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Männer in Schwarz gesucht

Bernd Schmidt will dem FV Eintracht Niesky beim Aufbau einer aktiven Fußballschiedsrichtergruppe behilflich sein.

Von Bernhard Donke

Wer den Pfennig nicht ehrt

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Im Spieljahr 2013/14 wurde der Fußballverein Eintracht Niesky vom Fußballverband Oberlausitz (FVO) für die Nichterfüllung des für den Verein vorgeschriebenen Schiedsrichtersolls mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt. Der Verein hätte aufgrund seiner Anzahl von Mannschaften, die in Meisterschaftsrunden des FVO oder des Sächsischen Fußballverbandes aktiv an Punktspielen teilnehmen, sieben aktive Schiedsrichter stellen müssen. Doch im Verein gab es nur vier. Und von diesen konnten auch nur drei dem vorgeschriebenen Soll zugerechnet werden. Der vierte brachte es nicht auf die vorgeschriebenen Spielleitungen im Spieljahr 2013/14.

Um weitere Sanktionen durch den FVO auszuschließen, suchte man jetzt nach einer Lösung. Die fand dann auch Vizepräsident Gerald Munzig im September vergangenen Jahres in der Person des Wahl-Mückenhainers Bernd Schmidt, den er in den Verein holte. „Eigentlich wollte ich ja nur als aktiver Schiedsrichter dem Verein beitreten. Doch das ging dann aus gesundheitlichen und Altersgründen leider nicht. Um dennoch dem Verein helfen zu können, entschloss ich mich zum Aufbau einer aktiven Schiedsrichtergruppe“, sagt Bernd Schmidt.

14 junge Leute fürs Kleinfeld

Schon im Oktober mobilisierte er Zuschauer bei den Heimspielen des Vereins und Jugendliche aus der Nachwuchsabteilung. Er gewann 14 Jugendliche aus der Nachwuchsabteilung für einen Neuausbildungslehrgang für Kleinfeld-Fußballschiedsrichter. Den haben alle erfolgreich absolviert und dürfen nun Heimspiele des Nachwuchses auf Kleinfeld leiten. Für einen Ende Februar stattfindenden Neuausbildungslehrgang für Fußballschiedsrichter für Großfeld gewann er 15 Sportkameraden; ebenfalls aus der Nachwuchsabteilung des Vereins. Mit Juliet Troebes befindet sich auch ein 16-jähriges Mädchen aus Mückenhain darunter, das sich für das Schiedsrichterwesen interessiert.

Damit hatte er erfolgreich den Grundstein für den Aufbau einer Schiedsrichtergruppe gelegt. Diese gründete sich dann auch am 11. November 2014 mit 20 Sportkameraden. Nun gilt es, diese Gruppe zu aktivieren. Bernd Schmidt: „Man kann aus ihr etwas Ordentliches machen. Denn die Jugendlichen sind begeistert bei der Sache, um den Verein aus der Schiedsrichter-Misere zu holen. Sie wissen aber auch, dass es schwierig ist, die jungen Leute, die noch aktiv im Nachwuchs-Fußball spielen, bei der Stange zu halten.“

Er hat weitreichende Pläne mit der Truppe, wenn alle den Neuausbildungslehrgang zum Fußballschiedsrichter im Februar/März abgeschlossen haben. Den holte er in Absprache mit dem Vorsitzenden der Schiedsrichterkommission des FVO, Rainer Böhm, nach Niesky ins Sportcasino auf dem Jahnsportplatz. Danach sollen sich alle Schiedsrichter des Vereins einmal im Monat treffen, um Erfahrungen und Erlebnisse aus von ihnen geleiteten Spielen auszutauschen. Vor allem aber gilt es, auch in die einzelnen Mannschaften zu gehen, um den Spielern die Arbeit der Schiedsrichter nahezubringen und sie daran zu erinnern, dass ohne Schiedsrichter nichts läuft. Diese müssen noch fester ins Vereinsleben eingebunden werden. Gegebenenfalls muss auch noch einmal über Regelkunde gesprochen werden, denn es ist offensichtlich, dass viele der Spieler sehr wenig Regelkenntnisse haben. Auch wird er die Schiedsrichterkoordinierung übernehmen, das heißt die Ansetzungen zu Spielen auf Verbandsebene, die der Verein absichern muss. Bisher hat das Joachim Hahn getan. Schließlich sollen auch einmal prominente Schiedsrichter zum Sportforum nach Niesky eingeladen werden.

Erfahrungen aus Frankenberg

Für all das, was sich Bernd Schmidt vorgenommen hat, hat er schon einige Erfahrungen bei Turbine Frankenberg gesammelt. In dieser Stadt wurde er 1953 geboren und begeisterte sich schon als Jugendlicher für das Fußballspiel. Hier legte er auch die Schiedsrichterprüfung ab und leitete Spiele bis hin zur Bezirksliga. Er legte die Prüfung zur Übungsleiterlizenz ab und war Nachwuchstrainer im Verein. 1985 heiratete er nach Mückenhain. Das verließ er 1989 aber wieder mit seiner Familie, um in den alten Bundesländern zu arbeiten. Vor zwei Jahren kam er mit seiner Frau Elisabeth zurück nach Mückenhain. Auf die Frage, warum er sich jetzt, als Rentner, für den Sport und für den FV Eintracht Niesky engagiert, meint er nur: „Man kann doch nicht einfach die Hände in den Schoß legen, wenn man noch gebraucht wird und helfen kann. Es macht mir Spaß, mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten. Das hält jung und fit. Und wenn meine Elisabeth mir auch weiterhin so viel Unterstützung gibt wie bisher, dann kann ich auch in Niesky für den Verein etwas bewegen,“ sagt er .

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