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Magers steuern Häuser aus der Ferne

Die Elektroanlagenfirma aus Gersdorf feiert 20. Jubiläum. Das Erfolgsrezept: Trends verfolgen und Teamgeist fördern.

Von Ina Förster

Was sind heutzutage schon 20 Jahre? Nicht viel, so wie die Zeit verfliegt. Und doch können sie eine komplette Erfolgsgeschichte bedeuten. Für Firmen zum Beispiel, die sich aus dem Nichts emporgearbeitet haben. Die vor zwei Jahrzehnten ins kalte Wasser sprangen, ohne zu ahnen, dass sie 2014 ein 14-köpfiges Team mit Arbeit versorgen können. Und dabei auch noch den Spaß am täglichen Tun nicht verloren haben. So geht es beispielsweise der Gersdorfer Firma EAM Elektroanlagen Mager. Im Haselbachtal ist die Gewerbeansiedlung nicht so dicht wie anderswo. Und doch haben sich gerade hier in aller Idylle einige starke mittelständische Unternehmen niedergelassen.

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Uwe Mager stammt von hier, warf schon 1994 alles in eine Waagschale und gründete seine damals zweiköpfige Elektrofirma. Auf viermal vier Metern, in einem winzigen Kellerraum. Zuerst war er natürlich auf jeder Baustelle selbst dabei, verlegte Leitungen, installierte Schaltschränke. Das Übliche eben. Später kamen komplizierte Anlagen, Datentechnikabläufe, Computernetzwerke und alle möglichen Raffinessen in der Haustechnik hinzu. Es ging voran. Bereits nach fünf Jahren baute Uwe Mager ein neues, großzügiges Firmengebäude. Das insgesamt 280 Quadratmeter große Haus bietet seitdem genügend Raum.

Mager erkannte schnell: Du musst immer am Zahn der Zeit sein. Trends aufspüren. „Ich kam aus dem Metier, hatte früher fürs Wohnungsbaukombinat Cottbus als Elektromonteur lange in Berlin gearbeitet und nach der Wende in einem größeren Bauunternehmen in Heilbronn weitergemacht. Diese Arbeit in den alten Bundesländern, das Kennenlernen von Abläufen und Hintergründen, hat mir sehr geholfen“, sagt er. Der 51-Jährige hat einige der einst gehörten Weisheiten im Kopf und setzt sie in seiner Firma um. „Diese Erfahrungen sind heute noch Gold wert“, sagt er.

Sein Credo lautet: Hohe Qualität, immer auf dem neuesten Stand der Technik stehen, bei Ausrüstung und Werkzeug der Monteure nicht sparen, auf der Suche nach Nischen bleiben und ganz wichtig – kein Kilometer, keine Überstunde ist zu viel! Das sagte er schon 2004 kurz vor seinem zehnjährigen Geschäftsjubiläum der Presse. Im Großen und Ganzen ist es dabei geblieben. Nur das mit der Zeit will er nach und nach besser hinbekommen. „Ein bisschen mehr Zeit für Familie und Freunde müsste drin sein. Auch meine Frau Manuela arbeitet fast von Beginn an mit im Betrieb. Da muss man Freizeit und Arbeit trennen können. Leider eine der größten und schwierigsten Herausforderungen überhaupt“, weiß der Gersdorfer.

Bei der Sache mit dem Kürzertreten hilft ihm auch Sohn Denis. Der ist mittlerweile in die Firma eingestiegen. 2011 war er der jüngste Elektromeister Sachsens. Noch während der Lehre begann er die Meisterschule. „Die Elektrotechnik war immer Denis Traum“, sagt der Vater stolz. Der 24-Jährige kümmert sich in der Firma um die Angebotserstellungen und Arbeitsvorbereitungen der Baustellen. Nachwuchs von außen ist leider etwas rarer gesät – wie überall. „Wir haben zwar wieder einen Azubi eingestellt, aber es wird immer schwieriger“, weiß Uwe Mager. Und die Herausforderungen werden größer. „Wir mischen ganz vorn mit in der modernen Installation.“ Sämtliche Funkmasten für Vodafon D2 hat EAM zum Beispiel in der Region montiert und betreut sie auch. Und im Bereich des Europäischen-Installations-Bus (KNX) ist man im Kommen. Was leicht verkehrstechnisch klingt, ist etwas, das immer mehr Kunden in ihre Häuser einbauen lassen. Mit diesem Bus-System können alle technischen Abläufe im Gebäude gesteuert werden, auch vor allem aus der Ferne.

„Wenn ich im Urlaub bin und mein Haus jeden Tag lüften möchte, kann ich das per Internet veranlassen“, so Mager. Auch das Thema Sicherheit und Überwachung spielt hinein. Der Elektromeister ruft per Handy seine eigenen vier Überwachungskameras auf dem Gelände auf. Sogar den Springbrunnen im Garten kann man deutlich sprudeln sehen. Viele der Kunden haben sich schon ein ganzes bewohntes Haus simulieren lassen. „Da geht jeden Abend das Licht an, werden Rollläden heruntergefahren und die Gartenlampen angestellt. Per Knopfdruck aus Teneriffa meinetwegen“, schmunzelt er.

Das Mager-Team hat gut zu tun. Zu 95 Prozent übrigens in Sachsen. Und natürlich auch im Haselbachtal. Die meisten Mitarbeiter sind seit 20 oder 15 Jahren dabei.