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Magnet Mittellausitzer Berglandtour

Neusalza-Spremberg erlebte vor 40 Jahren eine Wanderpremiere. Daraus wurde ein Klassiker.

Von Bernd Dreßler
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MTB-Wanderer bei der Rast an einer Kontrollstelle, hier vor einigen Jahren an der Kottmarsdorfer Mühle.
MTB-Wanderer bei der Rast an einer Kontrollstelle, hier vor einigen Jahren an der Kottmarsdorfer Mühle. © Bernd Dreßler

Bei vielen Wanderfreunden stand die Mittellausitzer Berglandtour (MTB) mit Start und Ziel in Neusalza-Spremberg in diesem Jahr wieder im Wanderkalender. Sie hatte am 2. Juni ihre 40. Auflage! Damit gilt sie als eine der angesagtesten Volksportwanderungen in der Region.

Dass hatten sich die Organisatoren der Kultur- und Heimatfreunde Neusalza-Spremberg nicht träumen lassen, als sie am 26. August 1979 zur Premiere einluden. 135 Per-Pedes-Enthusiasten trugen sich da im Hof der Pestalozzi-Mittelschule in die Startlisten ein. Sie hatten sich aus Neusalza-Spremberg, aber auch aus Beiersdorf, Neugersdorf, Niederoderwitz, Bautzen, ja sogar aus Struppen und Liebstadt eingefunden. Drei Strecken über 30, 15 und 8 Kilometer standen zur Auswahl. „Man muss das viel öfter tun, man fühlt sich gleich viel wohler“. sagte hinterher ein Teilnehmer. 

Und so wie er dachten offenbar viele Wanderfreunde, denn sie kamen immer wieder. Und so eroberte sich die Mittellausitzer Berglandtour bald einen festen Platz in den Lauf- und Wanderkalendern. Dafür hatten auch die Organisatoren um den Lehrer Gunther Leupolt (1922-2017) gesorgt. Großen Zulauf bekam die Tour, als 1992 erstmals grenzüberschreitend ins benachbarte Böhmen, auf den Jüttelsberg, gewandert wurde. Das war vor über 25 Jahren nicht so einfach wie heute. Mit den zuständigen Behörden musste über Sondergenehmigungen im kleinen Grenzverkehr verhandelt werden.

Doch die Mühen lohnten sich: Rund 800 Teilnehmer wurden gezählt, das war Tour-Rekord. Zig Wanderfreunde honorierten, dass sie nun auch die Gegend um Fugau und den Schluckenauer Zipfel erkunden konnten.

Jährlich bis zu 300 Teilnehmer

Inzwischen können die Kultur- und Heimatfreunde Neusalza-Spremberg jedes Jahr mit 200 bis 300 Teilnehmern rechnen. Auch Wandertrupps aus Hoyerswerda und Dresden möchten die Berglandtour nicht missen, sagt Hans Eugen-Nocke, der 1999 die Nachfolge von Gunther Leupolt als Organisationschef antrat. Die Vorbereitung einer Tour beginnt bereits ein Jahr vorher. Da sind die Routen zu planen, abzulaufen und schließlich zu markieren. Da sind Plakate zu hängen, Flyer zu verteilen. Auch die Verpflegung erfordert Aufmerksamkeit. Die Kontrollstellen, an denen es Kekse, Obst und zu trinken gibt, werden gern für eine Rast genutzt. Sehr begehrt sind auch Kaffee und Kuchen am Ziel.

Für all das weiß der 62-jährige Nocke ein verlässliches ehrenamtliches Team an seiner Seite. Dennoch zwingen ihn gesundheitliche Gründe zum Rückzug. Neusalza-Sprembergs Kultur- und Heimatfreunde sind auf der Suche nach einem Nachfolger. Daher könnte es nächstes Jahr eine Tour-Pause geben. Sterben aber, da sind all einig, soll dieser Oberlausitzer Wanderklassiker nicht.

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