen der 500 reichsten Menschen der Welt im Vorjahr um ein Viertel gestiegen ist. Vor allem auch zwischen Frauen und Männern ist der Wohlstand Oxfam zufolge ungleich verteilt. 

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Demnach besitzen Männer 50 Prozent mehr Vermögen als Frauen. Oxfam fordert von der Bundesregierung, mehr in öffentliche Kinderbetreuung und soziale Absicherung in armen Ländern zu investieren, sowie weltweit Frauenrechte und -organisationen zu stärken. 

Noch laufen die Vorbereitungen für das Treffen in Davos. Am Dienstag geht es los.
Noch laufen die Vorbereitungen für das Treffen in Davos. Am Dienstag geht es los. © Walter Bieri/KEYSTONE/dpa

In Deutschland und auf der ganzen Welt müssten zudem Konzerne und Menschen mit sehr großem Vermögen einen fairen Anteil zum Allgemeinwohl beitragen: «Die Bundesregierung muss sich für eine weltweite Mindeststeuer einsetzen und Entwicklungsländer dabei unterstützen, Konzerne stärker zu besteuern», lautet eine weitere Forderung der Organisation.

Ein Grund für die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ist der diesjährigen Studie "Time to Care" (deutsch etwa "Zeit, sich zu kümmern") zufolge von Frauen geleistete Arbeit zu Hause - wie etwa Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder Sorge für den Haushalt. «Frauen und Mädchen leisten den Löwenanteil unbezahlter Haus-, Pflege, und Fürsorgearbeit - weltweit pro Tag weit mehr als 12 Milliarden Stunden.» 

Klimakrise verschärft Situation

Dies entspreche einem Gegenwert von mehr als 11 Billionen US-Dollar pro Jahr, wenn diese mit dem Mindestlohn bezahlt würden. Für Frauen stelle diese unbezahlte Arbeit häufig eine Armutsfalle dar.

Der Einfluss von sogenannter Care-Arbeit auf Einkommen, Vermögen, Bildungschancen und Armutsgefährdung erfahre im Zusammenhang mit Ungleichheit zu wenig Aufmerksamkeit, sagte Ellen Ehmke, Analystin für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland. «Wir sollten den Wert dessen anerkennen.»

Am Rande des Treffens kommt es zu Protesten.
Am Rande des Treffens kommt es zu Protesten. © Walter Bieri/KEYSTONE/dpa

Die Klimakrise verschärft die Situation - unter anderem weil etwa Wege zu Wasserstellen länger werden oder der Anbau von Gemüse schwieriger werde. Auch in reicheren Ländern wie Deutschland verschärfe die vornehmlich von Frauen geleistete Fürsorgearbeit die Ungleichheiten im Wohlstand.

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Solange es nicht ausreichend öffentlichen Angebote gebe für etwa Kinderbetreuung, könnten in Familien mit hohem Einkommen beide Eltern viel früher wieder arbeiten gehen als in Familien mit niedrigerem Einkommen. Dadurch werde die Ungleichheit zwischen Haushalten noch weiter vertieft. (dpa)

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