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Hoyerswerda

Märchenzauber mit Anmut und Eleganz

„Die Schneekönigin“ faszinierte in einer Kombination aus Eistanz und einmaliger Zirkusartistik 1.500 Lausitzhallen-Besucher.

Gerda machte während ihrer Suche nach Kay unter anderem die Bekanntschaft einer guten Zauberfee, die inmitten herrlicher Sommerblumen wohnt.
Gerda machte während ihrer Suche nach Kay unter anderem die Bekanntschaft einer guten Zauberfee, die inmitten herrlicher Sommerblumen wohnt. © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Hoyerswerda. Mit dem „Russian Circus on Ice“ stellte sich am Freitag der erste Eiszirkus der Welt mit zwei Aufführungen dem Hoyerswerdaer Publikum vor. Die Märchenrevue war angelehnt an Christian Andersens Märchen „Die Schneekönigin“. Die Märchenhandlung war der Leitfaden, mit dem sich Tanz und Artistik auf einmalige Weise in höchster künstlerischer Vollendung verbanden. Yulia Plashchinskaya, die künstlerische Leiterin des „Russian Circus on Ice“ und zugleich Darstellerin der Gerda, sagte im Gespräch mit TAGEBLATT, dass mit dem Angebot eines berühmten Zirkusleiters, Märchen in der Welt des Eistanzes, verbunden mit der Artistik auf dem Eis, zu inszenieren, das „Theater auf dem Eis“ in dieser Form entstand. 

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23 Künstler gehören zum Ensemble, alle kommen aus Russland und sind ausgebildete Balletttänzer im Schlittschuhfach mit Meisterdiplom, einige sind noch Anwärter auf den beruflich anspruchsvollen Titel. In den zwei weiteren Hauptrollen erlebten die kleinen und großen Lausitzhallen-Besucher Anastasia Anosova als Schneekönigin und Ian Khlopin als Kay. Die mit zahlreichen Bühnenbildern ausgestattete Inszenierung gab dem farbenfrohen und beeindruckenden Märchenreigen ihren Lauf, durch die Märchenhandlung führte eine Erzählerin.

Gerda geriet auf der Suche nach ihrem Kay in die unterschiedlichsten Situationen. Sie machte Bekanntschaft mit einer guten Zauberfee, die inmitten herrlicher Sommerblumen wohnt. Sie geriet in ein königliches Schloss, Prinz und Prinzessin statteten Gerda für die Weiterreise prachtvoll aus. Dann folgte die Begegnung mit den Räubern, und zuletzt wies ihr eine Lappin den Weg zum Palast der Schneekönigin. Bei einem Fundus von über 300 prachtvollen Kostümen ist der „Russian Circus on Ice“ bestens für die tänzerischen und artistischen Choreografien ausgestattet. An Einfallsreichtum mangelte es dabei nicht: Blumentänze, das Schlossfest, das wilde Räuberleben und die Liebe der Lappen zeigten, dass alle ein warmes Herz für Gerda hatten und ihr bei der Suche nach Kay halfen. Von den zu Herzen gehenden tänzerischen und vielfältigen artistischen Darbietungen in vollendeter Perfektion hätte man in den zwei Stunden der Aufführung einen ganzen Bildband mit Fotos füllen können. Die musikalische Begleitung der Revue ließ keine Wünsche offen. Zu den großen Tänzen erklang Musik aus den Märchenballetts von Peter Tschaikowski und zum Tanz der Räuber der Säbeltanz von Aram Chatschaturjan, meisterhaft interpretiert auf einem Xylophon, bestückt mit leeren Wodkaflaschen.

Immer wieder gab es Szenenapplaus für die mitreißenden Darbietungen. Prachtvoll war auch das Finale, in dem Gerda ihren Kay aus dem Zauber der Schneekönigin zurückführt in die Heimatstadt. Das ebenso prachtvolle Programmheft hatte nicht zuviel versprochen, war doch in diesem zu lesen: „Wo immer der «Russian Circus on Ice» zu Gast ist, ist das Publikum begeistert, da die Sprache dieser Kunst jeder Mensch überall auf der Welt versteht. Worte können nicht ausdrücken, was diese Show sehen, hören und fühlen lässt!“