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Märchen und Geschichten in der Hoflößnitz

Ende Juni bevölkern zauberhafte Gestalten das Areal rund um Radebeuls kurfürstliches Weingut.

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Von Kristin Koschnick

Riesige, weit ausladende Kastanienbäume, ein kleines Schlösschen mit verwunschenem Rapunzelturm, im Hintergrund die sanften Hänge der Lößnitz – wo könnte es märchenhafter sein?

Bianka Heuser hält den idyllischen Platz zwischen den Weinbergen für die ideale Kulisse. Die gelernte Schauspielerin kommt zum zweiten Mal zum Märchenfest in die Hoflößnitz. Dieses Mal mit dem „Goldenen Taler“, einem Figurentheaterstück nach Hans Fallada. Das wenig bekannte Märchen aus den „Geschichten aus der Murkelei“ fasziniere bereits Kinder im Kindergartenalter. Aber auch Ältere kämen auf ihre Kosten. Selbst Geburtstagsrunden von Erwachsenen seien begeistert, so die Radebeuler Theatermacherin. Bianka Heuser ist vor allem in der Region zwischen Berlin, dem Vogtland und dem Erzgebirge unterwegs, spielt aber auch vor Publikum weiter entfernter Gegenden. Vor Kurzem ist sie vom Internationalen Puppentheaterfestival in Taiwan zurückgekehrt.

Auch Geschichtenschnitzer Swen Kaatz wird wieder seine Schnitzwerkstatt auf der kleinen Märchenbühne zwischen Weinbaumuseum und Kavaliershaus aufbauen. Seit der geheimnisvolle Zwerg Miriquidi und die Maus Kleopatra ständige Besucher seiner Werkstatt sind, gehen dem Erzgebirger mit einer Vorliebe für das Löffelschnitzen die Geschichten nicht mehr aus. Beim Werkeln an Erzgebirgsengeln, Räuchertürken und Holzzwergen wollen der Handwerker und seine Freunde mit geheimnisvollen Sagen und Märchen aus dem Dunkelwald ihre Zuhörer in den Bann ziehen.

Organisator dieses märchenhaften Ereignisses ist bereits im zweiten Jahr die Sächsische Zeitung. „Vor allem für Familien mit Kindern ist unser Fest eine wunderbare Ausflugsidee“, sagt Verlagsmitarbeiterin Manuela Munzig.

Im Zeitalter der modernen Medien ließen sich die Jüngsten vor allem mit Aktionen zum Anfassen wieder für Märchen und alte Geschichten begeistern und damit auch zum eigenen Lesen anregen. Die Premiere des Märchenfestes im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg, der die Organisatoren von der SZ und die zehn auftretenden Künstler beflügelte, voller Motivation ihre Fantasie schweifen zu lassen und mit Elan an die Neuausrichtung zu gehen. Kostümbildnerin Andrea Wiener vom Dresdner Kostümverleih „Die Maßnahme“ hat erneut bei der Dekoration der Hoflößnitz den Hut auf. Im gesamten Gelände hat sie kleine märchenhafte Details wie die goldene Kugel des Froschkönigs oder Rapunzels Zopf versteckt.

Auf die Kinder warten im Rätselgarten auf der Terrasse des Lust- und Berghauses Sterntaler, Hans im Glück oder die Prinzessin auf der Erbse. Die Figuren aus Holz enthalten absichtlich kleine Fehler, welche es spielerisch herauszufinden gilt. Unter den fleißigen Ratern beim Märchenquiz wird zum Schluss ein Preis ausgelost. Große und kleine Besucher, die selbst kreativ werden wollen, können mit Papier, Leim und Schere auf der Bastelstraße ihrer eigenen märchenhaften Fantasie freien Lauf lassen.

Eintrittskarten für das Märchenfest am 27. und 28. Juni gibt es im SZ-Treffpunkt. Erwachsene zahlen pro Tag sieben Euro mit SZ-Card und 8,50 Euro ohne. Für Kinder liegt der Preis bei fünf Euro beziehungsweise 6,50 Euro. Familienkarten kosten 20 Euro mit und 25 Euro ohne SZ-Card.