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Märkte vor Sturm gesichert

In den Ämtern hoffen die Verantwortlichen, dass es nicht so schlimm kommt. Bauhof und Feuerwehr stehen parat.

© Norbert Millauer

Von Peter Redlich und Sven Görner

Sturmtief Xaver rüttelt schon eine Nacht lang mit seinen Böen durchs Elbland. Am heutigen Freitag sollen in der Spitze Windstärke acht bis neun erreicht werden. Ob und wie sich die Gemeinden vorbereiten, wollte die SZ wissen.

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Radebeuler reagieren zum Weihnachtsmarkt, als die SZ nachfragt

Reichlich überrascht zeigte sich gestern Morgen die für Märkte zuständige Sachgebietsleiterin im Kulturamt von Radebeul, als sie nach Sturm-Vorkehrungen auf dem Weihnachtsmarkt in Kötzschenbroda gefragt wurde. Das betreffe doch vor allem Norddeutschland, sagte sie auf die Frage, ob den die Buden und vor allem der sensible Laternenpfad gesichert werden.

Immerhin reagierte Cornelia Bielig noch am Vormittag und sprach mit den Künstlern der aufwendig gestalteten Laternen – und die rückten gleich an, um ihre bemalten Kunstwerke bis zum Sonnabend abzubauen und zu sichern. Der Wochenmarkt in Radebeul-Ost soll stattfinden, allerdings nur mit den schweren Wagen der Händler, ohne offene Marktstände, so Bielig. Die Firma Nehlsen stehe in Bereitschaft, falls der Sturm Schäden anrichtet.

In Weinböhla soll der Weihnachtsmarkt eröffnet werden

Hauptamtsleiterin Julia Schneider hofft mit den Marktverantwortlichen, dass der Weihnachtsmarkt heute, 17 Uhr, trotz des starken Windes, eröffnet werden kann. „Die Bäume stehen, die Sterne sind dran. Wir hoffen, dass das alles hält“, sagt die Amtsfrau. Mitarbeiter vom Bauhof stünden bereit, um notfalls schnell Sicherungsmaßnahmen vornehmen zu können. Und wenn es ganz schlimm komme, müsse eben der Markt vorübergehend geschlossen werden.

Doch das hofft Marktleiter Heiko Fichter nicht. Er hat Vorsorge getroffen: „Wir werden vor Ort überlegen, ob und wo wir Feuerschalen aufstellen. Es gibt einen Notfallsdienst für die Elektrik, und die Händler sind informiert, nochmals ihre Buden zu kontrollieren, ob etwas herabstürzen kann.“ Außerdem hat die Gemeinde rund um die Kirche sowieso Parkverbot ausgesprochen, damit nicht Fahrzeuge von fliegenden Ästen beschädigt werden können.

Die Coswiger lassen das Karussell auf dem Weihnachtsmarkt weg

Auch die Coswiger wollen heute, 17 Uhr, ihren Weihnachtsmarkt eröffnen. Die Weihnachtskrippe vor der alten Kirche bekommt aber noch kein Stroh reingelegt. „Das holen wir am Sonnabend nach“, sagt Ordnungsamtschef Olaf Lier. Kleinere Bäume und Adventssterne sollen erst am Sonnabend montiert werden. Auch das Karussell werde nicht aufgebaut. Dafür soll es am Sonnabend, wenn das Unwetter vorbei ist, für die Steppkes eine Kindereisenbahn geben. Die Händler hat das Ordnungsamt aufgefordert, Windfänge wie Folien erst nach dem Sturm anzubringen.

In Coswig sind ein Elektrodienst und die Feuerwehr in Bereitschaft. Die Baustellen in der Stadt würden ohnehin gerade winterfest gemacht, so Lier.

Radeburg sichert den Weihnachtsbaum und verzögert den Marktaufbau

Offiziell startet der Zille-Weihnachtsmarkt erst am Sonnabendnachmittag. Dann sollte der Sturm vorbei sein. Doch schon heute Abend wollen die Grundschüler mit dem Nachtwächter durch die Stadt ziehen, um danach die Bühne und die Bäumchen des Marktes zu schmücken. Vorausgesetzt, Xaver macht ihnen keinen Strich durch die Rechnung. Die Männer vom Bauhof haben gestern jedenfalls vorsorglich den großen Weihnachtsbaum mit zusätzlichen Keilen gesichert. Die festen Marktstände wurden zwar aufgebaut, die Bühne samt Dach und das Zelt sollen aber erst heute folgen. Und auch bei den beliebten Zillefiguren will man kein Risiko eingehen. Vorsorglich hat der Bauhof zudem Tonnen, Schilder und Container im Stadtgebiet gesichert.

In Moritzburg ist die Feuerwehr auf

den Notfall vorbereitet

In der Gemeinde wurden gestern keine besonderen Vorkehrungen getroffen. Der Weihnachtsmarkt in Boxdorf soll am Sonnabend wie geplant stattfinden. Da es in diesem Jahr am Schloss keinen Adventskalender und auch keine Bühne gibt, hofft man, Xaver schadlos zu überstehen. Lediglich um den Weihnachtsbaum machen sich die Schlossleute Gedanken.

Wenn was passiert, helfen Beweisfotos für den Schadensanspruch

Radfahrer und Fußgänger sind bei Sturm besonders gefährdet. Wer von einem Ast oder Dachziegel verletzt wird, sollte – wenn möglich – ein Handyfoto machen, das unterstütze die Schilderung bei Schadensansprüchen, rät die Kaufmännische Krankenkasse in Meißen. Haus- und Grundstückseigentümer seien für die Sicherung verantwortlich – etwa für marode Bäume. Im Unglücksfall sollten auch hier Fotos gemacht werden, rät die Krankenkasse.