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Männerräume und Eltern-Führerschein

Gesellschaft. Frauen undMänner stellten im Rathaus Visionen für die Chancengleichheit vor.

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Von Lilli Vostry

Jetzt werden die Rollen neu gemischt: Dafür wird eine alternative Währung für Frauen eingeführt. Wer Kinder will, muss vorher einen „Eltern-Führerschein“ machen. Manager und Geschäftsführer werden nicht nur nach ihrer fachlichen, sondern auch sozialen Kompetenz eingestellt und müssen ein freiwilliges soziales Jahr nachweisen. Und die Frauen- und Männerprojekte in der Stadt werden als Haltestellen der DVB angesagt.

Spannende, teils skurrile Ideen und neue Visionen für die Chancengleichheit beider Geschlechter entwickelten jetzt rund 100 Teilnehmer auf der Fachtagung „Frauen und Männer in Dresden 2005“ im Rathaus. In sieben Workshops tauschten junge und ältere Frauen, Mitarbeiterinnen von Frauenprojekten, Politikerinnen und Gleichstellungsbeauftragte ihre Wünsche und Vorstellungen mit denen der Männer aus, die gar nicht so verschieden sind, wie zu hören war.

Sie wollen genauso eine gleichwertige Anerkennung der Väter- und Mütterrollen, geteilte Elternzeit, flexible Arbeitszeiten und Kinderbetreuung und freie Wahl bei der Rollenverteilung in Beruf und Familie. „Es geht immer um die Balance, dass nicht einer auf Kosten des anderen lebt und trickst“, sagte Ulrich Müller von der evangelischen Männerarbeit.

„Das zeigt auch, Gleichstellungsarbeit geht beide an. Deshalb wollen wir auch eine weitere Vernetzung von Projekten für Frauen und Männer anregen“, erklärte Kristina Winkler, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt.