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Märchenhafte Fenster

Kindergruppen aus 23 Kindertagesstätten und Grundschulen der Umgebung haben zu Pinsel und Farben gegriffen, um Motive aus Grimms Märchen für den Adventskalender an der Moritzburger Schlossfassade zu malen. Das 24. Türchen gestalten die Mitarbeiter des Schlosses. Täglich um 16 Uhr wird ein Fenster geöffnet, am 24. Dezember bereits um 10 Uhr.

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Von Christina Dirlich

Der Weihnachtsmann kommt ab Montag täglich ins Schloss Moritzburg. Mal wird er einen Schlitten, mal die Eisenbahn benutzen. Er ist in wichtiger Mission unterwegs: Der Mann mit dem langen weißen Bart wird jeden Tag ein Fenster mit einer Zahl öffnen. 24 insgesamt, dann ist Heilig Abend. Die Fassade des Schlosses Moritzburg verwandelt sich bis Weihnachten in einen riesigen Adventskalender.

„Die Idee für den Kalender schwirrt schon seit längerer Zeit durch unsere Köpfe“, sagt Jörg Hänisch, der Verwaltungsleiter im Schloss. Im Gespräch mit dem technischen Leiter Christian Lehmann und Klaus Schiemann, dem Inhaber des Schlossrestaurants, sei man auf den Gedanken gekommen, die vielen Fenster der Schlossfassade in der Adventszeit mit Bildern auszugestalten. In diesem Jahr ist es nun soweit.

Im September habe eine Mitarbeiterin bei den Kindertagesstätten und Grundschulen nachgefragt, die seien gleich begeistert gewesen, so Hänisch. Insgesamt zwei Wochen hatten die Kinder Zeit, die Hartfaserplatte mit einem Märchenmotiv zu bemalen. „Ich bin selber sehr gespannt auf die Ergebnisse“, meint Hänisch, „in der Umsetzung sind die Bilder völlig individuell.“ Einzige Vorgabe: Jedes Märchen wurde nur ein Mal vergeben.

Die großen Platten werden vor die Fenster gehängt, verdeckt vom Fensterladen mit der Zahl. Die Nummer 24 wird auf dem Balkon platziert. Der Weihnachtsmann schwebt auf einer Hubbühne zu den Fenstern hoch, um sie zu öffnen. An der technischen Umsetzung sind viele Moritzburger Betriebe beteiligt. Sie haben das Kostüm für den Weihnachtsmann genäht, Farben und Holz gestiftet und unterstützen die Mitarbeiter auch beim Aufbau des Kalenders, der gestern begonnen hat.

Vor dem Schloss wird eine Bühne stehen, auf der Chöre und Musikgruppen weihnachtliche Stimmung verbreiten sollen, um der Türöffnung am Nachmittag so den passenden Rahmen zu verleihen. „Wir suchen noch Leute, die dort auftreten wollen, Posaunenchöre, Kinderchöre, Hauptsache, sie spielen weihnachtliche Stücke“, sagt Hänisch. Wer Interesse hat, darf sich im Schloss melden. Glühwein und Weihnachtsgebäck sollen möglichst viele Besucher anlocken. Hänisch hofft auch auf die Neugier der Kinder, deren Bilder im Kalender hängen.

Rund um den Weihnachtskalender finden im Schloss während der gesamten Adventszeit zahlreiche Veranstaltungen statt. Höhepunkte sind das Programm am zweiten Advent bei Kaminfeuer im Steinsaal und die feierliche Türöffnung mit anschließender Filmvorführung für aufgeregte Kinder und Großeltern am Heiligen Abend. Ein Schloss müsse etwas Lebendiges ausstrahlen, gerade für Kinder, meint Jörg Hänisch. „Wenn wir Kinderaugen zum Leuchten bringen, haben wir unser Ziel erreicht.“