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Märchenhafte Momente für 1200 Kinder

Steffi Wukasch, Erzieherin im zweiten Ausbildungsjahr an der sorbischen Fachschule für Sozialpädagogik, muss lachen. Hat ihr doch so ein Knirps nach der Vorstellung tatsächlich dringend angeraten, dass sie nun nicht mehr schwindeln soll.

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Von Kerstin Fiedler

Steffi Wukasch, Erzieherin im zweiten Ausbildungsjahr an der sorbischen Fachschule für Sozialpädagogik, muss lachen. Hat ihr doch so ein Knirps nach der Vorstellung tatsächlich dringend angeraten, dass sie nun nicht mehr schwindeln soll. Steffi Wukasch spielte den Müller Kunz, der behauptet, dass seine Tochter Marie Stroh zu Gold spinnen kann. Und auch die anderen Hauptdarsteller im „Rumpelstilzchen können noch die eine oder andere Episode beitragen, nachdem das Stück zu Ende ist und die Kinder die Aula verlassen.

Dank an Praktikumsbetriebe

Zu den Kindern gehören auch die Knirpse aus der Kindertagesstätte aus Radibor. „Uns hat Christin Hentschel eingeladen. Sie absolvierte im vorigen Jahr hier ein Praktikum. Als Dank durften wir uns nun das Märchen anschauen“, sagt Kita-Leiterin Birgit Quint. Glück hatte die Einrichtung, dass sie im ortsansässigen Busunternehmen einen Partner fanden, der sie nach Bautzen und zurück fuhr. „Mir hat es in Radibor sehr gefallen, ich wurde gleich anerkannt. Vielleicht kann ich ja dort mein Prüfungspraktikum machen“, hofft Christin Hentschel nun.

In der sorbischen Fachschule ist es seit über zehn Jahren Tradition, dass das zweite Ausbildungsjahr ein Märchen aufführt. Als Zuschauer werden meist die Einrichtungen eingeladen, in denen die angehenden Erzieherinnen und Erzieher (in dieser Klasse waren es immerhin zwei) ihre Praktika absolvieren können. „Viele melden sich auch schon von selbst wieder an“, weiß Cindy Schattel, die die Müllerstochter Marie spielt.

In diesem Jahr war also Rumpelstilzchen dran. „Die ersten Ideen hatten wir schon vor den Sommerferien. Dann ging es ans Drehbuch“, erzählt Souffleuse Katja Oelke. Kulissen mussten gebaut, Kostüme genäht, zusammengestellt oder beim Theater geborgt werden. Alle 25Schüler haben mitgemacht, manche spielten drei Rollen. Auch Musik, Ton und Beleuchtung kam von den Schülern selbst.

Die Kinder hatten ebenso wie die begleitenden Erwachsenen viel Spaß am Märchen. Die Laiendarsteller wurden von Minute zu Minute sicherer, der Spaß am Spiel war ihnen anzumerken. Und sie bezogen die Kinder in der Aula ins Spiel ein. So wurde zwischendurch eine kleine Lockerungsübung mit Hampelmann gemacht, damit Marie nicht mehr traurig ist, und gemeinsam ein Lied gesungen.

Hilfe von Sponsoren

Das Märchen vom Rumpelstilzchen spielen die Fachschüler in dieser Woche von Montag bis Freitag jeweils 9 und 14.30Uhr. Vormittags kommen die Kindergartenkinder, nachmittags die Mädchen und Jungen aus den verschiedenen Horteinrichtungen. Rund 1200Kinder werden so in den Genuss kommen. „Dadurch, dass wir auch Hilfe von Sponsoren bekommen, können die Kinder das Märchen kostenlos sehen“, sagt Cindy Schattel. Geld gab es von zwei Geldinstituten und einer Krankenkasse. Sachspenden kamen von Malerbetrieben und Kosmetikstudios.